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stadtnachacht – Management der Urbanen Nachtökonomie

Grindelviertel bei Nacht Grindel"Wirtschaft in der Stadtentwicklung umfasst auch das urbane Nachtleben" (Thomas Krüger / Jakob F. Schmid, HCU Hamburg), Foto: Jakob F. Schmid

Die Attraktivität des Nachtlebens einer Großstadt wird oft als Urbanitätsindikator schlechthin angesehen, die Images eines lebhaften, toleranten und (sub-)kulturell vielfältigen Nachtlebens gehören zum festen Bestandteil der Stadtmarketingklaviatur beinahe jeder europäischen Großstadt. Die vielfältigen Nutzungen des Nachtlebens und der freizeitbezogenen urbanen Nachtökonomie werfen jedoch aufgrund ihrer spezifischen Standortpräferenzen und der sehr heterogenen Interessenlagen von Nutzern, Betreibern und Anwohnern vielerorts Probleme auf. Das Projekt nähert sich dem komplexen Gegenstand durch Fallstudien, aus deren Auswertung sich ein Leitfaden für die Planungspraxis ergeben soll.

Ziel des Projekts

In Deutschland sind das Nachtleben, die zeiträumliche Nutzungsstrukturen der urbanen freizeitbezogenen Nachtökonomie und auch deren Einfluss auf den Stadtraum bisher nicht Gegenstand vertiefter Betrachtungen gewesen; noch wird die Thematik wie in Großbritannien in der Planungspraxis als eigenständiges Feld wahrgenommen bzw. thematisiert. Auch im Zusammenhang mit naheliegenden Themenfeldern wie ÖPNV Stadtmarketing, Einzelhandel und Innenstadtentwicklung wird das Thema zumeist nur einzelfallbezogen diskutiert. Auch im "Weißbuch Innenstadt", das 2011 im Rahmen der Nationalen Stadtentwicklungspolitik veröffentlicht wurde, findet sich kein Verweis auf den Themenkomplex.

Ungeachtet der Frage ob das Nachtleben steuerbar ist oder nicht (oder sein sollte) kann konstatiert werden, dass es sowohl an raum- und planungswissenschaftlichem Grundlagenwissen als auch an praktischem Know-How mangelt. Insbesondere für die Stadtentwicklungspolitik bedarf es hier zunächst einer grundsätzlichen Auseinandersetzung mit dem Phänomen Nachtleben und der urbanen Nachtökonomie. Und dies unabhängig normativer Setzungen. Dies ist Ansatzpunkt für das Projekt "stadtnachacht – Management der Urbanen Nachtökonomie".

Aufgabe

Trotz der Erkenntnis, dass ein attraktives Nachtleben einen wichtigen Beitrag zur Standortqualität einer Stadt leisten und durchaus auch stadträumliche Potenziale entfalten kann, stellt sich die Förderung des urbanen Nachtlebens und die Steuerung bzw. Bewältigung der damit vielerorts verbundenen Konfliktlagen nach wie vor als äußert schwierig dar: Oft mischen sich eine mehr oder weniger restriktive Planungs- und Genehmigungspolitik, Duldung von Hybridbetrieben im rechtlichen Graubereich und Problemlagen mit Lärmemissionen insbesondere im innerstädtischen Bereich.

Stuttgart City Stuttgart CityStuttgart City Quelle: Jakob F. Schmid

Neben diesen Aspekten rücken aber auch die konkreten wirtschaftlichen Potenziale einer lebhaften urbanen Nachtökonomie – als Oberbegriff für die wirtschaftlichen Akteure des freizeitbezogenen urbanen Nachtlebens – sowie deren Interdependenzen mit anderen Wirtschaftsbereichen wie etwa der Musikwirtschaft und der Tourismusbranche zunehmend in den Fokus der Stadtentwicklung (so z.B. bei Studien in Berlin und Hamburg zum wirtschaftlichen Potenzial der Musikclubs, der Thematisierung im Netzwerk Innenstadt NRW, aktuellen Diskussionen in Freiburg oder auf einer Tagung des Schweizerischen Städteverbands).

Umsetzung

Das Projekt sieht vor, die Praxis des Umgangs mit dem lokalen Nachtleben in ausgewählten deutschen Großstädten zu untersuchen, um basierend auf diesen Erkenntnissen stadtplanerische und stadtmarketingbezogene Handlungsempfehlungen zu formulieren.

Eine erste Phase widmet sich der fokussierten Recherche und Aufbereitung des Wissensstands. Im Fokus stehen die freizeit- und publikumsbezogene urbane Nachtökonomie (Bars, Diskotheken, Musikclubs etc.) und die durch sie geprägten Stadträume. Es ist angedacht in einer Vorrecherche ausgewählte Großstädte über 300.000 Einwohner in Hinblick auf das grundsätzliche Erkenntnisziel zu untersuchen. Auf Basis dieser Vorrecherche sollen kontrastierende Fallstudien ausgewählt werden. Als Auswahlkriterien wird ein vorhandener Handlungsdruck, möglichst ähnliche Ausprägungen der Problemwahrnehmung durch lokale Akteure sowie möglichst divergierende Problemkonstellationen, Problemlösungsansätze und Akteursarrangements angestrebt.

Die Ergebnisse der Fallbeispiele werden mit den Projektpartnern diskutiert. Unter Berücksichtigung der Ergebnisse dieser Diskussion wird der Leitfaden "stadtnachacht – Management der Urbanen Nachtökonomie" erstellt. Als begleitendes Publikationstool sowie als Transferstelle fungiert das Internetblog www.stadtnachacht.de.

Projektabschluss

Das Pilotprojekt "stadtnachacht – Management der urbane Nachtökonomie", das sich im Auftrag der Freien und Hansestadt Hamburg, der Handelskammer Hamburg und der Nationalen Stadtentwicklungspolitik des Bundes mit dem Nachtleben und der wirtschaftlichen Bedeutung der Urbanen Nachtökonomie in deutschen Großstädten beschäftigte, hat seine Ergebnisse vorgelegt.

Kernerkenntnisse sind u.a., dass das Nachtleben zunehmend Aufmerksamkeit in stadtentwicklungspolitischen Diskussionen erhält. Neben den Konfliktlagen wie Lärm und Sicherheit wird zunehmend auch die Bedeutung des Nachtlebens als Standort- und Wirtschaftsfaktor diskutiert.

Auf Basis explorativer Analysen und vertiefender Fallstudien werden zudem Handlungsempfehlungen für den Umgang mit dem Nachtleben formuliert.

Die Projektdokumentation steht nun kostenfrei als Download zur Verfügung.

Weitere Informationen sind auf der Projektseite eingestellt:
www.stadtnachacht.de

Zusatzinformationen

Projektträger

  • HafenCity Universität Hamburg (HCU)

Ansprechpartner

  • HafenCity Universität Hamburg (HCU)
    Projektentwicklung und Projektmanagement
    Überseeallee 16 D-20457 Hamburg
  • Prof. Dr.-Ing. Thomas Krüger

    Telefon: 040/42827-4537 Fax: -4538
  • Dipl.-Ing. Jakob F. Schmid

    Telefon: nicht angegeben

Weblinks

Projektpartner

  • Projektpartner

    Hamburg Marketing GmbH

    Handelskammer Hamburg

    Freie und Hansestadt Hamburg – Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt

    Freie und Hansestadt Hamburg – Kulturbehörde

    Jakob Franz Schmid – Stadtforschung & Entwicklung

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