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Bildungsoffensive Elbinseln

Forum Bildung Wilhelmsburg Forum Bildung Wilhelmsburg"Ich träume von einer neuen Bildungslandschaft, in der die Kluft zwischen sozialen Schichten und unterschiedlichen Kulturen überwunden wird." (Theda von Kalben, Projektkoordinatorin IBA Hamburg)

Die Bildungsoffensive Elbinseln hat zwei zentrale Ziele: Bildung macht stark – Mit verbesserten Bildungsangeboten wird die gesellschaftliche Integration der Elbinselbewohner gestärkt. Stadtteil der Zukunft – Mit attraktiven Bildungseinrichtungen verbessert sich das Image des Wohnstandortes.

Ziel des Projekts

Die Bildungsoffensive Elbinseln hat zwei zentrale Ziele:

  • Bildung macht stark – Mit verbesserten Bildungsangeboten wird die gesellschaftliche Integration der Elbinselbewohner gestärkt.
  • Stadtteil der Zukunft – Mit attraktiven Bildungseinrichtungen verbessert sich das Image des Wohnstandortes.

Aufgabe

Die Elbinseln in Hamburg sind ein heterogener Stadtraum. Stadt, Hafen und Landschaft bilden eine einzigartige Stadtlandschaft, die jedoch von Verkehrsschneisen durchzogen ist und von außen eher als Transitraum wahrgenommen wird. Kulturelle Vielfalt sowie einkommensschwache und bildungsferne Bewohnerinnen und Bewohner prägen große Teile des heutigen Stadtbilds.

Die Internationale Bauausstellung (IBA) Hamburg will mit der Bildungsoffensive Elbinseln Modelle und Strategien für eine zukunftsfähige, integrierte Stadtentwicklungs- und Bildungspolitik erarbeiten. Bildung und Sozialraum sollen nicht mehr getrennt betrachtet werden. Die soziale Herkunft soll nicht mehr über die Erfolge in der Bildung entscheiden. Durch eine systematische Vernetzung der verschiedenen Bildungseinrichtungen in regionalen Bildungsräumen soll das Angebot besser und attraktiver werden.

Sprachentwicklung, Schulabschlüsse, Anschlüsse an den Beruf, lebenslanges Lernen und kulturelle Bildung – das sind die Handlungsfelder, an denen sich die Angebote und Profile der Bildungsräume orientieren müssen und in denen der Erfolg der Bildungsoffensive sichtbar werden soll.

Umsetzung

Unter der Koordination der IBA Hamburg GmbH haben sich die zuständigen Fachbehörden und die regionalen Institutionen zusammengetan und gemeinsam ein Rahmenkonzept zur Umsetzung der Bildungsoffensive in den Stadtteilen Wilhelmsburg und Veddel erarbeitet. Etwa 100 verschiedene Bildungs- und Beratungseinrichtungen sind auf den Elbinseln tätig. Ihre Schwerpunkte sind in einer Bestandsaufnahme festgehalten.

In den drei IBA-Teilregionen Veddel, Reiherstiegviertel und Kirchdorf erarbeiten die lokalen Akteure, Lehrer, Erzieher und Sozialpädagogen Entwicklungsziele für ihre Quartiere. Anhand jeweils eigenständiger Profile, die an bestehende Aktivitäten jeder Region anknüpfen, werden Kooperationen zwischen den Einrichtungen weiterentwickelt und institutionalisiert. Die Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen sollen dadurch deutlich verbesserte Bildungsmöglichkeiten erhalten.

Innerhalb der Teilregionen wurden in umfassenden Beteiligungsprozessen bereits zahlreiche Vorhaben entwickelt. So entstehen neue "Häuser für die Bildung", beispielsweise ein Medienzentrum mit vielfältigen Angeboten wie Musikstudios, einem digitalen Foto- und Filmstudio und Bibliothek. Bei dem Sprach- und Bewegungszentrum in Reiherstieg stehen die sportliche Freizeitgestaltung sowie die Sprachförderung im Mittelpunkt. Im Bildungszentrum "Tor zur Welt" in Kirchdorf werden Pädagogik, Städtebau und Architektur verzahnt und Schulen, Kitas, Erwachsenenbildung und Beratungseinrichtungen miteinander vernetzt. Die pädagogische und soziale Konzeptentwicklung, aber auch die bauliche Gestaltung des Bildungszentrums ist durch die umfassende Beteiligung zahlreicher lokaler Akteure geprägt. So wurden in einem Ideenwettbewerb die Ideen und Vorschläge von Schülern, Eltern, Anwohnern und Lehrern zur Gestaltung einer Gemeinschaftsfläche ("Agora") als wichtigem Treffpunkt und Ort der Kommunikation gesammelt und in die professionellen Pläne der Landschaftsarchitekten eingearbeitet.

Das Haus der Projekte in Veddel ist als konkretes Bauvorhaben bereits auf dem Wege. Unter dem Motto "Lebenslanges Lernen" soll es ein Zentrum für den Übergang von der Schule in den Beruf und eine Aus- und Weiterbildungsstätte für die Bewohner werden. Gleichzeitig wird das Haus der Jugend integriert, das vor allem Möglichkeiten der Freizeitgestaltung anbietet.

Für die Produktionsorientierten Bildungsangebote ist die Vertiefung der Bildungsarbeite im schulischen Regelangebot durch zusätzliche praktische, technische und kaufmännische Bildungsmöglichkeiten geplant. Hierzu wird eine bestehende Schule durch einen Neubau mit Werkstätten und einer Produktionsküche ersetzt und mit weiteren Einrichtungen vernetzt.

Das Zusammenwachsen in Projekten wird mit einer breit angelegten Kommunikationsstrategie unterstützt. Kern ist ein Kommunikationskonzept, dessen Aufgabe es ist, die Bildungsoffensive bei den Mitarbeitern der Bildungseinrichtungen zu verankern und die Bewohner darüber zu informieren und sie aktiv zu beteiligen. Der Kommunikationsprozess wird durch zahlreiche Maßnahmen für die verschiedenen Zielgruppen getragen.

Die Aktivierung von Eltern gelingt am Besten über die Kinder und über konkrete Projekte vor allem im kulturellen Bereich. Ein Beispiel hierfür ist das "Lüttville" Kinder-Sommercamp, bei dem Kinder mit Künstlern und Handwerkern zusammengearbeitet und ein Festival organisiert haben. Ein Newsletter für die interne und externe Kommunikation informiert regelmäßig über den Fortgang der Projekte. Mit der Marke "Die Neue Weltklasse" sowie dem Biber als Maskottchen wurden imagebildende Elemente für die breitere öffentliche Wahrnehmung eingeführt. Niedrigschwellige Angebote wie der Namenswettbewerb für das Maskottchen oder die Koch-, Forscher- und Lesewoche führen zu einer guten Beteiligung und Aktivierung der Bewohnerinnen und Bewohner.

Bereits drei Mal wurde ein Innovationswettbewerb durchgeführt. Jährlich wird dabei ein Thema aus den fünf Handlungsfeldern Bildungsoffensive bearbeitet und innovative Projekte ausgezeichnet.

Das Leitbild "Elbinselpädagogik", das die Grundlage für die neuen pädagogischen Konzepte der vernetzten Einrichtungen darstellt, wurde im Rahmen einer Netzwerkparty mit allen Bildungsakteuren auf eine breite Basis gestellt.

Fazit

Die Bildungsoffensive Elbinseln ist ein wichtiges Querschnittsprojekt im Themenfeld Kosmopolis im Rahmen der Internationale Bauausstellung (IBA) Hamburg. Die IBA ist ein Motor für die Bildungsoffensive Elbinseln und wirkt als Bindeglied zwischen Stadtentwicklung und Bildung. Als GmbH nimmt die IBA eine unabhängige Funktion ein und unterstützt die Projekte durch den Einsatz einer Projektkoordination. Die starke Projektsteuerungsstruktur der IBA entfaltet katalysatorische Wirkung. Allerdings kann sie Bildungsprozesse nicht unmittelbar steuern, sondern nur verstärkend mitgestalten. Dabei ist sie auf die Mitwirkung einer Vielzahl von Beteiligten und die politische Unterstützung angewiesen.

Vernetzungsprozesse dieser Größenordnung und Vielschichtigkeit benötigen eine Koordinierungsstelle mit der Fähigkeit, die vielen Partner zu animieren, zu fördern und sie dauerhaft an den Prozess zu binden. Diese Stelle wird von der IBA und von der Bildungsbehörde besetzt. Sie sorgt für ein hohes Maß an Transparenz, Kommunikation und Beteiligung und stellt auch den Austausch zwischen den übergeordneten Ebenen der Bildungsoffensive und den jeweiligen konkreten Projekten vor Ort sicher.

Ein langer Projektvorlauf, die Einbettung in eine überörtliche Strategie sowie die Unterstützung der IBA bieten hervorragende Voraussetzungen für die Projektumsetzung auf örtlicher Ebene. Die systematische Weiterentwicklung von vernetzten regionalen Strukturen kann und muss an vorhandene Kooperationen anknüpfen. So werden die bestehenden Erfahrungen aus der Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Akteuren genutzt. Zur Umsetzung werden Kooperationsvereinbarungen zwischen den Bildungseinrichtungen geschlossen, die ganzheitlich angelegte abgestimmte Konzepte zur optimalen Förderung der Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen enthalten.

Durch die Einbettung in die IBA ist die öffentliche Wahrnehmung besonders groß. Die Rolle der IBA als externer Steuerer ist von großer Bedeutung und kann Modellcharakter für vergleichbare komplexe Stadtentwicklungsvorhaben entfalten. Zum Gelingen einer Bildungsoffensive ist jedoch auch eine umfassende Kommunikationsstrategie erforderlich, um viele Akteure dafür zu gewinnen und zu motivieren. Dies ist in Hamburg mit den gewählten zielgruppengenauen Instrumenten gelungen.

Zusatzinformationen

Projektträger

  • Internationale Bauausstellung IBA Hamburg

Ansprechpartner

  • Internationale Bauausstellung IBA Hamburg
    Am Veringhof 9 21107 Hamburg
  • Theda von KalbenTheda von Kalben

    Telefon: 040 22622726

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