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Social Media - Integration in den Referenzrahmen für nachhaltige Stadtentwicklung (RFSC)

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Ausgangslage

Für europäische Städte und Kommunen ergeben sich aus der Entwicklung von Social Media und Sozialen Netzwerken wie z.B. Facebook, YouTube und anderen Diskussions- und Kommunikationsplattformen neue Möglichkeiten, Potenziale, aber auch Notwendigkeiten, mit Bürgen und weiteren Akteuren in Dialog und Austausch zu treten. Ziel des im Juli 2012 begonnenen Forschungsprojektes war die Auswahl und Vorstellung von Social Media-Instrumenten, die für den Einsatz innerhalb des Referenzrahmens für nachhaltige Stadtentwicklung (RFSC) geeignet sind.

Das Projekt Social Media-Integration in diesen Referenzrahmen ist das erste Auftragsvorhaben des BBSR zum Thema Social Media. Die erarbeiteten Ergebnisse können deshalb nur einen ersten Überblick über die Relevanz und die Bandbreite der Thematik liefern.

Was ist der RFSC?

Der Referenzrahmen für nachhaltige Stadtentwicklung ist das Resultat einer engen Zusammenarbeit zwischen den EU-Mitgliedsstaaten, europäischen Institutionen und Organisationen, die Städte und Gemeinden vertraten, sowie Gemeinden und Städten vor Ort. Er geht auf die seit 2007 als politisches Rahmenwerk urbaner Entwicklung bestehende "LEIPZIG CHARTA zur nachhaltigen europäischen Stadt" zurück und fußt auf derzeit 25 Kernindikatoren aus vier Säulen der Nachhaltigkeit (Wirtschaft, Soziales, Umwelt und Governance). Es handelt sich um eine frei zugängliche internetbasierte Anwendung, die lokale Gebietskörperschaften bei ihrer Förderung und Verbesserung einer integrierten nachhaltigen Stadtentwicklung unterstützt.

Ziel

Ziel des Forschungsprojektes war die Vorstellung und Auswahl von Social Media-Instrumenten, die für den Einsatz im Rahmen des RFSC geeignet sind. Die Bearbeitung erfolgte in drei Phasen:

  1. Analyse: Recherche zur Bandbreite und zu Einsatzmöglichkeiten von Social Media-Instrumenten
  2. Integrationsplanung: Prüfung verschiedener Integrationsmöglichkeiten für die Online-Plattform des RFSC und inhaltliche Hilfestellungen
  3. Integrationsbegleitung: Unterstützung des RFSC-Management-Teams und der involvierten Teilnehmerstädte bei der Integration und Nutzung der ausgewählten Social Media-Instrumente

Mittels entsprechenden Informationen, Erklärungen und Anregungen sollen

  • europäischen Städten und deren Beschäftigten in der Verwaltung, ausführenden Stellen und Vertragspartnern ebenso wie
  • Lokalpolitikern, Planern und Bürgern

Vorstellungen über die Möglichkeiten und die Relevanz von Social Media zur Unterstützung auf ihrem Weg zu nachhaltigen europäischen Städten und Gemeinden vermittelt werden.

1. Projektphase (Juli – Oktober 2012)

In der ersten Phase des Forschungsprojektes wurden aus der großen Bandbreite an Sozialen Netzwerken und Medien relevante Bereiche ausgewählt und vorgestellt. Die Auswahl erfolgte unter der Berücksichtigung folgender Kriterien:

  • Europäische Dimension der Instrumente oder Netzwerke,
  • bestehende "Best Practice"-Beispiele in ähnlichem Kontext,
  • die Netzwerke und Instrumente sind innovativ, flexibel und an verschiedene lokale Kontexte anzupassen,
  • nützlich für verschiedene Akteure und Zielgruppen,
  • geeignet für verschiedene Formen von Partizipation, Kommunikation und Interaktion.

2. Projektphase (November 2012 – März 2013)

In der zweiten Projektphase der Integrationsplanung für den RFSCwurde eine Reihe von Social Media-Instrumenten tiefer gehend betrachtet:

  • Facebook
  • Twitter
  • YouTube
  • Blogs
  • Crowdsourcing-Tools sowie
  • Diskussionsplattformen und -foren

Wie in der traditionellen Bürgerbeteiligung können je nach Instrument auch in Social Media verschiedene Stufen der Teilhabe und Aktivität realisiert werden. Im Forschungsprojekt sind deshalb insgesamt sechs verschiedene Kommunikations- und Interaktionsformen definiert und erläutert worden, die den verschiedenen Social Media-Netzwerken und -Instrumenten zugeordnet wurden. Dies sind:

  • Information,
  • Kommunikation,
  • Konsultation,
  • Netzwerken,
  • Zusammenarbeit sowie
  • Entscheiden.

Bei der Betrachtung wurde ein Fokus auf die sehr verschiedenen Einsatzfelder von Social Media aus kommunaler Sicht gelegt. Unterschieden wurde dabei in externe und interne Einsatzfelder.
Hiermit sind auf der einen Seite Möglichkeiten und Potenziale gemeint, bei denen Städte Social Media für die Interaktion und Kommunikation mit ihren Bürgern und weiteren Stakeholdern einsetzen können. Auf der anderen Seite werden im Bereich interne Einsatzfelder sowohl Möglichkeiten als auch Notwendigkeiten für die interne Nutzung beschrieben. Möglichkeiten sind beispielsweise in der inter- und intrakommunalen Kommunikation und Vernetzung zu sehen.

In der zweiten Projektphase wurden außerdem die verschiedenen Prozess-Phasen betrachtet, die innerhalb einer Stadt notwendig sind, um ein Social Media-Instrument oder eine umfassende Social Media-Strategie zu implementieren. Ein wesentlicher Fokus bei der Erarbeitung lag hier auf der Berücksichtigung der drei RFSC-Tools:

  • Entwicklung einer Strategie,
  • Überprüfung des integrierten Ansatzes sowie
  • Bewertung des Projektes.

Zu den einzelnen Phasen der kommunalen Umsetzung einer Social Media-Strategie wurde ein praxisorientierter Leitfaden entwickelt, der es Städten und Gemeinden ermöglicht, die RFSC-Tools sowohl für inhaltliche Anregungen und Hilfestellungen bei der Entwicklung einer Social Media-Strategie einzusetzen als auch für ein anschließendes Monitoring und Evaluation zur Überprüfung der Zielerreichung.

3. Projektphase (von April - August 2013)

In der letzten Projektphase entstand schließlich auf Grundlage der erarbeiteten Inhalte eine Reihe von Publikationen in deutscher und englischer Sprache. Zusätzlich wurde ein Webinar für die Mitglieder der RFSC-Steuerungsgruppe (Member States and Institutions Group – MS/I Group)und das RFSC-Management-Team konzipiert und nach dessen Präsentation zur Verfügung gestellt.

Die Hauptbroschüre deckt insgesamt vier Themenbereiche ab:

  • Die Leipzig Charta und den RFSC und damit verbundene Anknüpfungspunkte für Social Media-Aktivitäten,
  • Terminologie, Relevanz und Funktionalität von Social Media,
  • Vorstellung und Analyse unterschiedlicher Social Media-Anwendungen sowie Anwendungsbeispiele im kommunalen Kontext und
  • Leitfaden zur Integration von Social Media in den RFSC.

Die sechs begleitenden Kurzbroschüren sind in zwei Themenbereiche aufgeteilt:

  • In drei der Broschüren wird jeweils eine konkrete Social Media-Anwendung zur praktischen Nutzung vorgestellt (Facebook, Twitter, Crowdmaps).
  • In den weiteren drei Broschüren werden praktische Leitfäden zur Planung, zur Kommunikation und zum Monitoring einer Social Media-Strategie angeboten.

Ergebnisse

Social Media bietet eine Vielzahl neuer Instrumente und Anwendungsmöglichkeiten für soziale und demokratische Beteiligungsmöglichkeiten in europäischen Städten und Gemeinden. Da das Forschungsprojekt an der Struktur und den Tools des RFSC ausgerichtet ist, können sämtliche Akteure – unabhängig von ihrem individuellen Entwicklungsstatus – darauf zurückgreifen. Der entstandene Social Media-Leitfaden ist damit Teil der umfassenden Materialien, Tools und Trainingsangebote, die innerhalb des RFSC angeboten werden.

Die Ergebnisse des Forschungsprojektes werden in Form einer Haupt- und sechs Kurzbroschüren auf Deutsch und Englisch veröffentlicht. Zudem kann der Endbericht barrierefrei online abgerufen werden.

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