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Kommunales Nachbarschaftsforum Berlin-Brandenburg - Moderierter Dialog zur Stadt-Umland-Kooperation

Projektworkshop Abbildung 1"Wir wünschen uns im Ergebnis des moderierten Dialogs neue und konstruktive Vorschläge zur gemeinsamen, konsensorientierten Bearbeitung von Zukunftsthemen. Mit neuen Formen der informellen Kooperation können Projekte sinnvoll bearbeitet werden – und zahlreiche Aufgaben in Berlin und Brandenburg lassen sich durch die interkommunale Kooperation besser und effizienter lösen." (Maria Krautzberger, Staatssekretärin, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Berlin); Quelle: Büro CONVENT

Das Kommunale Nachbarschaftsforum Berlin-Brandenburg ist eine informelle Kooperationsplattform für mehr als 70 Brandenburger Städte und Gemeinden sowie Landkreise, Regionale Planungsgemeinschaften und das Land Berlin mit neun seiner Bezirke. In dem Pilotprojekt soll ausgelotet werden, welche zusätzlichen Potenziale sich aus einer AG-übergreifenden Zusammenarbeit ergeben und welche Leitlinien und Verfahrensweisen für die künftige Kooperation wichtig sind.

Ziel des Projekts

Das Kommunale Nachbarschaftsforum (KNF) Berlin-Brandenburg ist eine informelle Kooperationsplattform für mehr als 70 Brandenburger Städte und Gemeinden sowie Landkreise, Regionale Planungsgemeinschaften und das Land Berlin mit neun seiner Bezirke. Der Wirkungsbereich des Forums ist in vier Teilräume und entsprechende Arbeitsgruppen (AG) gegliedert. Im Rahmen des Pilotprojekts soll ausgelotet werden, welche zusätzlichen Potenziale sich aus einer AG-übergreifenden Zusammenarbeit ergeben und welche Leitlinien und Verfahrensweisen für die künftige Kooperation wichtig sind.

Aufgabe

Übersicht Zuständigkeiten der Arbeitsgemeinschaften Abbildung 2Quelle: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung

Für die kommunale Kooperation im engeren Berliner Umland stellen sich in näherer Zukunft neue Rahmenbedingungen und neue Schwerpunkte. Der Landesentwicklungsplan für den engeren Verflechtungsbereich (LEP eV) ist durch den Landensentwicklungsplan Berlin-Brandenburg (LEP B-B) für die gesamte Metropolregion Berlin-Brandenburg abgelöst worden. Damit wächst die Bedeutung informeller Instrumente für Abstimmungsprozesse in der näheren Region. Übergreifende Zukunftsfragen für das Kommunale Nachbarschaftsforum sind u. a.

  • der demografische Wandel und seine planerischen und infrastrukturellen Auswirkungen im speziellen Verflechtungsverhältnis von Großstadt und Umlandgemeinden
  • die Zukunft von Siedlungsentwicklungen, großstadtnaher Landwirtschaft und großräumigen Kulturlandschaften
  • stadtregionale Identität und Identifikation innerhalb der Hauptstadtregion bei vielschichtigen sozialen und strukturellen Unterschieden
  • Mobilität und Daseinsvorsorge, Zentren und Einzelhandel
  • Klimaschutz, Energieversorgung, regenerative Energien

Umsetzung

Im Rahmen eines mehrstufigen moderierten Verfahrens sollen Eckpunkte für die künftige gemeinsame Arbeit definiert werden. Wesentliche Meilensteine des Projekts waren drei große Veranstaltungen, die sich an alle Akteure des Forums richteten.

Den Auftakt bildete eine Zukunftswerkstatt Mitte September 2009, die in einem Workshop mit 18 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus den Arbeitsgruppen sowie drei Moderatoren vorbereitet worden war. Die Zukunftswerkstatt als Lern-, Dialog-, Visions- und Planungstagung stieß auf gute Resonanz: Rund 50 Akteure des KNF nahmen teil und diskutierten Trends, die einzelne Regionen und Gebietskörperschaften, eventuell auch das Kommunale Nachbarschaftsforum Berlin-Brandenburg insgesamt betreffen werden. Anschließend hatten die Teilnehmer Gelegenheit, thematische Anliegen einzubringen und in Workshops zu bearbeiten. Die Ergebnisse der Zukunftswerkstatt wurden dezentral – in selbst organisierten Arbeitsgruppen – weiter bearbeitet.

Im März 2010 folgte die zweite "große" Konferenz. Über 50 Teilnehmer nutzten die Gelegenheit, miteinander in Dialog zu treten und über Verbesserungsmöglichkeiten der Zusammenarbeit und Kommunikation des KNF zu diskutieren. Das KNF wurde als funktionierendes länder- und gemeindeübergreifendes Netzwerk und Informationsplattform bestätigt. Als praktische Reformvorschläge wurden die Einrichtung eines jährlichen Plenums, die Fortführung themenbezogener Projekte und Projektgruppen und die verwaltungsübergreifende Abstimmung von Planungen vorgeschlagen. Die Arbeitsgruppen des KNF behandelten diese Reformvorschläge im Rahmen des moderierten Dialogs. Auch zur abschließenden "Nachhaltigkeits-Konferenz" im Oktober 2010 kamen über 50 engagierte Vertreter des Verflechtungsraumes.

Die KNF-übergreifenden Projektgruppen, die sich im Herbst 2009 zu verschiedenen Themen spontan gebildet hatten (u.a. erneuerbare Energien, Lärmaktionspläne, Radroute "Regionalparks") konnten inzwischen beachtliche Ergebnisse vorweisen.

Weitere inhaltliche und organisatorische Reformen, die inzwischen eingeführt oder umgesetzt sind, wurden beschlossen. Außerdem wurden anhand von Leitfragen erste Einschätzungen zu den Neuerungen abgefragt und eine Abstimmung zur Schwerpunktsetzung des ersten Plenums im Mai 2011 vorgenommen. Natürlich wurde auch im Rückblick auf den Dialogprozess im vergangenen Jahr ein Resümee gezogen: er war ein großer Gewinn für das KNF und lässt es gestärkt und bestätigt aus dem Prozess der Neuorientierung hervorgehen.

Interkommunale Kooperation wird für die Stadtentwicklung in Zukunft eine zunehmend wichtige Rolle spielen. Die grundlegende Verständigung über gemeinsame Inhalte und Formen der Zusammenarbeit, die das Kommunale Nachbarschaftsforum mithilfe des "Moderierten Dialogs" erprobt hat, ist daher beispielgebend im Handlungsfeld Regionalisierung: die Zukunft der Stadt ist die Region.

Fazit

Mit Hilfe einer aufeinander aufbauenden Sequenz von Workshops und Konferenzmodulen gelang es, die große Zahl an Akteuren zu beteiligen, zu aktivieren und am weiteren Prozess aktiv einzubinden. Ein Expertenteam mit dem Schwerpunkt Beratung und Moderation brachte neue Methoden, Herangehensweisen und Sichtweisen ins Spiel. Für viele Mitglieder stellten die Formate, wie Open Space, Metaplan, World-Cafes etc., durchaus auch ein "Experiment außerhalb der normalen Routine" dar. Im Laufe des Prozesses orientieren sich die Arbeitsschwerpunkte weg von der Verabschiedung von Leitlinien hin zu einem Ausbau der informellen Kommunikationsstrukturen. Im Erleben der Gemeinsamkeiten wurde der Dialogprozess als großer Gewinn für das KNF empfunden. Dies lässt es gestärkt und bestätigt aus dem Prozess der Neuorientierung hervorgehen.

Interkommunale Kooperation wird für die Stadtentwicklung in Zukunft eine zunehmend wichtige Rolle spielen. Die grundlegende Verständigung über gemeinsame Inhalte und Formen der Zusammenarbeit, die das Kommunale Nachbarschaftsforum mit Hilfe des "Moderierten Dialogs" erprobt hat, ist daher beispielgebend im Handlungsfeld Regionalisierung: die Zukunft der Stadt ist die Region.

Zusatzinformationen

Projektträger

  • Geschäftsstelle des Kommunalen Nachbarschaftsforums (KNF) Senatsverwaltung Berlin

Ansprechpartner

  • Geschäftsstelle des Kommunalen Nachbarschaftsforums (KNF)
    Senatsverwaltung Berlin

    Am Köllnischen Park 3 10179 Berlin
  • Telefon: 030 9025-1354
  • Büro CONVENT
    Lange Reihe 29 20099 Hamburg
  • Wolfgang Oehler Wolfgang OehlerWolfgang Oehler

    Telefon: 040 389964-0

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