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Kreativwirtschaft und Stadtentwicklung

Foto eines schnitzenden Jungen vor einer bunt besprühten Hauswand. Quelle: BBSR/Hans FriedrichQuelle: BBSR/Hans Friedrich

Bereits seit Anfang der 2000er Jahre werden Kultur- und Kreativwirtschaft als bedeutende Ressourcen der lokalen und regionalen Wirtschaft und der Stadtentwicklung angesehen. Sie beeinflussen eine Vielzahl städtischer Handlungsfelder, von der Quartiersentwicklung bis zur Bildungspolitik, von der städtebaulichen Gestalt bis zur Partizipationskultur. Städte und Regionen werden mehr und mehr als Zentren des Wissens und der Kreativität wahrgenommen. Dabei hat sich ein Begriffsverständnis herausgebildet, das weit über eine branchenmäßige Zuordnung von künstlerisch-kreativer Produktion hinausgeht und eine Vielzahl von Schnittstellen zu Hochschulen und Bildungseinrichtungen, zivilgesellschaftlicher Selbstorganisation und Verwaltungen aufweist.

Doch in der Realität wird Kreativwirtschaft immer noch vorwiegend als Aufgabe der Wirtschaftsförderung behandelt. Auch auf Bundesebene sieht sich v.a. das Wirtschaftsministerium zuständig. Aus dieser verengenden Sichtweise entstehen dann Kreativorte und -quartiere, mit denen ohne lokale Anbindung Städte kreativ gebrandet werden sollen, um in der globalen Konkurrenz um „die Kreativen“ miteifern zu können. Damit bleiben jedoch die Potenziale ungenutzt, die entstehen könnten, wenn die Aktivitäten kreativwirtschaftlicher Akteure stärker in der Stadt- und Quartiersentwicklung berücksichtig würden.

Um diese Potenziale genauer zu betrachten führt das Netzwerk Stadt als Campus mit seiner Geschäftsstelle an der Hochschule Anhalt eine bundesweite Sondierung und Netzwerkbildung durch. Dabei wird ermittelt, welche Aktivitäten kreativer Akteure besondere Wirkungen auf Stadtentwicklung haben und wie Stadtverwaltungen kreative Milieus und die Entstehung kreativer Orte fördern und hierfür gute Rahmenbedingungen schaffen können. Dabei wurde mit kuratierten Interventionen, Living Labs, Creative Places, Kreativquartieren sowie regionalen Kreativstrategien Instrumente auf unterschiedlichen Maßstabsebenen in den Blick genommen und ausgewertet. Der Deutsche Städtetag und der Deutsche Städte- und Gemeindebund unterstützen das Projekt.

Die experimentelle Sondierung „Kreativwirtschaft und Stadtentwicklung“ schließt an ein Projekt an, mit dem die stadtentwicklungspolitischen Potenziale von Kreativität und kreativen Akteuren bereits früher im Rahmen der Nationalen Stadtentwicklungspolitik erprobt wurden - Stadt als Campus. Das aktuelle Projekt wird unter Leitung von Prof. Reiner Schmidt (Hochschule Anhalt) und Dr. Ulrich Berding (Stadt als Campus e.V./planzwei Hannover) durchgeführt. Gefördert wird es im Rahmen der Nationalen Stadtentwicklungspolitik und des Experimentellen Wohnungs- und Städtebaus durch das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI) / Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR).

Die Publikation der Ergebnisse soll im Frühjahr 2020 erfolgen.

Schon jetzt finden Sie weitere Informationen zum Forschungsprojekt und seinen Fallstudien unter:
Videos des Netzwerks "Stadt als Campus"

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