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Grenzüberschreitende integrierte Stadtentwicklung

Luftbild von Guben/Gubin Luftbild von Guben/Gubin"Unsere Doppelstadt Guben - Gubin will Historie mit moderner Architektur verbinden, um als Grenzstadt an der Neiße wieder zur 'Perle der Niederlausitz' zu avancieren, wie sie Fontane in seinen 'Wanderungen durch die Mark Brandenburg' bezeichnete. Polen und Deutsche gehen gemeinsam über 'grüne Pfade' vom Park am Kletterfelsen in Guben bis zum Aussichtspunkt des ehemaligen Bismarckturmes in Gubin." (Carola Huhold, Projektleiterin)

Durch eine aktive grenzüberschreitende Zusammenarbeit auf unterschiedlichen Ebenen der Stadtentwicklung sollten die beiden Städte Guben und Gubin stärker zusammenwachsen. Dabei zielte das Projekt darauf, die räumliche und kulturelle Identität der Städte zu erhalten und an Nachteilen, die durch die Grenzlage bedingt werden, zu arbeiten.

Ziel des Projekts

Durch eine aktive grenzüberschreitende Zusammenarbeit auf unterschiedlichen Ebenen der Stadtentwicklung sollten die beiden Städte Guben und Gubin stärker zusammenwachsen. Dabei galt es die räumliche und kulturelle Identität der Städte zu erhalten und an Nachteilen, die durch die Grenzlage bedingt werden, zu arbeiten.

Aufgabe

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die stark zerstörte Stadt Guben durch den Verlauf der deutsch-polnischen Grenze entlang der Oder und der Neiße geteilt. Im polnischen Gubin befindet sich (mit Ausnahme des historischen Rathauses) die bis heute nicht wieder aufgebaute Altstadt. Das heutige Guben, die ehemalige Industrievorstadt (Altstadt Ost), ist Stadtfragment. Mit den deutsch-polnischen Verträgen von 1990 und 1991 haben Guben und Gubin eine Vereinbarung zur gegenseitigen Zusammenarbeit geschlossen. Der grenzübergreifenden städtebaulichen Zusammenarbeit kommt auf kommunaler Ebene dabei eine besonders integrative und entwicklungspolitische Bedeutung zu.

In den vergangenen Jahren konnte eine Reihe von Initial-Projekten auf den Weg gebracht werden, die jedoch bisher nur in Guben umgesetzt wurden. Der Abbau von Vorurteilen und Sprachbarrieren, das Kennen lernen von Inhalten der Nachbarstadt und Planungsprozessen waren und sind Voraussetzungen, die für das schrittweise Zusammenwachsen der beiden Städte im Rahmen einer gemeinsamen Stadtentwicklung. Die unterschiedlichen persönlichen Erfahrungen und Mentalitäten, die verschiedenen sozialen, politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen erfordern dabei ein sensibles Aufeinanderzugehen und die Bereitschaft voneinander zu lernen. Konstruktive Kooperation ist hier Voraussetzung, für gegenseitiges Profitieren.

Umsetzung

Die bisherige projektbezogene Kooperation zwischen den Stadtverwaltungen in Guben und Gubin sollte durch die Etablierung eines grenzübergreifenden Stadtentwicklungsma-nagements und die gemeinsame Erarbeitung eines grenzübergreifenden integrierten Stadtentwicklungskonzepts institutionalisiert und verstetigt werden.

Voraussetzung hierfür war die fachliche Annäherung der beiden Stadtverwaltungen. Hierzu wurde für das Pilotprojekt eine fünfköpfige länderübergreifende Arbeitsgruppe gegründet, die sich alle 14 Tage zu Abstimmungsterminen im grenznah gelegenen Stadtteilbüro "Infopunkt Aktives Stadtzentrum" traf. Einmal im Monat fanden Beratungen mit den beiden Bürgermeistern statt.

Darüber hinaus war die Einbindung möglichst vieler Institutionen sowie insgesamt der Bürger Gubens und Gubins Voraussetzung. Hierfür wurden eine Reihe von Bausteinen im Rahmen des Pilotprojekts umgesetzt:

  • Bis Ende Februar 2009 fand in Guben und Gubin zeitgleich eine Bürgerbefragung statt. Gefragt wurde nach der "eigenen" Stadt, der Nachbarstadt und der Eurostadt Guben-Gubin. Die Ergebnisse wurden im Rahmen des 2. Stadtforums öffentlich vorgestellt und sollen in den grenzübergreifenden Stadtentwicklungsprozess eingebunden werden.
  • Vier Stadtforen – jeweils wechselseitig in Guben und Gubin – wurden durchgeführt. Mit ihnen wurde ein öffentlicher Ort geschaffen, der politische und fachliche Auseinandersetzungen ermöglicht. Er hat vor allem Bürgern beider Städte Raum für die Entwicklung von Ideen zur Zukunft der Doppel- und Eurostadt aus den Bereichen Politik, Wirtschaft und vielfältigen gesellschaftlichen Gruppen geboten. Neue Akteure für die gemeinsame Stadtentwicklung zu gewinnen und miteinander zu vernetzten war ein wesentliches Ziel. Themen der Stadtforen waren u. a. europäische Integration und wirtschaftlicher Strukturwandel (26. März 2009 in Guben), Bildung und demografischer Wandel (2. Juli 2009 in Gubin), soziale Integration und Migration (12. Oktober 2009 in Guben), Stadtentwicklung (11. Januar 2010 in Gubin).
  • Zwei zweisprachige Broschüren wurden im Rahmen des Pilotprojekts veröffentlicht. Die erste ist zum ersten Stadtforum erschienen und befasst sich mit den Perspektiven der Stadtentwicklung von Guben und Gubin. Die zweite erschien im Anschluss des vierten Stadtforums. Sie bilanziert die Ergebnisse der Stadtforen und gibt Auskunft über konkrete Projekte

Fazit

Besonders die Stadtforen haben sich als erfolgreich erwiesen um die Kommunikation zwischen den beiden Städten zu verbessern. Zusammen mit der Etablierung von Aktivgruppen sollen sie auch in Zukunft fortgesetzt werden. Im Projektverlauf wurde allerdings auch deutlich, dass ein "Kümmerer" – in diesem Fall die Kommune – in Zukunft notwendig bleibt. Dies nicht zuletzt um die Ideen und Anliegen der Akteure zu den Entscheidungsträgern in der Stadtpolitik zu transportieren. Im Hinblick auf eine gemeinsame Stadtentwicklungspolitik hat das Pilotprojekt ebenfalls zur Verbesserung der Ausgangsbedingungen beigetragen: Die Bearbeitung gemeinsamer INTERREG-Anträge funktioniert deutlich besser, da bestimmte kommunikative Hürden erfolgreich überwunden werden konnten.

Zusatzinformationen

Projektträger

  • Stadt Guben Fachbereich VI - Stadtentwicklung, Grundstücks- und Immobilienmanagement

Ansprechpartner

  • Stadt Guben
    Fachbereich VI - Stadtentwicklung, Grundstücks- und Immobilienmanagement

    Gasstraße 4 03172 Guben
  • Carola HuholdCarola Huhold

    Telefon: 03561 6871-1600
  • Erst Basler + Partner GmbH
    Tuchmacherstraße 47 14482 Potsdam
  • Christiane BüttnerChristiane Büttner

    Telefon: 0331 74759-72

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