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Forum City-Bahnhof Ulm

Die Neugestaltung des Hauptbahnhofs ist eines der Schlüsselprojekte der Ulmer Stadtentwicklung. Bereits 2011 fand ein städtebaulicher Ideenwettbewerb statt, der Vorschläge für eine neue Bahnhofshalle und einen neuen Bahnhofsplatz, die städtebauliche Neuordnung des umliegenden Gebiets bis ins Quartier rund ums Theater sowie die Herstellung von Verbindungswegen zum Gegenstand hatte.

Ziel des Projekts

Die Neugestaltung des Hauptbahnhofs ist eines der Schlüsselprojekte der Ulmer Stadtentwicklung. Bereits 2011 fand ein städtebaulicher Ideenwettbewerb statt, der Vorschläge für eine neue Bahnhofshalle und einen neuen Bahnhofsplatz, die städtebauliche Neuordnung des umliegenden Gebiets bis ins Quartier rund ums Theater sowie die Herstellung von Verbindungswegen zum Gegenstand hatte. Der begonnene Bürgerdialog sollte 2012 und 2013 mit Unterstützung der Nationalen Stadtentwicklungspolitik intensiviert und auf die ersten konkreten Planungsschritte hin fokussiert werden. Die intensive Einbeziehung aller Nutzergruppen in die wohl wichtigste städtebauliche Aufgabe Ulms im 21. Jahrhundert sollte Akzeptanz für die tiefgreifende Umgestaltung des Ulmer Bahnhofsumfelds schaffen.

Aufgabe

Der Ulmer Hauptbahnhof ist schon heute den bis zu 40.000 Reisenden, die ihn täglich frequentieren, kaum mehr gewachsen. Mit dem Hochgeschwindigkeitsausbau der Bahnstrecke Stuttgart-Ulm nimmt die Bedeutung der Donaustadt als Eisenbahnknoten weiter zu. Der erforderliche Neubau des Bahnhofs wirkt als Entwicklungsimpuls für das gesamte Bahnhofsumfeld. Hier sollten verschiedene untergenutzte Flächen städtebaulich umgestaltet und für innenstadtgemäße Nutzungen wie Dienstleistungen und Einzelhandel, aber auch Wohnen entwickelt werden. Außerdem sollten die Straßenführungen am Bahnhof neu organisiert und Parkgaragen geschaffen werden. Es ist das mit Abstand größte städtebauliche Vorhaben in der Stadt seit Jahrzehnten und bewegt die Gemüter der Ulmer Bürger schon alleine durch seine Größendimensionen.

Dass ein solches Großprojekt nicht auf einhellige Zustimmung stößt, war den Ulmer Planern von Beginn an klar: Es ist mit umfangreichen Eingriffen in den Bestand verbunden: Vorhandene Gebäude müssen abgerissen werden, bisherige Nutzer müssen umziehen, ein unterirdischer Bachlauf muss verlegt werden. Auch die weiter steigende Nutzungsintensität, die Konkurrenz unterschiedlicher Einzelhandelsstandorte sowie Kosten- und Finanzierungsaspekte sorgen für Konfliktpotential. Andererseits bieten sich, z.B. durch die Umgestaltung von Grün- und Freiflächen und die Neuorganisation von Straßen- und Stellplatzflächen, Erneuerungschancen, die im Rahmen des Beteiligungsprozesses gewichtet werden können.
Die komplexe Aufgabe bewog die Stadtplaner, die Bürger weit mehr als gesetzlich vorgeschrieben an den Zukunftsplänen für das Bahnhofsumfeld zu beteiligen.

Umsetzung

Das "Forum Citybahnhof Ulm" ist als dauerhafter und kontinuierlicher Beteiligungsprozess angelegt, der das Stadtentwicklungsprojekt "Citybahnhof Ulm" bis mindestens ca. 2020 begleiten soll. Dabei sollten sich intensive Dialogphasen zu den einzelnen Arealen mit Planungs- und Realisierungsphasen abwechseln.

Bürgerwerkstätten, Anhörungen, Foren, Bürgerversammlungen und Runde Tische wurden zu einem ganzheitlichen Beteiligungskonzept zusammengefasst. Digitale Medien wurden z.B. für moderierte Onlineforen genutzt: Schon das erste Internetforum zur Neugestaltung des Bahnhofs 2011 stieß auf reges Interesse.

Die Zielgruppen des Beteiligungsverfahrens wurden in fünf Foren zusammengefasst:

  1. Die Bürgerwerkstatt bildete die Plattform für interessierte Bürgerinnen und Bürger und bürgerschaftliche Initiativen.
  2. Das Forum der Anlieger und direkt Betroffenen richtete sich an lokale Stakeholder.
  3. Im Planerforum traf sich die Fachöffentlichkeit einschließlich Vertretern der Architektenkammer.
  4. Das Verkehrsforum arbeitete mit Verkehrsdienstleistern und -verbänden an infrastrukturellen Fachfragen.
  5. Im Forum Wirtschaft und Gesellschaft waren die Träger öffentlicher Belange, Hochschulen und Wirtschaftsvertreter organisiert.

Eine erste Bürgerbeteiligungsphase fand im Vor- und Umfeld des Ideenwettbewerbs statt, Bürgerbeteiligung und Realisierungswettbewerb fokussierten schließlich auf die städtischen Flächen. Erste Ergebnisse waren bereits Mitte Januar 2012 bei einem öffentlichen Runden Tisch vorgestellt und mit Empfehlungen an den Gemeinderat verbunden worden. Fragen der Anbindung sowie der Qualität und Nutzung der Neubauten waren es, die vor allem diskutiert wurden.

Aufgrund veränderter Rahmenbedingungen ergab sich im laufenden Prozess die Notwendigkeit einer grundlegenden Neukonzeptionierung der Planungen und auch des Beteiligungsverfahrens. Dafür wurde im Juli 2013 ein zusätzlicher Runder Tisch einberufen, der die Änderungen des Vorgehens bei Planung und Beteiligung transparent machte.

Auf Kärtchen sammelten die Bürger bei einem Forum ihre Ideen Bürgerideen zum BahnhofsumfeldBürgerideen zum Bahnhofsumfeld Quelle: Stadt Ulm

Fazit

Die Widrigkeiten, mit denen das Pilotprojekt zu kämpfen hatte, waren umfangreich. So zeigte das ursprünglich sehr transparent und bürgernah angelegte Beteiligungsverfahren, dass Bürgerbeteiligung angesichts komplexer und wechselnder Rahmenbedingungen selbst bei großen Anstrengungen und ständiger Abstimmung mit Projektträger und Stadtpolitik nur schwer erfolgreich durchzuführen ist. Nicht zuletzt aufgrund dieser Erkenntnis beschloss der Bauausschuss im Juli 2013 parallel zum laufenden Verfahren rund um den Citybahnhof neue Leitlinien für die Bürgerbeteiligung. Zudem verständigte sich der Ausschuss darauf, die Ulm Messe als Dienstleister einzubinden, um die Verwaltung in Zukunft bei Organisation und Umsetzung von Bürgerbeteiligungsprojekten zu entlasten.

Zusatzinformationen

Projektträger

  • Stadt Ulm

Ansprechpartner

  • Stadt Ulm
    Hauptabteilung Stadtplanung, Umwelt und Baurecht
    Münchner Straße 2 89073 Ulm
  • Telefon: 0731 1616156

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