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ZwischenZeitZentrale Bremen

verwaister Raum verwaister Raum"Wir öffnen Zeitfenster und Haustüren für eine Zwischenzeit." (Michael Ziel, ZwischenZeitZentrale); Foto: Daniel Schnier

Leerstand kann ein Potential der Stadtentwicklung sein, das – im wörtlichen Sinne – Raum für Neues bietet. In Bremen hat man in den vergangenen Jahren gute Erfahrungen mit Zwischennutzungen, also der zeitlich begrenzten Nutzung von leerstehenden Räumen und Brachflächen, gesammelt.

Ziel des Projekts

Leerstehende Gebäude und brachgefallene Flächen werden oft als negative städtische Folgeerscheinungen eines ökonomischen Strukturwandels wahrgenommen. Man kann es aber auch anders sehen: Leerstand kann ein Potential der Stadtentwicklung sein, das – im wörtlichen Sinne – Raum für Neues bietet. In Bremen hat man in den vergangenen Jahren gute Erfahrungen mit Zwischennutzungen, also der zeitlich begrenzten Nutzung von leerstehenden Räumen und Brachflächen, gesammelt. Um Zwischennutzung als innovatives Instrument der Stadtentwicklung zu etablieren und die Weiterentwicklung vom experimentellen Einsatz zur passgenauen Regelanwendung zu fördern, wurde im Rahmen des Pilotprojekts die Einrichtung einer Agentur für Zwischennutzung gefördert. Die sogenannte ZwischenZeitZentrale, die auch nach Ablauf der Förderung durch die Nationale Stadtentwicklungspolitik tätig ist, ist zentrale Anlaufstelle für alle an Zwischennutzung Interessierten.

Aufgabe 

So arbeitet die ZwischenZeitZentrale So arbeitet die ZwischenZeitZentraleSo arbeitet die ZwischenZeitZentrale Quelle: ZZZ

Die Devise, nach der die Leerstandspotenziale in Bremen genutzt werden sollen, heißt "leerstehende Räume zu vergünstigten Konditionen gegen befristete Nutzung". Hier entsprechende Impulse zu setzen, ist Aufgabe der ZwischenZeitZentrale.

Ihre Arbeitsfelder sind klar definiert. Sie

  • spürt verwaiste Räume und Flächen auf und prüft diese auf ihre Tauglichkeit für Zwischennutzungen,
  • gewinnt private Eigentümer zur Bereitstellung der Räume und Flächen,
  • entwickelt gemeinsam mit potenziellen Zwischenmietern Konzept für temporäre Nutzungen,
  • begleitet die Projekte in der Umsetzung,
  • bündelt die Interessen der beteiligten Verwaltungsressorts und
  • hilft, den Dialog zwischen Behörden und Zwischennutzern zu gestalten.

Über diese vermittelnden Aktivitäten hinaus kann die ZwischenZeitZentrale auch eigene Zwischennutzungsprojekte initiieren.

Umsetzung 

Zu Beginn konnte sehr schnell eine funktionierende Organisations- und Arbeitsstruktur aufgebaut werden. Im Zentrum dieser Struktur stehen die verwaltungsexterne ZwischenZeitZentrale als operative Einheit sowie die ressortübergreifend zusammengesetzte Lenkungsgruppe (drei Ressorts sowie die Immobilien Bremen AöR als Verwalterin aller stadteigenen Immobilien) als direkte Verbindung zu Politik und Verwaltung. Ergänzt wird dies durch den Beirat, dem Institutionen mit fachlicher Nähe zum Thema Zwischennutzung angehören, so u.a. der Haus und Grund Bremen e.V., der den Kontakt zu privaten Immobilieneigentümern herstellen half.

Die ZwischenZeitZentrale hat während der Projektlaufzeit insgesamt 30 Zwischennutzungsprojekte vermittelt, unterstützt und initiiert, die hinsichtlich Art der Zwischennutzung, genutzter Immobilie/Fläche und stadträumlicher Lage stark variieren. Bis heute übersteigt die Nachfrage nach Räumen das verfügbare Angebot. Darüber hinaus ist es dem Projektteam gelungen, das Thema Zwischennutzung in der Bremer Öffentlichkeit bekannt zu machen. Mit der Durchführung von Konferenzen und der Veröffentlichung diverser Publikationen hat die ZwischenZeitZentrale der fachlichen Debatte um Zwischennutzung und Stadtentwicklung wesentliche Impulse verliehen. Auch als Mitglied der koopstadt-"Familie", einem weiteren Pilotprojekt der Nationalen Stadtentwicklungspolitik, präsentierte die ZwischenZeitZentrale ihre Erfahrungen mit Zwischennutzungen über den Bremer Zusammenhang hinaus. 

Fazit

Zwischennutzungsprojekte existieren bereits in vielen Städten. Das Bremer Pilotprojekt hebt sich davon in erster Linie durch den Ansatz ab, Zwischennutzungen gesamtstädtisch zu etablieren. Möglich wurde dies durch eine veränderte Sichtweise: ungenutzte Immobilien und Flächen wurden als Chance für die Stadtentwicklung begriffen. Entscheidend war die Einrichtung der ZwischenZeitZentrale in der Mittlerposition zwischen Verwaltung und (potentiellen) Zwischennutzern. Die im Rahmen des Pilotprojekts angestoßenen Zwischennutzungen haben unmittelbare Effekte auf die Gebäude sowie ihr umgebendes Quartier. Sie werden bspw. vor Vandalismus und weiterem Verfall geschützt, eine städtebauliche Aufwertung lässt sich feststellen. Die Projektbeteiligten machen aber auch auf eine Reihe weiterer Effekte - über den baukulturellen Mehrwert - hinaus aufmerksam. Viele der Zwischennutzungen hatten einen partizipativen Charakter und schufen ungewöhnliche Angebote für Kommunikation und Begegnung, "vergessene" Orte rückten wieder ins öffentliche Bewusstsein.

Dieser Erfolg überzeugt: Das Pilotprojekt wurde durch den bremischen Senat positiv bewertet, so dass die Fortführung der Zwischennutzungsagentur für die kommenden vier Jahre, diesmal finanziert aus bremischen Eigenmitteln, beschlossen wurde.

Zusatzinformationen

Projektträger

  • Senator für Wirtschaft und Häfen

Ansprechpartner

  • ZZZ - ZwischenZeitZentrale Bremen
    AAA - Autonomes Architektur Atelier GbR

    Hansator 1 (Abfertigung) 28217 Bremen
  • ZwischenZeitZentrale, von links nach rechtsZwischenZeitZentrale, von links nach rechts Quelle: Team ZwischenZeitZentrale

    Telefon: 0421 69 58 126
  • Telefon: 0421 69 58 126
  • Telefon: 0421 69 58 126
  • Telefon: 0421 69 58 126
  • Senator für Wirtschaft und Häfen
    Referat 20
    Zweite Schlachtpforte 3 28195 Bremen
  • Telefon: 0421 361-8706
  • Senator für Umwelt, Bau, Verkehr und Europa
    Referat 60
    Contrescarpe 72 28195 Bremen
  • Telefon: 0421 361-10389

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