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Denk mal Straße als Freiraum

Mit dem Pilotprojekt "Denk mal Straße als Freiraum" wurden die Grebensteiner und Grebensteinerinnen zu einer ganz anderen Diskussion über die zukünftige Entwicklung der Altstadt und der gesamten Entwicklung ihrer Stadt Grebenstein aufgefordert.

Ziel des Projekts

Mit dem Pilotprojekt "Denk mal Straße als Freiraum" wurden die Grebensteiner und Grebensteinerinnen zu einer ganz anderen Diskussion über die zukünftige Entwicklung der Altstadt und der gesamten Entwicklung ihrer Stadt Grebenstein aufgefordert. Gemeinsam wurden Veranstaltungen, Aktionen und innovative Konzepte für die Gestaltung der städtischen Freiräume und des Verkehrs entwickelt, die zur Stärkung der Altstadt beitragen sollen.

Aufgabe

Ein Ausgangspunkt der Nationalen Stadtentwicklungspolitik ist es, das Erbe der europäischen Stadt den veränderten Lebensstilen und -weisen so anzupassen, dass eine ausgeglichene Balance zwischen Lebensqualität und baukulturellem Erbe im Stadtquartier entsteht. Die Aufenthaltsqualität und der Erlebniswert auf den Straßen und Plätzen von Alt- und Innenstädten spielen hierfür eine zentrale Rolle. Für das Wohnen, den Einzelhandel und den Tourismus bilden die öffentlichen Freiräume den Ort, an dem alles zusammenkommt.

Die Altstadt von Grebenstein ist ein herausragendes Beispiel europäischer Stadtbaukultur, das sich durch seine außergewöhnliche Geschlossenheit und hohen Erhaltungsgrad auszeichnet. Seit den 1970er Jahren hat die Stadt intensiv in den historisch wertvollen Gebäudebestand investiert. Heute steht die Erlebnis- und Aufenthaltsqualität auf den Straßen und Plätzen Grebensteins im Vordergrund der Stadtentwicklung. Die Altstadt wird nun als Wohnstandort und Nahversorgungszentrum aufgewertet. Mit der notwendig gewordenen Sanierung des technischen Leitungsnetzes unter den Straßen und Plätzen der Altstadt bietet sich die einmalige Chance zur Realisierung innovativer Umgestaltungsmaßnahmen für die öffentlichen Freiräume.

Umsetzung

Für die Umsetzung guter Gestaltungsideen war die unmittelbare Einbindung der Grebensteiner Bürgerschaft von ausschlaggebender Bedeutung. Initiiert wurde deshalb ein Diskussionsprozess, der zu einem von Bürgern und Stadt gemeinsam getragenen Freiraum- und Verkehrskonzept führen sollte. Ziel des Prozesses war es, die denkmalgeschützte Gesamtanlage als Stadtraum insgesamt zur Geltung zu bringen.

Parallel zur stetigen Diskussion vor Ort fanden Exkursionen der Stadtverordneten zu vorbildlichen städtischen Freiraum- und Verkehrsprojekten in denkmalgeschützten Bereichen statt. Außerdem wurde eine entsprechende Best-Practice-Sammlung erstellt. Nach Archivrecherchen und einer Bestandsaufnahme von Potenzialen und Defiziten auf den Straßen und Plätzen der Altstadt fanden über hundert Einzelgesprächen mit Grebensteiner Bürgern statt um "Grebenstein zu verstehen, warum es so ist, wie es ist". Dieser ergebnisoffene Ansatz lieferte umfangreiches Ausgangsmaterial für Veranstaltungen und Aktionen, die Wegbereiter des eigentlichen Freiraum- und Verkehrskonzepts waren.

Mit der Auftaktveranstaltung am 14. September 2008 wurde die ganze Stadt auf das Projekt aufmerksam gemacht. Die Schaufenster vieler Ladenlokale wurden zur "Galerie am Freiraum Straße" und zeigten Geschichte und Geschichten aus Grebenstein. Mit der feierlichen Eröffnung von Nachbildungen des Immenhäuser Tors und des historischen Markbrunnens wurde die gestalterische Intention des Projekts deutlich gemacht. Durch die positive Stimmung konnten viele Grebensteiner als Akteure für Projektgruppen gefunden werden.

Die Aktion "100+1 Plätze – Stühlerücken in Grebenstein" fand ihren Höhepunkt am Pfingstsonntag 2009. Überall in der Altstadt konnten Orte und Räume mit verdeckten oder bisher übersehenen Potenzialen besichtigt und bewertet werden. Einer der Plätze konnte bereits neu gestaltet und aus Anlass des Aktionstages eingeweiht werden.

Der Tag des offenen Denkmals am 13. September 2009 setzte den offiziellen Schlusspunkt des Pilotprojektes. Ein eigenes Bier, ein unter Denkmalschutz gestellter Gewölbekeller und die Ankündigung, dass die Werbegemeinschaft zukünftig den Tag des offenen Denkmals gestaltet, zeigen die Breite der Unterstützung des Projektes.

Zwischen den Aktionstagen wurde in den Projektgruppen intensiv gearbeitet. Das bleibt auch nach Abschluss des Pilotprojektes der Fall. Die "Stadtgruppe" konferiert regelmäßig mit dem Bürgermeister und wird umgekehrt über aktuelle Veränderungen direkt informiert.

Nicht zuletzt durch das hohe Engagement aller Akteure konnte mit der Umsetzung des Freiraum- und Verkehrskonzeptes früher als gedacht begonnen werden. Grebenstein ist erfolgreich im Förderprogramm "Aktive Kernbereiche" des Landes Hessen für die nächsten acht bis zehn Jahre verankert. Die Finanzierung des Umbaus der "Visitenkarte" Grebensteins, der Landesstraße 3233, die mitten durch die Altstadt verläuft, wurde deshalb auch vom Land Hessen bereits für 2009 statt ursprünglich 2014 vorgesehen.

Fazit

Das Grebensteiner Verfahren zeichnet sich durch Bausteine aus, die von hoher Individualität und großem kreativen Potential geprägt sind. Sie greifen wie selbstverständlich ineinander und der Übergang in die Verstetigung scheint ohne die schiebende Kraft von "Kümmerern" zu funktionieren. Ganz so ist es freilich nicht. Der zu Anfang vorgenommene Kraftakt über 100 Gespräche mit Bürgern der Stadt zu führen schafft nicht nur eine große Bandbreite an Material, er vermittelt auch hohes Interesse, dass sich tatsächlich etwas verändern soll. Es waren dieses Material und das vorgelebte Engagement, das die ersten Ideen zutage förderte.

In Grebenstein führte kein übergeordnetes Konzept zum Ziel, sondern der Versuch über ein ergebnisoffenes Verfahren möglichst viel zu erreichen. Im besten Sinne konnten die Bürger der Stadt Grebenstein dadurch ihre Stadtgesellschaft als Gefüge lebendiger Kooperationen erleben. Das kann, ab einem gewissen Punkt – wenn das Verfahren gegenseitiger Abstimmung verinnerlicht ist und erkannt wurde, dass es in einer lebendigen Bürgerschaft nicht um die Durchsetzung der eigenen Interessen geht – zum Selbstläufer werden. Die Übertragbarkeit des Ansatzes ist sehr hoch, wenn echte Ergebnisoffenheit von allen Seiten als Voraussetzung akzeptiert wird.

Eine Portrait zum Pilotprojekt findet sich im stadt:pilot 01.

Zusatzinformationen

Projektträger

  • Stadt Grebenstein Bürgermeister

Ansprechpartner

  • BiP - Büro für integrierte Planung
    Rau, Holz-Rau GbR

    Am Surck 22 44225 Dortmund
  • Petra RauPetra Rau

    Telefon: 0231 5589889
  • Stadt Grebenstein
    Bürgermeister

    34389 Grebenstein
  • Danny Sutor (Bürgermeister)

    Telefon: 05674 70511

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