Integration vor Ort - Kulturelle Vielfalt der Städte und Gemeinden als Chance nutzen
In Deutschland leben rund 15,6 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund, viele von ihnen im städtischen Raum. In einigen Großstädten hat schon heute rund 40 Prozent der Bevölkerung einen Migrationshintergrund.
Aber auch in kleineren Städten und Landkreisen gewinnt Integration an Bedeutung. Hier lebt die Hälfte der Migrantinnen und Migranten in Deutschland. Die kulturelle Vielfalt der Städte und Gemeinden ist ein entscheidendes Zukunftspotenzial. Es gilt, die Vielfalt als Chance zu nutzen, aber auch die Herausforderungen in den Blick zu nehmen.
Mit dem Nationalen Integrationsplan haben Bund, Länder, Kommunen und zivilgesellschaftliche Akteure eine gemeinsame Grundlage für eine nachhaltige Integrationspolitik in Deutschland vorgelegt. Darin wird anerkannt, dass den Kommunen eine entscheidende Rolle für eine erfolgreiche Integration zukommt. Die "Integration vor Ort" ist neben Arbeit und Bildung ein Schlüsselthema der Integrations- und Stadtentwicklungspolitik der Bundesregierung. Viele Kommunen haben inzwischen kommunale Gesamtkonzepte erarbeitet. Daneben rücken sozialräumliche Integrationsstrategien und integrierte Ansätze der Stadtentwicklung (Programm "Soziale Stadt") in den Blickpunkt, um das Zusammenleben und die gesellschaftliche Teilhabe in den durch Zuwanderung geprägten Stadtteilen gezielt zu stärken.
Forschungsfeld "Integration und Stadtteilpolitik" - Modellvorhaben
Mit dem Forschungsfeld "Integration und Stadtteilpolitik" unterstützt die Bundesregierung ausgewählte Modellvorhaben dabei, neue Ansätze kommunaler Integrationspolitik zu erproben. Ziel der Modellvorhaben ist es, die Entwicklungs- und Partizipationschancen von Migrantinnen und Migranten in städtischen Quartieren wirksam zu verbessern. Im Mittelpunkt steht die strukturelle und strategische Verzahnung gesamtstädtischer und stadtteilbezogener Integrationsstrategien, die Vernetzung und interkulturelle Öffnung der Angebote vor Ort sowie die Partizipation von Migrantinnen und Migranten und Migrantenorganisationen an Gestaltungs- und Entscheidungsprozessen. Hierdurch sollen die Rahmenbedingungen und Chancen für eine erfolgreiche Integration verbessert werden.
Beteiligt sind sechs Modellkommunen:
- Nürnberg (Bayern)
- Jena (Thüringen)
- Mülheim an der Ruhr (NRW)
- Hamburg-Nord
- Trier (Rheinland-Pfalz)
- Quakenbrück (Landkreis Osnabrück, Niedersachsen)
Sie werden über zwei Jahre bei der Erarbeitung und praktischen Umsetzung ihrer kommunalen Strategien unterstützt. Das BMVBS hat hierzu eine Forschungsassistenz beauftragt, die das Forschungsfeld begleiten und die Ergebnisse der Modellvorhaben auswerten wird.
Transfer in Politik, Praxis und Fachöffentlichkeit
Das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung setzt damit den Dialog über erfolgreiche Strategien zur Integration vor Ort fort. Der Arbeitsstab der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration war von Beginn an beteiligt. Darüber hinaus sollen die Erfahrungen anderer Bundesressorts, der Länder, der Kommunalen Spitzenverbände und weiterer Partner im Rahmen von Fachgesprächen gezielt einbezogen werden. Die Ergebnisse fließen in die Weiterentwicklung der Integrations- und Stadtentwicklungspolitik der Bundesregierung ein. Auch das Bund-Länder-Programm "Soziale Stadt" soll von den Ergebnissen lernen.
