Ziel des Projekts
Das "Dülkener Ei", die historische Innenstadt der seit 1970 zu Viersen gehörenden Stadt Dülken, hat seit einiger Zeit wie viele andere Innenstädte unter Funktionsverlusten zu leiden. Der Wohnungsbestand passt nicht zu den Bedingungen des demografischen Wandels, ein Teil des Einzelhandels ist ins Viersener Zentrum abgewandert. Zurzeit stehen ca. 30 Ladenlokale mit etwa 2000 qm Fläche leer. Einer drohenden Negativspirale soll durch eine komplexe Offensive zur Stärkung der Innenstadt begegnet werden. Federführend ist dabei die Viersener Stadtverwaltung – aber die privat getragene Dülken AG ist ein zentraler Teil der Aktivitäten.
Aufgabe
Für das Quartier Mondhöfchen sucht die DE-AG eine Zukunft.
Quelle: Urbanizers
Der historische Stadtgrundriss mit seiner kleinteiligen Parzellenstruktur wird den heutigen Ansprüchen des Einzelhandels, des Wohnens und des Verkehrs nur bedingt gerecht. Behutsame Eingriffe im Bestand setzen aber engagierte Eigentümer voraus. Die Dülkener Entwicklungs AG will durch eigene Projekte mit gutem Beispiel vorangehen – und aktiv am Stimmungswandel in Richtung eines positiven Investitionsklimas mitwirken. Dabei arbeitet sie eng mit der Stadtverwaltung Viersen zusammen und beteiligt sich an einer Eigentümerstandortgemeinschaft (ESG), die zum ExWoSt-Forschungsfeld "Eigentümerstandortgemeinschaften im Stadtumbau" gehört. Für die Nationale Stadtentwicklungspolitik beispielhaft ist die private Initiative, die in ein integriertes Handlungskonzept eingebunden ist.
Umsetzung
Die Dülken AG als bürgerschaftliche Initiative wird flankiert von zahlreichen weiteren Aktivitäten. Beispielsweise soll das Wohnen in der Innenstadt gestärkt werden: "Wir haben mittlerweile mehrere Potenzialstandorte ausgewählt", sagt Karen Krätschmer, die bei der Stadt Viersen als Abteilungsleiterin Stadtplanung und Bodenordnung zuständig für die Aktivitäten in Dülken ist. "Wir bemühen uns darum, hier Steine ins Wasser zu werfen – Entwicklungen in Gang zu setzen, die dann Kreise ziehen."
Genau das lässt sich auch von mehreren Bauvorhaben erwarten, die am Tag des Offenen Denkmals Mitte September 2009 erstmals zu besichtigen waren: In einem denkmalgeschützten Gerichtsgebäude entstehen mehrere Wohnungen. Ein paar Schritte weiter haben Restaurierungsarbeiten am Mostertzhaus begonnen. Das ehemalige Wohnhaus einer lokalen Legende geht auf das 17. Jahrhundert zurück, war aber in einem völlig desolaten Zustand, bevor es einen neuen Besitzer aus Aachen fand. Ein weiterer Liebhaber hat sich einer Villa in der Kreuzherrenstraße angenommen.
Noch sind das alles vereinzelte Maßnahmen, aber zusammen vermitteln sie den Eindruck, dass sich etwas tut in Dülken. Diesen Eindruck unterstützen die Stadtverwaltung und die DE-AG nach Kräften: Für das Stadtmarketing ist der Ortsteil Schwerpunkt der Maßnahmen. Mit viel privatem Engagement konnte ein Lichtkonzept entwickelt und punktuell umgesetzt werden, das die Zugänge zur Altstadt buchstäblich ins rechte Licht setzt. Die DE-AG rührt ebenfalls die Werbetrommel für ihre Aktivitäten: Die Erteilung einer Abrissgenehmigung als Voraussetzung für den Baubeginn am Mondhöfchen war Anlass genug, die bereits gefundenen Aktionäre zu einer Party einzuladen. 2,5 Millionen Euro Kapital sind zwar noch nicht zusammen gekommen, aber ohne große Werbung immerhin schon ein sechsstelliger Betrag. Und die bisherigen knapp 100 Aktionäre sind engagierte Botschafter ihrer Stadt und der Idee, deren Abwärtstrend auch mit privatem Kapital umzukehren.

