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Die Aschaffenburger Schlossterrassen im Mainuferpark

Die in zentraler Lage zwischen dem Aschaffenburger Schloss und der Willigisbrücke gelegenen Mainwiesen stellen derzeit einen Naherholungsraum mit Defiziten dar. Die Schlossterrassen direkt unterhalb des Schloss Johannisburg werden großflächig als Parkraum genutzt. Die Nutzung des Gesamtareals hat in der Vergangenheit immer wieder zu Konflikten geführt. Die Stadt möchte mit diesem Pilotprojekt alle Aschaffenburger auf den Weg zu einer umfassenden Neugestaltung des Mainufers mitnehmen.

Ziel des Projekts

Die in zentraler Lage zwischen dem Aschaffenburger Schloss und der Willigisbrücke gelegenen Mainwiesen stellen derzeit einen Naherholungsraum mit Defiziten dar. Die Schlossterrassen direkt unterhalb des Schloss Johannisburg werden großflächig als Parkraum genutzt. Die Nutzung des Gesamtareals hat in der Vergangenheit immer wieder zu Konflikten geführt. Die Stadt möchte mit diesem Pilotprojekt alle Aschaffenburger auf den Weg zu einer umfassenden Neugestaltung des Mainufers mitnehmen. Mit Hilfe neuartiger Beteiligungsansätze sollen nun inbesondere sonst schwer zu erreichende Nutzergruppen angesprochen werden und an der Konkretisierung der Planungsansätze aktiv mitwirken.

Aufgabe

In den letzten Jahren sind immer wieder Konflikte zwischen den unterschiedlichen Interessen der Nutzer der zentrumsnahen Mainpromenade deutlich geworden. Insbesondere die unbefriedigende Parksituation unterhalb des Schlosses und der gleichzeitige Anspruch an die Freiraumgestaltung und -nutzung sorgten für kontroverse Diskussion. Auf Initiative des Oberbürgermeisters wurde ein "Schlossterrassenbeirat" gebildet, der unterschiedliche Interessengruppen vertritt. Drei Plangutachter erarbeiteten alternative Gestaltungsentwürfe, die 2011 einem breiten Publikum präsentiert wurden. Im Rahmen des Pilotprojekts sollte nun auf Grundlage der Entwürfe der Austausch zwischen den Gruppen begleitet und moderiert werden, zugleich sollten schwer zu erreichende Nutzergruppen in den Beteiligungsprozess integriert werden.

Dabei sollte auch ein bürgergetragener Konsens hinsichtlich der Parkraumproblematik gefunden werden, der zudem die bessere Anbindung der Terrassen an die Oberstadt ermöglicht und dem bestehenden Fuß- und Radverkehr adäquaten Raum gibt. Die Etablierung gastronomischer Einrichtungen und der Erhalt eines historischen Kettenschleppschiffs sowie der Ausbau von Zugängen für den Wassersport sollten sowohl den Einheimischen zugute kommen als auch die bessere Ausschöpfung des touristischen Potenzials ermöglichen.

Umsetzung

Um mit diesem Verfahren Menschen zu erreichen, die bislang kaum oder gar nicht am Planungsprozess teilhatten, wurde ein niedrigschwelliger Ansatz verfolgt. Kernstück und fulminanter Auftakt des Beteiligungsprozesses war die Durchführung einer Bürgerwerkstatt in Form eines "Planungs-Picknicks". Zum Mainuferfest kamen über 4.000 Besucher, um sich zu informieren, zu kommentieren oder eigene Vorschläge für die Umgestaltung einzureichen. Als offene Veranstaltung vor Ort konzipiert, ermöglichte sie in einer Erlebnis-Atmosphäre das gegenseitige Kennenlernen und erleichterte das Verständnis für andere Nutzerinteressen. Dieser "Perspektiven-Wechsel" für die Bürger ermöglichte eine Sensibilisierung und Identifikation breiter Schichten der Bürgerschaft mit dem Projekt der Mainwiesen-Umgestaltung. Eine Open-Air-Dauerausstellung und ein interaktiver Internetauftritt dokumentierten den Prozess fortlaufend und boten stetige Beteiligungsmöglichkeiten.

Die Zusammenarbeit mit dem Stadtjugendring zielte individuell auf eine in der Stadtentwicklung oft vernachlässigte Nutzergruppe. Die Medien Jugendradio und Internet / Social Media fanden hier intensiv betreuten Einsatz, haben großes Interesse geweckt und die Interaktion mit den Jugendlichen befördert. Erstmalig fand auch das VHS -Sommercamp der Volkshochschule in Kooperation mit der Stadtplanung auf den Mainwiesen statt und machte Erwachsenenbildung als Grundlage von Bürgerbeteiligung zum Thema. Die VHS -Kurse wurden durch eine offene Planungswerkstatt ergänzt.

Die erfreulich große Beteiligung der Bürgerschaft an den Projektmodulen des Pilotprojekts, bei denen über 500 Vorschläge und Projektideen für das Areal gesammelt wurden, hat zu verstärktem öffentlichen Rückenwind geführt. Die Menschen konnten auch die "Rückeroberung" des kritisch diskutierten Parkplatzbereichs direkt erleben und zugleich den neu entstehenden Spiel- und Freiraum erahnen. Eine einfache temporäre Bühneninstallation als "Sommerbühne" zur freien, kulturellen Nutzung oder Treffpunkt wurde als erster "Bürgerwunsch" bereits in 2012 umgesetzt. Ebenso wurden die Wasserzugänge mit einfachen Mitteln wieder attraktiver gestaltet und mit Sitzmöglichkeiten versehen, auch dies eine Anregung aus dem Beteiligungsprozess. In 2013 folgten ein Biergarten sowie ein Teststreifen für einen Fahrradweg und ein Konturmodell des Schleppschiffes, das vor Ort aufgebaut werden soll.

Fazit

Das Verfahren hat einen erheblichen Einfluss auf die Strategie der Stadt zur Umgestaltung des Mainufers gehabt. In allen Phasen der Bürgerbeteiligung wurde deutlich transportiert, dass die Bürgerschaft große gestalterische Eingriffe in die Landschaft ablehnt. Befürwortet wurde eher eine sanfte Weiterentwicklung der Fläche unter Erhalt der bisherigen Nutzungen. Die gewünschten Maßnahmen waren also mehr als Ergänzung der Fläche zu sehen (z.B. Biergarten) oder als Entschärfung von konkreten Nutzungskonflikten (z.B. Thema Radweg). Interessant war die Entwicklung im Laufe des Projektzeitraumes in Bezug auf das Thema Parkplatz. Je mehr Ideen und Nutzungskonzepte entwickelt wurden, desto deutlicher wurde der Wunsch nach Reduzierung des Parkplatzes geäußert. Die Teilplanungen für die Zwischennutzungen sollen nun zu einem neuen Gesamtkonzept für den Bereich zusammengefügt werden.

Zusatzinformationen

Projektträger

  • Stadt Aschaffenburg

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