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Vier neue Pilotquartiere ausgewählt

Unter dem Titel „Stadt gemeinsam gestalten! Neue Modelle der Quartiersentwicklung“ suchten die Partner der Nationalen Stadtentwicklungspolitik nach innovativen Lösungen und neuen Modellen einer koproduktiven Stadt. Dem im Mai dieses Jahres veröffentlichten Aufruf folgten bundesweit 100 Projekte verschiedenster Akteure. Ausgewählt wurden vier wegweisende Projekte. Die Bekanntgabe erfolgte im Rahmen des 12. Bundeskongresses der Nationalen Stadtentwicklungspolitik am 18. September 2018 durch den Parlamentarischen Staatssekretär Marco Wanderwitz.

Unter dem Titel „Stadt gemeinsam gestalten! Neue Modelle der Quartiersentwicklung“ suchten die Partner der Nationalen Stadtentwicklungspolitik nach innovativen Lösungen und neuen Modellen einer koproduktiven Stadt. Der bisherige Ansatz der Pilotprojekte wurde skaliert und erstmalig in einem größeren Maßstab angewendet. In „Pilotquartieren“ sollen in partizipativen Prozessen gemeinsame Visionen entwickelt und von den Akteuren im Quartier in einer Vielzahl von Projekten umgesetzt werden.

Dazu wurde im Mai dieses Jahres ein Projektaufruf veröffentlicht, der sich an verschiedene Akteure, wie zivilgesellschaftliche Organisationen und Initiativen, nicht gewinnorientierte Unternehmen, Genossenschaften, Wohnungsgesellschaften, Wohlfahrtsverbände oder Kommunen richtete, die als Initiatoren und Koordinatoren gemeinwohlorientierter Pilotquartiere fungieren. Aus 100 eingegangenen Bewerbungen erfolgte anhand von vorab festgelegten Kriterien eine Vorauswahl, die einem Fach-Gremium zur weiteren Abstimmung vorgelegt wurde. Den zehn überzeugendsten Bewerbungen wurde die Möglichkeit gegeben, sowohl die Projektidee als auch die dahinter stehenden Akteure im Rahmen einer Bereisung vorzustellen.

Die endgültige Auswahl erfolgte im August 2018 durch ein Fach-Gremium der Nationalen Stadtentwicklungspolitik und wurde im Rahmen des 12. Bundeskongresses der Nationalen Stadtentwicklungspolitik am 18. September 2018 durch den Parlamentarischen Staatssekretär Marco Wanderwitz verkündet.

Ausgewählt wurden vier Pilotquartiere aus Altenburg, Hannover, Münster und Nürnberg, die in den kommenden drei Jahren eine Zuwendung erhalten werden. Die Umsetzung wird in diesem Zeitraum durch das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung unterstützt.

Die Pilotquartiere:

Altenburg: Stadtmenschen

Das Projekt „STADTMENSCHEN“ nimmt die Herausforderungen einer schrumpfenden Stadt an und macht die Stadtgesellschaft zum zentralen Akteur des Wandels. Dazu werden vier historisch bedeutsame Orte in der Innenstadt ausgebaut und umgenutzt. Hier sollen verschiedene Themen- und Veranstaltungsformate sowie (sozio-)kulturelle Angebote realisiert werden, um mit der Stadtgesellschaft in einen Dialog zu treten und die Bürgerinnen und Bürger zu eigenem Engagement als „Stadtmenschen“ zu motivieren. Träger des Projektes ist ein Netzwerk aus lokalen (Sozial-)Unternehmen und städtischen Verwaltungsstellen, das in engem Austausch zu weiteren zivilgesellschaftlichen, kommunalen und kirchlichen Kooperationspartnern steht. Die Entwicklung von Projektideen aus der Stadtgesellschaft wird umfangreich unterstützt und reicht von Angeboten zur Ideengenerierung über die Befähigung zur Projektentwicklung bis hin zur tatsächlichen Umsetzung von Projekten durch das Bereitstellen entsprechender Ressourcen.

Hannover: Gesellschaft für außerordentliche Zusammenarbeit

Über 50 zivilgesellschaftliche Initiativen und Unternehmen wollen sich in einem Verein zusammenschließen, der in drei Stadtteilen in Hannover (Linden, Limmer und Nordstadt) sein Betätigungsfeld finden soll. Für diesen Verbund der Akteure wird eine neuartige kooperative Organisationsform entwickelt, die Aktivitäten bündelt und damit eine breite zivilgesellschaftlich getragene Stadtentwicklung organisiert. Im Sinne einer Sharing-Economy schafft der Verbund eine Kommunikationsplattform, um den Austausch von materiellen (Werkzeug, Räume) und nicht-materiellen (Wissen, Know-How) Ressourcen zu ermöglichen.

Als Startpunkt soll die Stadtgesellschaft über das Veranstaltungsformat „100 days – 100 actions“ auf das Projekt aufmerksam gemacht und die Bevölkerung für eine Mitwirkung aktiviert werden. Dabei zeigen die Mitglieder der Gesellschaft ihr vielfältiges gemeinwohlorientiertes Engagement z.B. bei der Nutzbarmachung von Leerstand, der Förderung von Jugendkultur, in Urban Gardening-Projekten oder stadtentwicklungspolitischen Diskursen. Bürger aus den drei Stadtteilen können sich sodann auf eine Förderung eigener Projekte bewerben.

Münster: Hansaforum

Mit dem Projekt „Hansaforum – Gemeinsam Stadt machen, statt machen lassen!“ soll im Münsteraner Hansaviertel ein neuartiges zivilgesellschaftliches Gremium etabliert werden. 200 Bürger werden per Zufallsprinzip ausgewählt und eingeladen, im Forum über die künftige Gestaltung des Quartiers mitzuentscheiden. Besonderen Wert wird dabei auf die Repräsentation aller Bevölkerungsgruppen gelegt. Das regelmäßig tagende Forum entscheidet im Konsens über die Umsetzung und Förderung einzelner Projekte im Quartier, die von engagierten Bürgern, Vereinen, (Sozial-)Unternehmen u.a. vorgeschlagen werden können. Als Leitfaden für die Umsetzung der Projekte soll das Prinzip der Gemeinwohl-Ökonomie dienen.

Das Projekt stützt sich auf die Erfahrungen des Projekts B-Side, in dem seit einigen Jahren die Diskussion um kooperative Stadtentwicklung in Münster vorangetrieben wird und das in den kommenden Jahren zu einem selbstverwalteten Quartierszentrum im Hansaviertel ausgebaut werden soll.

Nürnberg: QU1

Das neue Quartier „QU1“ definiert sich über den U-Bahnlinienverlauf der Linie 1, mit der man innerhalb von 15 Minuten vom Nürnberger Westen in den Süden gelangt. Entlang der U-Bahnlinie ist eine Vielzahl an (gemeinwohlorientierten) Akteuren ansässig, die das Projekt zusammengestalten wollen. Hierzu zählen unter anderem Nachhaltigkeitsvereine, Kulturvereine, Stadtteilarbeitskreise aus Sanierungsgebieten, Sozialarbeiter, das Bewerbungsbüro Kulturhauptstadt, die Nürnberger Verkehrsbetriebe und viele mehr. Die bereits kooperierenden Akteure werden die U-Bahn und ihre Haltestellen als Medium nutzen, um weitere Bürger zu erreichen und zur Mitwirkung zu aktivieren. Hauptziele des Projekts sind die Stärkung des Gemeinsinns und die Erprobung neuer Quartiersentwicklungsansätze (wie z.B. Koproduktionsformate, Crowd-Funding, …).

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