Ziel des Projekts
Leerstehende Gebäude und brachgefallene Flächen werden oft als negative städtische Folgeerscheinungen eines ökonomischen Strukturwandels wahrgenommen. Man kann es aber auch anders sehen: Leerstand kann ein Potenzial der Stadtentwicklung sein, das – im Wortsinn – Raum für Neues bietet. In Bremen hat man in den vergangenen Jahren gute Erfahrungen mit Zwischennutzungen, also der zeitlich begrenzten Nutzung von leerstehenden Räumen und Brachflächen, gesammelt.
Um Zwischennutzung als innovatives Instrument der Stadtentwicklung zu etablieren und die Weiterentwicklung vom experimentellen Einsatz zur passgenauen Regelanwendung zu fördern, wird im Rahmen des Pilotprojekts die Einrichtung einer Agentur für Zwischennutzung gefördert. Die sogenannte ZwischenZeitZentrale ist im Auftrag des Landes Bremen tätig und ist zentrale, akteursnahe Anlaufstelle für alle an Zwischennutzung Interessierten.
Aufgabe
Sproutbau, Beispiel für ein Kunst- und Wohnprojekt in einem Abrisshaus
Quelle: Daniel Schnier
Die Devise, nach der die Leerstandspotenziale in Bremen genutzt werden sollen, heißt "leerstehende Räume zu vergünstigten Konditionen gegen befristete Nutzung ". Hier entsprechende Impulse zu setzen, ist Aufgabe der ZwischenZeitZentrale.
Ihre Arbeitsfelder sind klar definiert. Sie
- spürt verwaiste Räume und Flächen auf und prüft diese auf ihre Tauglichkeit für Zwischennutzungen,
- gewinnt private Eigentümer zur Bereitstellung der Räume und Flächen,
- entwickelt gemeinsam mit potenziellen Zwischenmietern Konzept für temporäre Nutzungen,
- begleitet die Projekte in der Umsetzung,
- bündelt die Interessen der beteiligten Verwaltungsressorts und
- hilft, den Dialog zwischen Behörden und Zwischennutzern zu gestalten.
Über diese vermittelnden Aktivitäten hinaus kann die ZwischenZeitZentrale auch eigene Zwischennutzungsprojekte initiieren.
Umsetzung
AufAuf, Beispiel für die Bespielung einer Brachfläche
Quelle: Daniel Schnier
In der ersten Projektphase wurden umfangreiche Gespräch mit interessierten Immobilieneigentümern und potentiellen Zwischennutzern geführt, erste Projekte wurden bereits entwickelt und umgesetzt. In der "Bricolage Plantage" konnten sich vor kurzem freie Künstler, Start-Ups und Tüftler ihre Ateliers und Werkstätten einrichten. Die hier ansässige Firma hatte die Räumlichkeiten vor über einem Jahr aufgegeben. Nun ist neues Leben in das Gebäude zurückgekehrt. Informationen über diese und alle weiteren Projekte bzw. leerstehenden Objekte finden sich auf der Internetseite des Projekts.
Im Mai 2010 hat die ZwischenZeitZentrale mit ihren Projektpartnern eine Auftaktkonferenz veranstaltet. Hier wurden erste Zwischennutzungsprojekte vorgestellt. Mit dem Austausch von Erfahrungen mit Zwischennutzungen in anderen Städten hat die Konferenz auch dazu beigetragen, die derzeit bundesweit geführte Diskussion um Zwischennutzungen als innovatives Instrument der Stadtentwicklung voranzubringen. Auch als Mitglied der "koopstadt-Familie", einem weiteren Pilotprojekt der Nationalen Stadtentwicklungspolitik, wird die ZwischenZeitZentrale ihre Erfahrungen mit Zwischennutzungen über den Bremer Zusammenhang hinaus präsentieren.

