Navigation und Service

Stadt als Campus - Neue Partnerschaften für die aktivierende Stadtentwicklung

Jemand schreibt an eine Tafel Struktur"Kreative Milieus wollen keine fertigen Lösungen, sie wollen Entfaltungsräume." (Hardy Geyer, Hochschule Merseburg)

Im Zentrum von STADT ALS CAMPUS steht die Frage, wie der kreative berufliche Nachwuchs in den planenden und gestaltenden Disziplinen, aber auch in den Gesellschafts- und Kulturwissenschaften in Klein- und Mittelstädten sowie in strukturschwachen Gebieten zum Motor einer aktivierenden Stadtentwicklung werden kann.

Ziel des Projekts

Kreative Szenen werden zunehmend als impulsgebende Akteure erkannt, um Stadtentwicklungsprozesse, Stadtkultur und urbane Lebensstile zu befördern sowie zivilgesellschaftliches Engagement anzustoßen. Den Potenzialen des kreativen beruflichen Nachwuchses kommt hier eine große Bedeutung zu, insbesondere in strukturschwachen Räumen, die unter Abwanderung leiden. Hochschulen könnten diesen Potenzialen zur Entfaltung verhelfen und sie in aktivierende Strategien der Stadtentwicklung einbringen. Hier setzt das Projekt "Stadt als Campus" an und lotet geeignete Handlungsansätze aus.

Im Zentrum von STADT ALS CAMPUS steht die Frage, wie der kreative berufliche Nachwuchs in den planenden und gestaltenden Disziplinen, aber auch in den Gesellschafts- und Kulturwissenschaften in Klein- und Mittelstädten sowie in strukturschwachen Gebieten zum Motor einer aktivierenden Stadtentwicklung werden kann. STADT ALS CAMPUS ist dabei Programm: Eine Stadt als Campus zu verstehen bedeutet, Rahmenbedingungen zu schaffen und zu gestalten, damit urbane Räume zum (permanenten) Innovationsfeld für die Entfaltung kreativer Potenziale werden können.

Aufgabe

Im Zuge des Projektes soll in Sachsen-Anhalt und Niedersachsen ein Netzwerk aus Hochschulen, interessierten Städten und Gemeinden, dem Städte- und Gemeindebund sowie dem Ministerium für Landesentwicklung und Verkehr Sachsen-Anhalt entstehen. In fünf Städten – Dessau, Merseburg, Helmstedt, Braunschweig und Bernburg – werden Impulsprojekte gestartet, die auf sehr unterschiedliche Arten erproben, wie kreative Szenen in der aktivierenden Stadtentwicklung verankert werden können. Die Impulsprojekte sind Pioniere, die sich an neue Kooperationen wagen, handlungsorientierte Bildungsformate ausprobieren und die Stadt als Möglichkeitsraum für kreative Prozesse und Aneignung begreifen. Stadt als Campus bündelt die Kompetenzen vieler Disziplinen: Urban Design, Architektur, Landschaftsarchitektur, Immobilienentwicklung, Szenografie sowie Kultur und Kommunikation.

Durch die Heterogenität der Akteure und Aufgabenstellungen in den Impulsprojekten kommt ein breiter Querschnitt an Erfahrungen im Aktionsforschungsprojekt STADT ALS CAMPUS zusammen. Gleichzeitig betreten die beteiligten Akteure in den Impulsprojekten oftmals Neuland. Sie erfahren Skepsis bei anderen Akteuren vor Ort, bauen Kooperationen zu anderen Berufsfeldern auf und versuchen, Ideen und Mittel für kreative und aktivierende Prozesse im Stadtraum umzusetzen.

Kreativität und langwierige Verwaltungsabläufe passen nicht zusammen – besonders, wenn junge Menschen ihre Ideen im Stadtraum umsetzen wollen. Oftmals scheitern kreative Stadtmacher gerade an bürokratischen Hürden, wenn sie Mittel für ihre Kleinstprojekte einwerben wollen. Unverständnis und ungeklärte Zuständigkeiten auf Seiten potenzieller Geldgeber sind wohl die häufigsten Gründe für ein solches Scheitern. Innerhalb des Aktionsforschungsprojektes geht es darum, die strukturellen Voraussetzungen zu schaffen, damit sich beispielsweise Hochschule und Stadtverwaltung auf gemeinsame Handlungskorridore einer aktivierenden Stadtentwicklung einigen. Schon in dieser ersten Phase sollen die Städte den jungen Kreativen vor Ort Möglichkeitsräume öffnen und sie unterstützen.

Hierzu nimmt Stadt als Campus in Sachsen-Anhalt gestartete Lehrformate zur aktivierenden Stadtentwicklung zum Ausgangspunkt, stellt sie in einen bundesweiten Bezugsrahmen und entwickelt sie auf Landes- und Bundesebene weiter.

Umsetzung

Teilnehmer des Netzwerktreffens Netzwerktreffen

Im Mittelpunkt steht die Entwicklung und Begleitung konkreter Impulsprojekte für kreative Formen aktivierender Stadtentwicklung. Dies erfolgt in drei Phasen:

Phase 1: Weiterentwicklung bewährter Formate
Aufbauend auf experimentellen Projektformaten an der Hochschule Anhalt werden im Dialog mit interessierten Gemeinden weiterführende, stärker aktivierende Impulsprojekte als innovativer Beitrag zur Stadtentwicklung erprobt (campus.laden, Projekt VORORT). Parallel werden mobile Aktionsformen (campus.mobil) und integrierte Ansätze als Formate konzipiert.

Phase 2: Entwicklung neuer Formate und Partnerschaften
Daran anknüpfend geht es in der zweiten Phase um die Entwicklung neuer Projekte im Schnittfeld von planenden und gestaltenden Disziplinen, Kunst und Kulturwissenschaften. Weiterhin geht das Projekt stärker in die Fläche (strukturschwache Gebiete). Partner sind neben Gebietskörperschaften vor allem Hochschulen und Kommunen sowie kulturelle Einrichtungen. Die Impulsprojekte erproben studentisches Coworking und Coliving, städtisches Leben wird inszeniert, studentische Wohnformen erprobt, eine experimentelle Wohnkultur an ungewöhnlichen Orten entwickelt, studentische Wettbewerbe veranstaltet und daran gearbeitet, dass kreative Stadtmacher auch außerhalb der Hochschulzusammenhänge Anknüpfungspunkte in Klein- und Mittelstädten strukturschwacher Räume finden. Anhand der konkreten Projekte werden Partnerschaften zwischen Kommunen, Hochschulen, Intermediären und lokal Engagierten initiiert. Flankierend soll eine gemeinsame Kommunikationsplattform ans Netz gehen, um den Erfahrungsaustausch zu fördern.

Phase 3: Erprobung neuer Formate, Konsolidierung von Partnerschaften
Die Umsetzung der Projekte vor Ort ist die erste Nagelprobe für die Partnerschaften in den Klein- und Mittelstädten. Anhand der gemachten Erfahrungen muss die Kooperation reflektiert werden. Auch die Impulse, die durch die Projekte gegeben wurden, müssen von den lokalen Akteuren bewertet werden: Sind kreative Szenen mit der Unterstützung durch Hochschule, Kommune und weiteren Schlüsselakteuren in der Lage, Klein- und Mittelstädte zu beleben und neue Akzente in ihrer Entwicklung zu setzen? Wenn die ersten Projekte positiv bewertet werden, geht es darum, die Kooperationsformen zu verbessern und zu festigen und Lehrformate an den Hochschulen zu verankern, die die Stadt zum Handlungsfeld machen.

Zusatzinformationen

Projektträger

  • Hochschule Anhalt

Ansprechpartner

  • Hochschule Anhalt
    Bernburger Straße 55 06366 Köthen
  • Telefon: 03471 355-1193
  • Forschungsagentur
    plan zwei
    Dr. Klaus Habermann-Nieße
    Bettina Schlomka
    Simone Müller

    Morgensternweg 17a 30419 Hannover

Diese Seite

© GSB 5.0 - 2013