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Oberammergau - atmende Strukturen

Zur Person

Name:
Nadja Häupl

Jahrgang:
1974

Stationen Ausbildung:
TU Dresden, Studium als Fulbright Stipendiatin an der University of Oregon, USA

Derzeitiger Arbeitsplatz/Universitätsstandort der Doktorarbeit:
Technische Universität München, Fakultät für Architektur Forschungsverbund Urbanlandscape, Lehrstuhl für Planen und Bauen im Ländlichen Raum, Nachfolge Prof. Matthias Reichenbach-Klinke

Forschung

Art des Projekts, Status:
eigenes Forschungsprojekt, laufend

Titel (Arbeitstitel):
Oberammergau - atmende Strukturen

Themenschwerpunkt Nationale Stadtentwicklungspolitik:
Baukultur

Kurzbeschreibung:
Ländliche Gemeinden sind in ihrer wirtschaftlichen Ausrichtung zunehmend vom Tourismus abhängig und damit Fragen ausgesetzt wie der Ausrichtung ihres Erscheinungsbildes und der Reaktion auf oft erhebliche saisonale Schwankungen. Exemplarisch lässt sich dies für den oberbayerischen Ort Oberammergau diskutieren.

Im zehnjährigen Turnus und das nächste Mal von Mai bis Oktober 2010 verdoppelt sich in täglich neuer "Besetzung" dessen Einwohnerzahl von ca. 5.000 auf 10.000 durch die Besucher der weltberühmt gewordenen Passionsspiele. Es ist offensichtlich, dass dem touristischen Ansturm nicht gänzlich mit festen Infrastrukturen begegnet werden kann, die dann über 9 ½ Jahre mit unzureichender Auslastung kämpfen – oder anders betrachtet: ein Dorf städtische Infrastrukturen unterhalten muss. Es gilt vielmehr, über temporäre oder "atmende" Strukturen den Ort aufzurüsten. Dabei sollten diese Strukturen städtebaulich und architektonisch den Ort nicht nur zur Passion aufwerten, sondern als eine Art Erinnerung oder Fußabdruck, als neue Identität auch die Jahre dazwischen den Ort bereichernd überdauern.

Auf der Suche nach dem "passenden Erscheinungsbild" hoffen viele Orte in der Errichtung einer Fußgängerpassage vor allem für die notwendigen, aber oft nicht sonderlich geliebten Touristen öffentlichen Freiraum zur Verfügung zu stellen und verkennen damit das originäre Potential dörflicher Anlagen, in der Gleichrangigkeit aller Verkehrsarten und daher in einem nicht ausdifferenzierten Platz- und Wegenetz, größtmögliche Begegnungsfläche darzustellen. Gerade Oberammergau als ungeplant gewachsene und eng verdichtete bäuerliche Haufensiedlung sollte sein komplexes wie reizvolles Netz aus Freiräumen unter dieser Prämisse instrumentalisieren.

Weitere Forschungsvorhaben/-interessen:

  • Vernakuläre Architektur – ortsbezogenes Bauen: Anlass zu Entwurfskriterien
  • Klassizismus auf dem Lande: Betrachtungen und Inbesitznahmen der Landschaft unter moralischem Anspruch und idealisiertem Architekturimport

Kontakt

Nadja Häupl
Arcisstr. 21
80333 München
Tel.: 089 - 289 22340
E-Mail: nadja.haeupl@tum.de

Zusatzinformationen

Projektträger

  • Häupl, Nadja

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