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Dortmund "all inclusive" – Ein Projekt zur Förderung des innerstädtischen Grenzverkehrs

Logo der Projektinitiative Dortmund "all inclusive" Logo der Projektinitiative Dortmund "all inclusive""Kontakt hilft! Jedenfalls meistens. Wir schaffen Gelegenheiten für Begegnungen und erhöhen durch unsere Moderation die Chance, dass der Kontakt zu einer positiven Erfahrung wird." Quelle: Planerladen e.V.

Die Stadt Dortmund ist in ihrer sozialräumlichen Struktur stark polarisiert. Zwischen den Stadtteilen, beispielsweise der Südstadt und der Nordstadt, gibt es kaum Austausch. Die Stadtteilgrenzen bilden Barrieren für die Bürger, ihre Mobilität und Freizeitgestaltung. Darunter leiden nicht nur die innerstädtische Chancengleichheit und demokratische Teilhabe, sondern auch der Zusammenhalt in der Stadt. Dem wirkt das Projekt Dortmund "all inclusive" mittels verschiedener Veranstaltungsformaten und öffentlichkeitswirksamer Aktivitäten entgegen.

Ziel

Das Projekt baut auf dem Erfolg und den Erfahrungen der Veranstaltungsreihe "Bürgerforum: Nord trifft Süd" des Planerladen e.V. in Kooperation mit der Auslandsgesellschaft NRW e.V. und der Stadt Dortmund auf. Anknüpfend an die bisherige Arbeit erprobt das Vorhaben neue Formate, um stadtteilübergreifende Begegnungsmöglichkeiten zu schaffen. Ideen und Informationen sollen zwischen den Stadtteilen ausgetauscht und weitergetragen werden; durch das Kennenlernen sollen Kontakte, Partnerschaften und Netzwerke entstehen. Der Bezug zum und die Verwurzelung im jeweiligen Stadtteil ("Kiezdenken") soll dabei nicht verworfen werden, sondern zum gegenseitigen Respekt und zur selbstbewussten Auseinandersetzung motivieren.

Ziel des Projektes ist die Förderung des Dialogs, des Zusammenlebens und der Solidarität über die Grenzen von Stadtteilen hinweg. Vorbehalte und Berührungsängste zwischen "Nord-" und "Südhälfte", wie auch zwischen "Migranten" und "Einheimischen", "Hochkultur" und "Subkultur", "Jung" und "Alt" sollen abgebaut werden. Ebenso soll die Vielfalt der Stadtgesellschaft, der Menschen und Netzwerke sowie deren Stärken und Potenziale sichtbar gemacht werden.

Umsetzung

Podiumsdiskussion im Rahmen des Bürgerforums Podiumsdiskussion im Rahmen des BürgerforumsPodiumsdiskussion im Rahmen des Bürgerforums Quelle: Planerladen e.V.

Um den innerstädtischen Grenzverkehr zu befördern, wählte das Projekt drei unterschiedliche Veranstaltungsformate, die sich durch eine gewisse Anpassungsflexibilität und Niedrigschwelligkeit auszeichnen: „Nord trifft Süd – Dortmund querbeet“, „Nord-eXport“ und eine Kampagne bestehend aus öffentlichkeitswirksamen Events.

Der Projektbaustein „Nord trifft Süd“ wurde in Form von Bürgerforen umgesetzt, für die ein kooperatives Programm entwickelt wurde. Die Themen waren vielfältig und reichten von „Engagement gegen Armut“ über „Zusammenleben im Stadtteil: Fußball verbindet“ bis zu „Strukturwandel im Stadtteil“. Eingeladen wurden vor allem kleinere Einrichtungen, Vereine und Gruppierungen, die insbesondere im lokalen Umfeld wirken, ab und an auch größere, etablierte Gruppen. Wichtig bei der Auswahl der Podiumsgäste war insbesondere eine Besetzung des Podiums mit mindestens einer Gruppe aus dem „Norden“ der Stadt sowie mit „Migrationsbezug“.

Der Projektbaustein „Nord-eXport“ brachte Menschen und Gruppen aus der Nordstadt mit ihren Talenten, Leidenschaften und Aktivitäten in die südlichen Gebiete der Stadt. Möglichkeiten der Repräsentation bildeten dabei das DortBunt!-Festival oder andere Festivitäten in weiteren Stadtteilen wie das „Weihnachtsfest Hombruch“ oder das Michaelisfest in Mengede.

Das dritte Format, die Kampagne, beinhaltete zwölf Events, die in allen Stadtbezirken durchgeführt wurden und die Bewohner aus unterschiedlichen Stadtgebieten zusammenführte. An unterschiedlichen, oftmals weniger bekannten Orten fanden unterschiedliche Aktionen statt, diese stets in Kooperation mit der Stadt und Partnern vor Ort: von „Eving trifft Hörde“ (Skywalk und Hochofenaufstieg auf PHOENIX West) über „Weststadt trifft Scharnhorst“ (Arbeitstag auf dem Lernbauernhof Schulte-Tigges mit abschließender Brotzeit) bis zu „Aplerbeck trifft Oststadt“ (Musikgruppen präsentierten sich mit Essen und Musikdarbietung im Haus der Vielfalt). Die Orte wirkten dabei als Attraktion, um einen Anlass und den Raum für Begegnung und Austausch zu bilden. Die Besucherzahl reichte von einem Dutzend bis über 120 Teilnehmern beziehungsweise 350 am Abschlussevent, dem „Querbeet Festival“.

Ergebnis

Ergebnisdiskussion eines Bürgerforums, das als „World Café“ durchgeführt wurde Ergebnisdiskussion eines Bürgerforums, das als „World Café“ durchgeführt wurdeErgebnisdiskussion eines Bürgerforums, das als „World Café“ durchgeführt wurde Quelle: Planerladen e.V.

Das Projekt mit seinen verschiedenen Begegnungsformaten hat es geschafft, den innerstädtischen Grenzverkehr in der Stadt Dortmund in Gang zu setzen. Dabei hat sich gezeigt, dass „Highlight-Events“ wie die Begehung eines Industriedenkmals oder die Fahrt mit einer Museumsbahn eine hohe Attraktivität besitzen und eine große Teilnehmerzahl zur Folge haben, dass diese Formate aber nicht notwendigerweise intensive Kontakte zwischen den beteiligten Gruppen mit sich bringen. Vielmehr ist zu beobachten, dass die gegenseitige Kontaktaufnahme sich umso einfacher gestaltet, je kleiner die Gruppen waren und je weniger die Kommunikation von den Veranstaltern „vereinnahmt“ wurde. Erkennbar war der Austausch dann am intensivsten, wenn die Teilnehmer nicht nur passiv-rezeptiv waren, sondern auch gemeinsam in Aktion treten konnten. Kleinere Formate mit gemeinsamer Aktivität erreichten also intensivere und nachhaltigere Kontakte. Dennoch haben große Events durchaus ihre Berechtigung. Sie können als Türöffner dienen, um verschiedene Gruppen erstmalig zusammenzubringen und Denkanstöße zu vermitteln.

Wie wichtig und sinnvoll die Arbeit des Projektteams ist, zeigt nicht zuletzt der zwischenzeitlich von der Stadt Dortmund angestoßene Prozess „Nordwärts“, der die Stärken der nördlichen Stadtteile sichtbarer machen soll und die Verbindung der Stadtgesellschaft über die Nord-Süd-Grenze hinweg zum Ziel hat. Im Rahmen dieses Prozesses werden die erprobten Ansätze des Projekts weitergeführt.

Zusatzinformationen

Projektträger

  • Planerladen e.V.

Ansprechpartner

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