Navigation und Service

Grundlagen zur Nationalen Stadtentwicklungspolitik

Städte, Gemeinden und Regionen stehen vor vielfältigen Herausforderung: Sie müssen sich wirtschaftlich sowohl im regionalen als auch im globalen Wettbewerb beweisen, die Anforderungen des Klimawandels, des demografischen Wandels und einer sozial gerechten Stadtentwicklung müssen bewältigt werden, regionale Disparitäten sollen abgebaut werden. Um Städte als lebenswerte, erfolgreiche und leistungsfähige Orte für alle Bevölkerungsgruppen zu erhalten, sind ganzheitliche Lösungsansätze sowie kooperatives und integratives Arbeiten erforderlich.

Aus diesem Grund haben die für Stadtentwicklung zuständigen Ministerinnen und Minister aller EU-Mitgliedsstaaten im Frühjahr 2007 im Rahmen der deutschen EU-Ratspräsidentschaft die LEIPZIG CHARTA zur nachhaltigen europäischen Stadt verabschiedet. In Deutschland erfolgt die Umsetzung der LEIPZIG Charta mit der Nationalen Stadtentwicklungspolitik – als Gemeinschaftsinitiative von Bund, Ländern und Kommunen.

Die LEIPZIG-CHARTA zur nachhaltigen europäischen Stadt enthält zwei Schlüsselbotschaften:

  1. Die Ansätze einer integrierten Stadtentwicklungspolitik sollen überall in Europa gestärkt werden.
  2. Benachteiligte Stadtquartiere erfüllen wichtige Funktionen im gesamtstädtischen Zusammenhang. Daher soll ihnen verstärkt politische Aufmerksamkeit gewidmet werden.

Informelles Ministertreffen in LeipzigInformelles Ministertreffen zur Stadtentwicklung und zum territorialen Zusammenhalt in Leipzig Quelle: BMVBS

Was sind die Ziele?

Die Nationale Stadtentwicklungspolitik ist ein Gemeinschaftsprojekt von:

Sie schafft eine Grundlage für zukunftsweisendes und qualitätsvolles Handeln und lädt sowohl Verantwortliche als auch Interessierte ein, sich aktiv an der Weiterentwicklung ihrer Städte zu beteiligen und einen Beitrag zu den Themen Stadt und Region, Zusammenleben in der Stadt, urbane Qualitäten sowie Stadtpolitik zu leisten.

Zur Umsetzung stehen der Initiative drei Werkzeuge zur Verfügung:

  1. Mit dem strategischen Element Gute Praxis werden die Förderung, Gesetzgebung und Forschung im ressortübergreifenden Dialog an die aktuellen Praxisanforderungen angepasst. Der Baustein „Gute Praxis“ bündelt und optimiert die zur Verfügung stehenden Instrumente, beispielsweise die Städtebauförderung.
  2. Mit der Projektreihe für Stadt und Urbanität wurden seit 2007 rund 130 Projekte mit dem Ziel unterstützt, durch möglichst geringen Mitteleinsatz Impulse für die nachhaltige Entwicklung vor Ort anzustoßen. Der lokalen Ebene soll im Rahmen der Projektreihe die Möglichkeit gegeben werden, neben den klassischen Förderprogrammen auch innovative Projekte und Strategien für die unterschiedlichen städtischen Herausforderungen erproben zu können.
  3. Die Nationale Stadtentwicklungspolitik hat sich seit ihrem Start im Jahr 2007 zur zentralen Kommunikationsplattform für Stadtentwicklung in Deutschland entwickelt. Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft behandeln gemeinsam mit Bund, Ländern und Kommunen kontinuierlich Fragen zur Zukunft für unsere Städte. Veranstaltungen bieten die Möglichkeit zum Austausch und zur Erarbeitung von innovativen Lösungsstrategien in der Stadtentwicklung

Was sind die Schwerpunkte?

Die Aktivitäten der Nationalen Stadtentwicklungspolitik konzentrieren sich auf sechs Handlungsbereiche, in denen sich die Interessierten einbringen können:

  • Bürger für ihre Stadt aktivieren – Zivilgesellschaft
  • Chancen schaffen und Zusammenhalt bewahren – soziale Stadt
  • Innovative Stadt – Motor der wirtschaftlichen Entwicklung
  • Die Stadt von morgen bauen – Klimaschutz und globale Verantwortung
  • Städte besser gestalten – Baukultur
  • Die Zukunft der Stadt ist die Region – Regionalisierung

Weitere Informationen zu den Schwerpunkten finden sie hier:

Schwerpunktthemen

Memorandum "städtische Energien"

Das fünfjährige Bestehen der Leipzig-Charta und die Etablierung der Nationalen Stadtentwicklungspolitik waren 2012 der Anlass, ein Resümee zu ziehen und den Blick in die Zukunft der Städte zu lenken: Was sind vor dem Hintergrund der Ziele und Schwerpunkte der Leipzig-Charta die dringenden Aufgaben und geeigneten Strategien, aktuelle Herausforderungen der Städte und Gemeinden anzugehen?

Im Frühjahr und Sommer 2012 wurde als Grundlage von internationalen und nationalen Expertinnen und Experten in Deutschland ein Memorandum mit dem Titel „städtische Energien – Zukunftsaufgaben der Städte“ verfasst. Es ist das Ergebnis eines internationalen, mehrstufigen Kooperations- und Beteiligungsverfahrens, das die aktuellen Schlüsselaufgaben nachhaltiger Stadtentwicklung benennt:

  • Der behutsame ökologische Umbau von Gebäuden und Quartieren,
  • die technologische Erneuerung der stadttechnischen Infrastrukturen,
  • die Entwicklung einer neuen Mobilität und
  • die gesellschaftliche Integration

Mit dem Memorandum werden die Verantwortlichen in Städten, Regionen, Staaten und Organisationen, aber auch die relevanten Verbände, Unternehmen und Initiativen aufgefordert, eigenverantwortlich Programme und Projekte für eine nachhaltige Stadtentwicklung auf den Weg zu bringen.

Das Memorandum betont die Notwendigkeit von aktiver Stadtentwicklungspolitik auf Ebene der Nationalstaaten mit dem Ziel, städtische und regionale Aktivitäten zu bündeln und als Plattform der Stadtentwicklung zu dienen. Es ruft dazu auf, die eigenen Möglichkeiten zu erweitern und zu nutzen, mit weiteren Partnern Bündnisse einzugehen und weiterhin mit „Freude an der Gestaltung“ vielfältige urbane Energien in die Stadtentwicklung einzubringen.

In Deutschland übernimmt die Nationale Stadtentwicklungspolitik diese Koordinationsaufgabe. Im Rahmen des Folgeprozesses zur Umsetzung des Memorandums werden in der Projektreihe für „Stadt und Urbanität“ seit 2014 neue, beispielhafte Projekte aus dem Bereich Stadtentwicklung und Wirtschaft gefördert. Ein breites Spektrum von Projektträgern aus Zivilgesellschaft, Wirtschaft, Kommunal- und Regionalverwaltungen erprobt neue Formen des Zusammenwirkens von Stadt und Wirtschaft. Darüber hinaus finden im Rahmen von Fachgesprächen mit Bündnispartnern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft weitere Abstimmungen zur Umsetzung des Memorandums statt.

Weiterentwicklung der Nationalen Stadtentwicklungspolitik

In diesem Jahr jähren sich die Verabschiedung der „Leipzig-Charta zur nachhaltigen europäischen Stadt“ und der darauf aufbauende Start der Nationalen Stadtentwicklungspolitik zum zehnten Mal. Das Jubiläum wird zum Anlass genommen, Bilanz zu ziehen und über die Weiterentwicklung und Neuausrichtung der Nationalen Stadtentwicklungspolitik nachzudenken.

Der 11. NSP-Bundeskongress in Hamburg im Juni 2017 bietet das geeignete Forum für die Diskussion über die Weiterentwicklung der Nationalen Stadtentwicklungspolitik und den Beginn des Weges zu einer neuen Leipzig-Charta. Diese soll im Rahmen der deutschen EU-Ratspräsidentschaft 2020 verabschiedet werden. Die Leipzig-Charta 2.0 soll im Sinne der Leipzig Charta, der Toledo Deklaration, der Riga Deklaration und des Pakts von Amsterdam fortgeführt werden und ist ein Instrument für die Implementierung der Ziele der europäischen Urban Agenda.

Um in den Vorbereitungs- und Diskussionsprozess möglichst viele Partner, Verbände, Politik, Wissenschaft und Einzelpersonen einzubinden, sind für das erste Halbjahr 2017 verschiedene Veranstaltungen und Aktivitäten vorgesehen.

Diese Seite

© GSB 5.0 - 2013