Eine neue Form von Kirchturmpolitik
"Suchet der Stadt bestes!" - mit diesem Bibelzitat des Propheten Jeremiah weist Oberkirchenrat Johannes Stockmeier, Präsident des Diakonischen Werks, bei der Vorstellung des Pilotprojekts "Kirche findet Stadt" im Beisein von Bundesminister Dr. Peter Ramsauer am 14.12. auf die lange Tradition kirchlichen Engagements vor Ort hin.
Von links: Prälat Dr. Peter Neher (Caritas), Bundesminister Dr. Peter Ramsauer und Oberkirchenrat Johannes Stockmeier (Diakonie)
Quelle: Urbanizers
Nach der beeindruckenden Präsentation von drei Referenzstandorten aus Frankfurt am Main, Gelsenkirchen und Mannheim wird deutlich, welchen riesigen Schatz gerade die soziale Stadtentwicklung mit dem Engagement der Kirchen in den Gemeinden besitzt. In der Stadtentwicklung heiß diskutierte Ziele wie die Aktivierung und Bündelung von lokalem Engagement, Sozialraumorientierung, Bürgerbeteiligung und Netzwerkbildung sind hier alltägliche Praxis - und das schon seit über 2000 Jahren. Mehr noch: "Kirche ist die Erfinderin des Netzwerkes, denn sie hat schon immer Menschen zusammengebracht, die eigentlich nichts miteinander zu tun hatten" betont der Vizepräses der EKD Klaus Eberl. Er ordnet dieses christliche Grundprinzip auch theologisch ein: "Ein wichtiges kirchliches Anliegen ist es, den Menschen eine Heimat zu geben, denn darin wird die Freundlichkeit Gottes erlebbar!"
Zu dieser auch in der Weihnachtsgeschichte thematisierten Suche nach Heimat tragen lokale Identität und vor allem das soziale Miteinander in den Gemeinden ganz fundamental bei. Kirche findet Stadt – soviel steht fest, aber findet die Stadt auch die Kirche? Die Nationale Stadtentwicklungspolitik will beim Findungsprozess helfen.
