Ziel des Projekts
Wie kann man ehrenamtliches Engagement der Bürger im und für den Stadtteil fördern? In Halle-Neustadt, Magdeburg-Reform und dem Ortsteil Bitterfeld in Bitterfeld-Wolfen sollen Engagement-Lotsen dazu beitragen. Sie haben die Aufgabe, in ihren Quartieren Bewohner für ehrenamtliche Tätigkeiten zu gewinnen, eigene Freiwilligenprojekte ins Leben zu rufen und die Akteure des Gemeinwesens zu vernetzen. Um darauf gut vorbereitet zu sein, absolvieren die Engagement-Lotsen eine mehrmonatige Ausbildung. Als zentraler Ansprechpartner für alle Fragen rund ums Ehrenamt ergänzen die Engagement-Lotsen die Arbeit der in den Gebieten tätigen Freiwilligenagenturen und unterstützen das Quartiermanagement.
Aufgabe
Stellungnahmen zum Stadtteil Bitterfeld-Wolfen
Quelle: Uwe Lummitsch
Eine entscheidende Voraussetzung für den Zusammenhalt einer Stadtgesellschaft ist die Identifikation der Bürger mit ihrem jeweiligen Lebensumfeld. Bürgerschaftliches Engagement als Ausdruck einer starken Zivilgesellschaft kann dazu einen großen Beitrag leisten. Wer ehrenamtlich tätig ist, knüpft enge Bindungen zu Stadt und Stadtteil, ermöglicht gesellschaftliche Teilhabe und fördert den sozialen und kulturellen Austausch zwischen unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen.
Gerade in Stadtteilen, die wie die ausgewählten Projektgebiete, komplexe soziale Problemlagen aufweisen, ist starkes bürgerschaftliches Engagement erklärtes Ziel, das in der Praxis aber vielerorts noch nicht befriedigend realisiert ist. Oft fehlt es an Informationen, wie und wo man sich ehrenamtlich engagieren kann. Die ausgebildeten Engagement-Lotsen sollen diese Informationslücken schließen, das vermutete schlummernde Potential bürgerschaftlichen Engagements in den Quartieren wecken und interessierten Bürgern Möglichkeiten aufzeigen, ehrenamtlich aktiv zu werden.
Umsetzung
Staatssekretärin Beate Bröker übergibt die Zertifikate
Quelle: Sulamith Fenkl-Ebert
Engagement-Lotse werden kann jeder, der Interesse an einem guten nachbarschaftlichen Zusammenleben im Quartier hat. Ganz besonders willkommen sind aktive Senioren, die im Stadtteil fest verwurzelt sind sowie Migranten, die eine wichtige Mittlerposition einnehmen können. Die Engagement-Lotsen absolvieren eine umfangreiche Qualifizierung, die die Bereiche Projektmanagement, Öffentlichkeitsarbeit, Moderation und Finanzmanagement umfasst.
Auch nach Abschluss der Ausbildung bleiben die Engagement-Lotsen im Kontakt mit den vor Ort ansässigen Freiwilligenagenturen bzw. dem Quartiermanagement. Zudem finden Vernetzungstreffen zwischen den drei Standorten statt, die Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch bieten. Auf diese Weise entstehen stadtteilbezogenen Strukturen, die bürgerschaftliches Engagement beleben und befördern.
Mittlerweile haben rd. 35 Personen die Ausbildung zu Engagement-Lotsen abgeschlossen. Mit dem Zertifikat in der Tasche werden sie nun ihre eigenen Projekte weiterqualifizieren und dabei mehr und mehr in ihre Multiplikatorenrolle hineinwachsen. Dabei werden sie von hauptamtlichen Mitarbeitern der Freiwilligenagenturen begleitet. Auf diese Weise werden Engagement-Lotsen zu kompetenten Partnern qualifiziert, die nicht „Engagementlücken“ füllen, sondern selbstbewusste Akteure einer engagierten Zivilgesellschaft sind.

