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Stadt kreativ denken – Raum für Wohnen, Kultur, Wissen

Jutier- und Tonnenhalle Zukünftiger Ort der Kreativszene: Jutier- und Tonnenhalle"Ein für München einzigartiges, aber auch unerprobtes Vorhaben, wie es das Kulturreferat und das Planungsreferat gemeinsam initiiert haben, braucht eben nicht nur Entschlossenheit und Willen auf Seiten der Stadt, sondern vor allem auch Nachbarn, Kreative und zukünftige Nutzer die sich trauen, sich einzulassen und vor allem auch mitzumachen." (Ursula Ammermann, Moderatorin des Werkstattgesprächs zum Kreativquartier) Foto: Kulturreferat München

Mitten in München und in unmittelbarer Nähe zu Olympiapark und Museumsviertel gibt es eine 20 Hektar große Entwicklungsfläche, auf der in den nächsten Jahren ein urbanes Quartier mit über 900 Wohnungen, Kindergärten und Krippen, einer Grundschule, Geschäften, Büroflächen und sozialen Einrichtungen entstehen soll. Kunst, Wohnen, Arbeiten, Kultur und Wissenschaft sollen sich gemeinsam entwickeln.

Ziel des Projekts

Mitten in München und in unmittelbarer Nähe zu Olympiapark und Museumsviertel gibt es eine 20 Hektar große Entwicklungsfläche, auf der in den nächsten Jahren ein urbanes Quartier mit über 900 Wohnungen, Kindergärten und Krippen, einer Grundschule, Geschäften, Büroflächen und sozialen Einrichtungen entstehen soll. Kunst, Wohnen, Arbeiten, Kultur und Wissenschaft sollen sich hier gemeinsam entwickeln. Die Landeshauptstadt München – neben dem Freistaat Bayern und den Stadtwerken München GmbH Besitzerin von Gebäuden und Flächen – will das lebendige Flair der Kunst- und Kreativszene als besondere urbane Qualität für die Quartiersentwicklung nutzen. Diese hat sich im Nordteil des ursprünglich militärisch genutzten Gebietes um die Industriedenkmäler Jutier- und Tonnenhalle herum angesiedelt. Um das künftige Quartier als Kreativstandort zu profilieren, in dem individuell gewohnt und gearbeitet werden kann, werden bildende und darstellende Künstler, Musiker sowie Akteure der Kreativwirtschaft, wie Designer, Mediengestalter ebenso wie potentielle Bewohner an den Planungen beteiligt.

Aufgabe

Die seit Jahren angespannte Situation auf dem Münchener Wohnungsmarkt (hohe Mietpreise, geringes Angebot) führt zu einer zunehmenden Verdrängung einkommensschwächerer Bevölkerungsschichten aus innerstädtischen Lagen. Dazu zählen auch Akteure aus den Feldern der Kunst und der Kreativwirtschaft. Im "Wettbewerb der Städte", aber auch für deren Lebensqualität spielen jedoch gerade sie eine zentrale Rolle. Um den Rahmen für die Entfaltung eines ebenso lebendigen wie inspirierenden urbanen Umfelds zu gestalten, sind entsprechende innerstädtische Angebote nötig. Bezahlbarkeit, Offenheit für unterschiedliche Wohnkonzepte und Lebensstile und die Bereitschaft, kulturelle Vielfalt aktiv zu unterstützen, sind dafür zentrale Eckpunkte. Damit die Entwicklung entsprechend der städtischen Leitlinien erfolgt, übernimmt die Kommune die Rolle eines Vermittlers zwischen Interessen etwa der Immobilienwirtschaft und potenziellen privaten Bauherren, den kreativen Szenen, Nachbarn sowie künftigen Bewohnern.

Impression aus dem Entwurf des Planungsbüros TELEINTERNETCAFÉ Impression aus dem Entwurf des Planungsbüros TELEINTERNETCAFÉImpression aus dem Entwurf des Planungsbüros TELEINTERNETCAFÉ Quelle: Landeshauptstadt München/TELEINTERNETCAFÉ

Im neu entstehenden Stadtquartier auf dem Gelände der ehemaligen Luitpold-Kaserne sind es Kulturreferat und Referat für Stadtplanung und Bauordnung, die für die Beteiligung der relevanten Akteure Sorge tragen. Dabei wurde zunächst die Entwicklung tragfähiger Konzepte sowohl für das Gesamtareal als auch für die Jutier- und Tonnenhalle unterstützt. Den vor Ort zum Teil bereits seit Jahren ansässigen Kreativen galt dabei besondere Aufmerksamkeit – auch wenn für die Konzeptfindung alle Akteure der Münchener Kunst- und Kreativszene angesprochen waren. Ziel war es zunächst, Jutier- und Tonnenhalle, die in den vergangenen Jahren bereits phasenweise mit Erfolg für kulturelle Aktivitäten geöffnet wurden, zu einem kulturellen Nukleus des neuen Quartiers zu machen. Durch den Beteiligungsprozess wurde eine Akzentverschiebung vorgenommen: Die bestehenden Zwischennutzungen im heute als "Kreativlabor" bezeichneten Teil des Quartiers sollen weitgehend erhalten und weiter entwickelt werden.

Umsetzung

Bereits vor Beginn des Pilotprojekts hatte eine hohe Resonanz auf Informationsveranstaltungen zur möglichen Entwicklung von Areal und Hallen deutlich gemacht, wie wichtig eine umfassende Beteiligung ist und welche Chancen sie hat. Verzahnt ist der Beteiligungsprozess mit zwei Wettbewerben.

Die Ergebnisse des ersten, zweistufigen städtebaulichen und landschaftsplanerischen Wettbewerbs zur Entwicklung des Gesamtareals konnten durch Ergebnisse aus der Veranstaltungsreihe "Kreativquartier im Gespräch" durch Workshops mit den Planern, öffentliche Diskussionen und einen Erfahrungsaustausch qualifiziert werden. Dabei erfolgte schrittweise die Einbindung von Experten, Kreativen und Bürgern und weiteren Akteuren. Gefragt wurde u. a., wie zeitgemäße Wohnkonzepte, Kreativität und Nachhaltigkeit, aber auch Entwicklungspotenziale der lokalen Kultur entwickelt werden können.

Die Entwicklung von Gestaltungs- und Nutzungskonzepten für die Jutier- und Tonnenhalle war Gegenstand des zweiten, ebenfalls zweistufigen, interdisziplinären Ideenwettbewerbs "KREATIVEN RAUM SCHAFFEN". Besonderheit hier: Teams aus Mitgliedern unterschiedlicher Professionen sollten sich im Beteiligungsprozess finden und dann gemeinsam Entwürfe entwickeln. Parallel fanden dazu Veranstaltungen zur Qualifizierung der Teams statt. In Werkstattgesprächen konnten Möglichkeiten zur Organisation der Hallen, zu Betreiber- sowie Trägermodellen erörtert werden und in den laufenden Wettbewerb einfließen. Fünf Finalisten bekamen die Möglichkeit zur Verfeinerung ihrer Konzepte – ebenfalls durch weitere Beratungsformate unterstützt.

Parallel zu dem Verfahren fanden eine Reihe von Vor-Ort-Aktionen und künstlerische Interventionen statt, die das Kreativquartier für Interessierte öffnen und es als Marke innerhalb Münchens und darüber hinaus bekannt machen sollten.

Fazit

Für beide Entwürfe aus den Wettbewerben konnten 2013 Stadtratsbeschlüsse erwirkt werden. Ende 2013 konnte mit der Entwicklung des Rahmenplans begonnen werden. Thematisch damit in Verbindung soll 2014 die Reihe "Kreativquartier im Gespräch" fortgesetzt und eine Koordinierungsstelle für die weitere Entwicklung im neuen "Kreativquartier" eingerichtet werden.

Das Pilotprojekt hat gezeigt, wie durch einen offenen Beteiligungsprozess, in dem Verwaltung, Planer und Bürger zusammenarbeiten, eine wegweisende Quartiersentwicklung auf den Weg gebracht werden kann, die trotz hohen Marktdrucks die Kraft besitzt, eigene Qualitätsstandards durchzusetzten.

Zusatzinformationen

Projektträger

  • Landeshauptstadt München

Ansprechpartner

  • Landeshauptstadt München
    Kulturreferat
    Burgstraße 4 80331 München
  • Telefon: 089 233-28561

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