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Genossenschaftliche Wege in der Stadtentwicklung -
Partnerschaftlich für Wohnen, Gewerbe und Kultur

Im Rahmen des Projektes sollen aufbauend auf einem gemeinsamen städtebaulichen Leitbild Schlüsselvorhaben definiert werden, mit denen Entwicklungsimpulse für das Gelände der ehemaligen Papierfabrik Weißenstein gesetzt werden können.

Ziel des Projekts

Die seit 2001 leerstehende Papierfabrik Weißenstein liegt zwischen Wald und Nagoldfelsen und prägt das Ortsbild des Pforzheimer Stadtteils Dillweißenstein. Die Gebäude, teilweilweise baukulturelle Zeugnisse unterschiedlicher Epochen des Industriezeitalters, sind mittlerweile von akutem Verfall bedroht. Ideen für eine neue Nutzung gibt es viele, und die Bereitschaft zu zivilgesellschaftlichem Engagement ist hoch. Im Rahmen des Projektes sollen aufbauend auf einem gemeinsamen städtebaulichen Leitbild nun Schlüsselvorhaben definiert werden, mit denen Entwicklungsimpulse für das Gelände gesetzt werden können. Parallel gilt es, ein wirtschaftlich tragfähiges Konzept zu finden, mit dem möglichst viel der historischen Bausubstanz erhalten werden kann und weitere Investitionen ermöglicht werden.

Aufgabe

Die Stadt Pforzheim strebt für den Standort der ehemaligen Papierfabrik eine nachhaltige städtebauliche Entwicklung an und möchte zumindest Teile der Bausubstanz vor dem Verfall bewahren. Schon kurz nach der Schließung der Fabrik entwickelten engagierte Pforzheimer Nachnutzungsideen für das Areal, seit 2004 haben sie sich in der "Gewerbekultur" genossenschaftlich organisiert und streben einen Kauf des Geländes an. Durch überhöhte Gewinnerwartungen des Eigentümers und in der Vergangenheit geringes Interesse an einem Dialog mit der Genossenschaft war der Prozess aber lange blockiert – mit nachteiligen Folgen für die historischen Gebäude und die Umsetzbarkeit des Gesamtkonzepts.

Mit der Baugenossenschaft Arlinger ist ein erfahrener privatwirtschaftlicher Akteur in den Prozess eingebunden worden, der u.a. unterstützend bei den vielfältigen Fragen des Genossenschaftsrechts tätig werden kann, aber auch selbst Entwicklungspotenziale auf dem Areal sieht.

Umsetzung

Im Rahmen der Laufzeit des Pilotprojekts der Nationalen Stadtentwicklungspolitik soll in drei Phasen die Entwicklung am Standort so weit vorangetrieben werden, dass umsetzungsreife Planungen vorliegen.

Am Anfang der Konzeptphase stand eine grundlegende Verständigung der Partner über die Erwartungen und Zielvorstellungen sowie die gemeinsame Erarbeitung einer Umfeld-Analyse. Dabei wurden potenzielle Stolpersteine für das Projekt ebenso zu Tage gefördert wie Zielvorgaben für die Projektsteuerung entwickelt. Auch eine aktuelle Substanzuntersuchung mit Sanierungskonzept war erforderlich, um der Gewerbekultur die Möglichkeit zu geben, ihre Vorstellungen zu präzisieren und mit konkreten Kalkulationen zu unterlegen. Die detaillierten Nutzungskonzepte und ihre finanzielle Untersetzung werden nun von Entwicklungsträger-Teams (ETT) fortgeschrieben, die jeweils die Zuständigkeit für ein Gebäude oder einen Gebäudeteil übernehmen.

In der integrativen Phase geht es nun vor allem darum, auf Basis der Nutzungsüberlegungen und Entwicklungsträgerschaften Strategien und Maßnahmen zu entwickeln, mit deren Hilfe das Netzwerk für den Standort verbreitert werden kann und neue Akteure gewonnen werden können. Der Internetauftritt der Gewerbekultur, Printmedien, aber auch Veranstaltungen und Ausstellungen sind mögliche Bausteine eines Werbekonzepts, das im 1. Halbjahr 2010 im Detail erarbeitet werden soll.

Während der Konkretisierungsphase soll zunächst das Sanierungskonzept soweit ergänzt werden, dass die Erstellung einer Finanzierungsplanung sinnvoll möglich wird. Auf dieser Grundlage sind dann Maßnahmen und Untersuchungen möglich, mit denen die Realisierung des Projekts weiter vorangetrieben wird.

Das Pilotprojekt hat also alle Schritte zum Gegenstand, die den Entwicklungsprozess zur Umnutzung und Reaktivierung der Papierfabrik anstoßen und konsolidieren können. Dazu gehört auch die Sondierung, wie nach Ende des Pilotprojekts konkrete Umbaumaßnahmen finanziert und umgesetzt werden können. Um den Wert eines solchen Entwicklungsprozesses mit moderierten Bausteinen und gezielter Qualifizierung der Schlüsselakteure für eine nachhaltige Stadtentwicklung zu prüfen, ist eine prozessbegleitende Evaluierung fester Baustein des Gesamtprojekts.

Zusatzinformationen

Projektträger

  • Stadt Pforzheim

Ansprechpartner

  • Stadt Pforzheim
    Amt für Stadtplanung, Liegenschaften und Vermessung
    Östliche Karl-Friedrich-Straße 4-6 75175 Pforzheim
  • Maike List

    Telefon: 07231 39-2188
  • Gewerbekultur eG i.Gr.
    Vorstand
    Keltern 75210
  • Ute Hötzer

    Telefon: 07231 566033

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