Siegen "Innenstadt"
Siegens Innenstadt gliedert sich topografisch und städtebaulich in Unter- und Oberstadt, die zudem durch Autoverkehrsanlagen separiert sind. Während die „Unterstadt“ durch großförmige Geschäfts- und Bürokomplexe prosperierte, verzeichnete die historische „Oberstadt“ Funktions- und Bedeutungsverluste. Im Interesse einer ausgeglichenen Entwicklungsperspektive beider Zentrumsbereiche streben Stadtpolitik und -verwaltung eine städtebauliche Neuprofilierung insbesondere der „Oberstadt“ an. Dabei spielt die Ansiedlung von Universitätseinrichtungen eine Schlüsselrolle.
Quelle: Plan und Praxis GbR 2016
Siegen (rd. 100.000 Einwohner, Stand 2014) ist Oberzentrum im Verdichtungsraum Südwestfalen. Die Innenstadt besteht aus den Quartieren „Unterstadt“, „Vordere Friedrichstraße“ und „Oberstadt“. Das in steiler Hanglage gelegene, historische Zentrum, die Oberstadt, weist überwiegend eine kleinteilige Bebauung auf. Lediglich einige städtebauliche Dominanten verschiedener Epochen unterbrechen die kleinteilige Struktur. Diese Dominanten sind unteres und oberes Schloss, Rathaus und Markt, Kirchen, ein Kaufhaus und ein Krankenhauskomplex. In der Unterstadt hat sich zwischen Bahnhof und der Sieg die Hauptgeschäftslage mit großflächigem Einzelhandel und Dienstleistungen etabliert.
Die Oberstadt ist historisch gewachsen und durch zahlreiche inhabergeführte Fachgeschäfte geprägt. Dieser Einzelhandelsstandort erlangte seit den 1970er Jahren mit einer Fußgängerzone und Warenhäusern überörtliche Bedeutung. Im Zuge des Strukturwandels im Einzelhandel verlor die Oberstadt jedoch an Anziehungskraft. Neue Einkaufszentren wie „City-Galerie“ und „Sieg-Carré“ in der Unterstadt führten dazu, dass die Besucherfrequenzen in der Oberstadt zurückgingen. Dort mussten in der Folge inhabergeführte Geschäfte schließen. Demgegenüber prosperierte die Unterstadt zwar wirtschaftlich, war zugleich aber mit Gestalt- und Aufenthaltsdefiziten in den öffentlichen Räumen konfrontiert.
