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Dialog Innenstadt Rheinland-Pfalz – Impulse zur integrierten Standortentwicklung

Neustadt an der Weinstraße, Hauptstraße Neustadt an der Weinstraße, Hauptstraße"Die Wirtschaft sollte in der Stadtentwicklung nicht als Gegenspieler, sondern als Partner gesehen werden, der in allen Phasen der Planung von der Konzeptentwicklung bis zur Umsetzung integriert werden muss." (Prof. Dr.-Ing. Holger Schmidt, TU Kaiserslautern), Foto: Maximilian Vollmer

In einem landesweiten Städtenetz stand die Erarbeitung und Erprobung verschiedener Konzepte und Instrumente zur Innenstadtentwicklung im Mittelpunkt. Kooperation ist dabei wesentlicher Ausgangspunkt: Diese kann sich sowohl auf klassische Wirtschaftsakteure in den ausgewählten Innenstädten beziehen als auch auf Immobilieneigentümer als wesentliche „Innenstadtgestalter".

Ziel des Projekts

Das Projekt sollte Impulse für die kommunale Planungspraxis und die Städtebauförderung in Rheinland-Pfalz auslösen. So sollte ein übergeordnetes Leitbild für ein „integriertes Standortmanagement Innenstadt" entwickelt werden. Besonderes Augenmerk wurde auf die unterschiedlichen lokalen Akteurskonstellationen gelegt. Daneben standen auch perspektivische, innovative Innenstadtnutzungen im Fokus des Ansatzes.

Aufgabe

Maximilanstraße in Speyer In zahlreichen Städten, wie in Speyer, finden kommunale Planspiele stattIn zahlreichen Städten, wie in Speyer, finden kommunale Planspiele statt Quelle: Maximilian Vollmer

In einer Reihe von vor Ort stattfindenden Planspielen wurden unterschiedliche Instrumente kooperativer Stadtentwicklung erprobt. Zielsetzung aller Planspiele war es, den Standort Innenstadt im Zusammenspiel von öffentlichen und wirtschaftlichen Akteuren aufzuwerten. Der Austausch der Kommunen innerhalb von Rheinland-Pfalz im Rahmen eines „Kooperationsnetzwerks Innenstadt" hat dazu beigetragen, dass sich Ressorts und Akteure besser kennenlernen und aktuelle Herausforderungen gemeinsam beleuchtet haben. Zudem sollten die vor Ort gemachten Erfahrungen in einen Wissens- und Ergebnistransfer eingebracht werden. In der Gesamtschau sollte abgeleitet werden, wie ein Leitbild für ein integriertes Standortmanagement aussehen kann und welche Handlungsempfehlungen daraus resultieren.

Umsetzung

Als offizieller Start des Projekts fand Ende Mai 2014 ein Kick-Off-Meeting im Historischen Ratssaal der Stadt Speyer statt. Neben Vertretern verschiedener Landesministerien begleiteten mehr als 50 weitere Fachleute aus Stadt- und Projektentwicklung, Wirtschaftsförderung, Planungswissenschaft und Kommunalverwaltung den Auftakt des Pilotprojektes. Mit dem so genannten „Forum Innenstadt Rheinland-Pfalz“ fand dann einmal im Jahr eine solche Veranstaltung statt, die die innerstädtischen Herausforderungen und Problemstellungen der rheinland-pfälzischen Städte öffentlichkeitswirksam aufgriff. So befasste sich das 1. Forum Innenstadt Rheinland-Pfalz am 20. November 2014 in Landau mit dem Thema Baukultur. Das 2. Forum Innenstadt Rheinland-Pfalz widmete sich am 29. September 2015 in Trier den Herausforderungen und Trends des innerstädtischen Wohnens. Das dritte Forum Innenstadt und gleichzeitig Projektabschluss am 13.Juni 2016 in Mainz beschäftigte sich mit dem Thema „Handelsstandort Innenstadt“.
Daneben fand im Rahmen von regelmäßigen Arbeitstreffen der Erfahrungsaustausch der Netzwerkstädte statt. Im Laufe des Projektes wurden acht solcher Arbeitstreffen an unterschiedlichen Orten durchgeführt. Das Netzwerk, das sich als offene Kooperationsform versteht, ist auf 19 Städte unterschiedlichster Größenordnung angewachsen.

Stadtspaziergang im Rahmen eines Arbeitstreffens des Kooperationsnetzwerks in Höhr-Grenzhausen Stadtspaziergang im Rahmen eines Arbeitstreffens des Kooperationsnetzwerks in Höhr-GrenzhausenStadtspaziergang im Rahmen eines Arbeitstreffens des Kooperationsnetzwerks in Höhr-Grenzhausen Quelle: Maximilian Vollmer

Die geschaffenen Austauschformate wurden durch das Projekt etabliert und von den beteiligten Kommunen als Angebote geschätzt. Auch auf Landesebene konnte das Projekt wichtige Impulse setzen. So wurde ein Dialog zwischen den Ministerien und sonstigen Institutionen durch den Beirat empfohlen und im Projekt initiiert.

Im Rahmen des Dialog Innenstadt Rheinland-Pfalz wurde zudem eine neue Planspielmethodik – die „KlarStellung“ - entwickelt. Angelehnt an Methoden der Psychotherapie ermöglicht sie, Lösungsansätze für besonders verfahrene und emotionalisierte Problemkonstellationen der Stadtentwicklung zu finden. In der Anwendung mit den beteiligten Kommunen erwies sich das Planspiel als gute Methode zur Analyse akteursbezogener Konfliktkonstellationen. Die „KlarStellung“ bietet die Möglichkeit einer kritischen Auseinandersetzung mit der eigenen Haltung sowie einem besseren Verständnis der Positionen der anderen Konfliktparteien.

Ein weiteres zentrales und über die Projektlaufzeit hinausgehendes Ergebnis des Dialogs Innenstadt ist der Praxisleitfaden für ein integriertes Standortmanagement Innenstadt. In Zusammenarbeit mit den beteiligten Kommunen ist ein umsetzungsorientierter Leitfaden entstanden, der den Kommunen als Hilfestellung zu aktuellen Fragen der Innenstadtentwicklung dient. Unter den Gliederungspunkten „Projektmanagement“, „Imagegestaltung, Standort- und Wirtschaftsfaktoren“, „Strategie- und Kommunikationsprozesse“ sowie „Städtebau und Immobilien“ werden die jeweils relevanten Instrumente und Abläufe beschrieben und durch Praxisbeispiele illustriert. Der mit dem Projektbeirat abgestimmte Leitfaden wird in Zukunft angewandt, ergänzt und weiterentwickelt werden.

Weitere Informationen zum Projekt sowie den „Praxisleitfaden Integriertes Standortmanagement Innenstadt Rheinland-Pfalz“ erhalten Sie unter dem nebenstehenden Link www.dialog-innenstadt-rlp.de.

Zusatzinformationen

Projektträger

  • Technische Universität Kaiserslautern

Ansprechpartner

  • Technische Universität Kaiserslautern

    Fachgebiet Stadtumbau + Ortserneuerung
    Pfaffenbergstrasse 95 67663 Kaiserslautern
  • Prof. Dr.-Ing. Holger Schmidt

    Telefon: 0631 205 5150

Partner

  • Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz e.V.
    St.-Martins-Platz 1 67657 Kaiserslautern
  • stadtimpuls GbR - Beratungs- und Planungsgesellschaft für integrierte Stadt- und Kommunalentwicklung
    stadtimpuls GbR - Beratungs- und Planungsgesellschaft für integrierte Stadt- und Kommunalentwicklung
    Industriestraße 7a 76829 Landau in der Pfalz
  • Michael KleemannMichael Kleemann

    Telefon: 06341 557310

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