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5 Jahre Leipzig Charta – Integrierte Stadtentwicklung als Erfolgsbedingung einer nachhaltigen Stadt

Fünf Jahre nach Annahme der LEIPZIG CHARTA anlässlich des Informellen Ministertreffens zur Stadtentwicklung und zum territorialen Zusammenhalt in Leipzig am 24./25. Mai 2007 im Zuge der deutschen EU-Ratspräsidentschaft soll im Rahmen des Projekts bilanziert werden, inwieweit von der LEIPZIG CHARTA Impulse für eine integrierte Stadtentwicklung in den 27 Mitgliedstaaten der EU und ihren Beitrittskandidaten ausgegangen sind bzw. welchen jeweiligen Status Quo entsprechende Politiken dort heute besitzen.
Projektlaufzeit: Oktober 2011 – Oktober 2012

Anlass und Ausgangslage

Ansätze integrierter Stadtentwicklung gewinnen nicht nur in Deutschland, sondern auch in vielen anderen EU-Mitgliedstaaten an Bedeutung. Betont wird dies vor allem in der "LEIPZIG CHARTA zur nachhaltigen europäischen Stadt", die anlässlich des Informellen Ministertreffens zur Stadtentwicklung und zum territorialen Zusammenhalt in Leipzig am 24./25. Mai 2007 im Zuge der deutschen EU-Ratspräsidentschaft (erstes Halbjahr 2007) angenommen wurde. Darin heißt es unter anderem: Die Ministerinnen und Minister verpflichten sich dazu, (…) das Instrument der integrierten Stadtentwicklung voranzubringen (…) [und] die Governance-Strukturen für deren Umsetzung zu unterstützen". Dies geht mit der eindeutigen Stark zusammengefasst stehen in der LEIPZIG CHARTA also zwei Fragen im Vordergrund, denen mit Ansätzen integrierter Stadtentwicklung begegnet werden soll:

  1. Wie können lokales Wirtschaftswachstum, internationale und interregionale ökonomische Konkurrenzfähigkeit und – damit verbunden – die Schaffung neuer Beschäftigungsmöglichkeiten als ein Pfeiler der Zukunftsfähigkeit und -sicherung europäischer Städte erreicht werden?
  2. Wie können dabei Bevölkerungsgruppen und städtische Teilräume, denen eine Abkopplung von lokaler Wirtschaftsentwicklung, dem städtischen Arbeitsmarkt und sozialräumlichen Zusammenhängen droht, an den angestrebten Entwicklungen beteiligt werden, um Städte als gesellschaftliche und räumliche Einheiten zu erhalten?


    Ein Ziel der Untersuchung ist es, die Prozesse der deutschen Initiative Nationale Stadtentwicklungspolitik stärker in einen internationalen Fokus zu stellen. Die Ergebnisse der Studie sollen unter anderem in eine für den Herbst 2012 vom BMVBS geplante Konferenz zur Nationalen Stadtentwicklungspolitik einfließen.

Untersuchungsgegenstand

Die in der LEIPZIG CHARTA festgehaltenen Befunde und Empfehlungen basieren in starkem Maße auf wissenschaftlich-fachlichen Hintergrundpapieren, die im Zuge der Vorbereitung der deutschen EU-Ratspräsidentschaft im Auftrag von BMVBS und damaligem BBR in den Jahren 2005 bis 2007 erstellt wurden. Dazu gehört vor allem ein Rahmenpapier "Integrierte Stadtentwicklung als Erfolgsbedingung einer nachhaltigen Stadt" mit folgenden Elementen:

  • vertiefende Darstellung von Herausforderungen bzw. Problemstellungen der Stadt(teil)entwicklung in Europa,
  • Erarbeitung von Elementen integrierter Stadt(teil)entwicklung unter anderem auf Basis von Erfahrungen mit der Umsetzung des deutschen Bund-Länder-Programms "Soziale Stadt",
  • vergleichende Darstellung nationaler Programme und/oder regionaler oder kommunaler Ansätze einer integrierten, gebietsbezogenen Entwicklung benachteiligter Stadtteile in den 27 EU-Mitgliedstaaten sowie
  • daraus abgeleitete Schlussfolgerungen.

Daneben wurden Fachexpertisen zu den Themen "Städtebauliche Aufwertungsstrategien in benachteiligten Stadtquartieren", "Stärkung der lokalen Ökonomie und der lokalen Arbeitsmarktpolitik in benachteiligten Stadtquartieren", "Aktive Bildungs- und Ausbildungspolitik für Kinder und Jugendliche in benachteiligten Stadtquartieren" sowie "Nachhaltiger Stadtverkehr und benachteiligte Stadtteile" erstellt, deren zentrale Ergebnisse ebenfalls in das Rahmenpapier eingeflossen sind.

Von diesem umfassenden Bericht ausgehend soll nun fünf Jahre nach Annahme der LEIPZIG CHARTA bilanziert werden, inwieweit von der LEIPZIG CHARTA während der vergangenen fünf Jahre Impulse für eine integrierte Stadtentwicklung in den 27 Mitgliedstaaten der EU und ihren Beitrittskandidaten ausgegangen sind bzw. welchen jeweiligen Status Quo entsprechende Politiken dort heute besitzen.

Forschungsfragen

Folgende Fragen stehen dabei im Vordergrund:

  • Welche seit dem Jahr 2007 erarbeiteten Hintergrundpapiere der EU enthalten welche Hinweise oder Verabredungen zur Stärkung integrierter Stadtentwicklung in Europa? Welche europäischen Kooperationsprogramme wie INTERREG und URBACT tragen zur Weiterentwicklung der Ansätze integrierter Stadt(teil)entwicklung bei? Wie wurde die LEIPZIG CHARTA seit ihrer Annahme unter den nachfolgenden Ratspräsidentschaften fortentwickelt?
  • Wie wurde das Instrument integrierte Stadt(teil)entwicklung seit 2007 weiterentwickelt (Elemente, Strategien, Management/Organisation/Governance-Ansätze)?
  • Welche Rolle spielen heute benachteiligte Stadtteile als Fokus integrierter Stadtentwicklung in den 27 EU-Mitgliedstaaten und den Beitrittskandidaten?
  • Welches sind heute die thematischen Schwerpunkte integrierter Stadtentwicklung (für benachteiligte Stadtteile)?
  • Inwieweit ist die LEIPZIG CHARTA in nationale, regionale oder kommunale Strategien integrierter Stadt(teil)entwicklung in den 27 Mitgliedstaaten der EU und ihren Beitrittskandidaten eingeflossen?
  • Welche nationalen Programme und/oder regionalen oder kommunalen Ansätze zur integrierten Stadtentwicklung (benachteiligter Stadtteile) wurden in den 27 Mitgliedstaaten der EU, ihren Beitrittskandidaten, den USA und China sowie einigen der BRISE-Staaten seit 2007 neu aufgelegt oder modifiziert?

Untersuchungsansatz

Zur Beantwortung der Fragen werden unterschiedliche Methoden wie Desktop-Recherchen, Netzwerkarbeit, Sekundäranalysen und Experteninterviews kombiniert:

  1. Identifizierung und vergleichende Analyse von Ansätzen integrierter Stadt(teil)entwicklung
  2. Aufbereitung von drei Fallbeispielen
  3. Abstimmung mit der Urban Development Group (UDG)
  4. Erstellung einer Publikation mit den Projektergebnissen in drei Sprachfassungen (Deutsch, Englisch, Französisch).

Veröffentlichungen des BMVBS / BBSR

Fünf Jahre nach Annahme der "LEIPZIG CHARTA zur nachhaltigen europäischen Stadt" im Rahmen der deutschen EU-Ratspräsidentschaft zieht eine neue Studie eine Zwischenbilanz. Vor welchen Herausforderungen steht die Stadtentwicklung in Europa? Wie verbreitet sind Instrumente der integrierten Stadtentwicklung und wie können diese erfolgreich umgesetzt werden? Das Deutsche Institut für Urbanistik (Difu) hat im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) untersucht, welche Impulse für die integrierte Stadtentwicklung von der LEIPZIG CHARTA ausgingen.

Die Veröffentlichung stellt eine Vielzahl an Strategien vor, mit denen bislang die Staaten der Europäischen Union und darüber hinaus Antworten auf die Fragen der LEIPZIG CHARTA gefunden haben. Diese Antworten spiegeln die Vielfalt der untersuchten Städte wider.

Die Studie macht deutlich: Bei allen Unterschieden gibt es viele gemeinsame Trends. Gerade angesichts knapper werdender Ressourcen werden integrierte Ansätze in der Stadtentwicklungspolitik immer wichtiger. Denn Zusammenarbeit macht stark. Die Beispiele zeigen zudem, dass die Grundsätze der LEIPZIG CHARTA vielerorts Eingang in die Praxis der Kommunen gefunden haben. Und die Erfolge sind beachtlich.

Die Broschüre "5 Jahre LEIPZIG CHARTA" zum download in Deutsch, Englisch und Französisch:

Weitere Veröffentlichungen des BMVBS / BBSR

BMVBS/BBSR (Hrsg.) (2009): Integrierte Stadtentwicklung in Stadtregionen. BBSR-Online-Publikation 37/2009, Berlin.

BMVBS (Hrsg.) (2008): Statusbericht 2008 zum Programm Soziale Stadt. Bearbeiter: Böhme, Christa, Thomas Franke, Wolf-Christian Strauss (Difu). Berlin.

BMVBS/BBR (2007a): Integrierte Stadtentwicklung als Erfolgsbedingung einer nachhaltigen Stadt. BBR-Online-Publikation 8/2007, Berlin.

BMVBS (Hrsg.) (2007b): Integrierte Stadtentwicklung in den 27 Mitgliedstaaten der EU. Berlin.

BMVBS/BBR (Hrsg.) (2007c): Auf dem Weg zu einer nationalen Stadtentwicklungspolitik. Memorandum. Memorandum. Berlin/Bonn.

Auftragnehmer

Difu GmbH
Zimmerstraße 13-15
D-10969 Berlin
Telefon 030 39001-107
Telefax 030 39001-296
E-Mail difu@difu.de
Bearbeiter: Dr. Thomas Franke (Projektleitung), Dipl.-Ing. Christa Böhme, Dipl.-Ing. Wolf-Christian Strauss, Univ.-Prof. Dr.-Ing. Klaus J. Beckmann

Kontakt im Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung

André Müller
Referat I 3 - Europäische Raum- und Stadtentwicklung
Tel: +49 228 99401-2341
andre.mueller@bbr.bund.de

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