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Unser Stadtteil Kinderhaus, Münster/Westfalen

Die Luftaufnahme zeigt die heterogene Bebauung von Alt-Kinderhaus. Quelle: Stadt Münster - Vermessungs- und Katasteramt - 48127 Münster Luftbild des Planungsgebiets"Kinderhaus ist ein lebenswerter Stadtteil mit vielen Besonderheiten und Reizen, der auf längere Sicht durchaus das Potenzial zum 'Musterstadtteil' hat." (Oberbürgermeister Markus Lewe) Abbildung mit Genehmigung des Vermessungs- und Katasteramtes der Stadt Münster vom 16.02.2012 - Kontrollnummer: 6222.189.12

Kinderhaus ist mit ca. 15.000 Einwohnerinnen und Einwohnern einer der größeren Stadtteile in Münster. Aufgrund der Wohnungsbauleistungen in den 1970er und 1980er Jahren stieg die Bevölkerungszahl deutlich an. Die Infrastruktur wurde entsprechend ausgebaut. Heute leben im Stadtteil rund 100 Nationalitäten.

Ziel des Projekts

Kinderhaus ist mit ca. 15.000 Einwohnerinnen und Einwohnern einer der größeren Stadtteile in Münster. Aufgrund der Wohnungsbauleistungen in den 1970er und 1980er Jahren stieg die Bevölkerungszahl deutlich an. Die Infrastruktur wurde entsprechend ausgebaut. Heute leben im Stadtteil rund 100 Nationalitäten. Teile der Infrastruktur und einige Wohnungsbestände sind den Anforderungen derzeit jedoch nur bedingt gewachsen und sollen auf Grundlage eines Stadtteilentwicklungskonzeptes weiter entwickelt werden. An der Erarbeitung dieses Konzeptes wurden im Rahmen des Pilotprojekts die Bürgerinnen und Bürger von Kinderhaus beteiligt.

Kinderhaus ist ein sehr lebenswerter Stadtteil mit vielen Besonderheiten und Reizen sowie einem breiten bürgerschaftlichen Engagement für ein solidarisches Miteinander im Stadtteil und für die künftige Entwicklung von Kinderhaus. Auch diese Aspekte spielen für das Stadtteilentwicklungskonzept eine Rolle. Sie sollten durch das Beteiligungsverfahren noch gestärkt werden, z. B. bei Fragen zur baulichen Gestaltung des Hauptzentrums in Kinderhaus oder zur zukünftigen Grünflächenentwicklung in Kinderhaus.

Aufgabe

Die verkehrliche Infrastruktur und die damit verbundene Anbindung an die Münsteraner City und die Nachbarstadtteile, die Entwicklung des örtlichen Einzelhandels und der Dienstleistungen, die Grün- und Frei- sowie Sportflächenentwicklung und die Weiterentwicklung von Freizeit- und Kulturangeboten, zählten zu den zentralen Themen des Beteiligungsverfahrens. Dabei wurden mehrere räumliche Handlungsschwerpunkte identifiziert, für die Nutzungs- und Gestaltungsideen durch die Bürgerinnen und Bürger entwickelt wurden.

Um dem Stadtteil eine Zukunftsperspektive zu geben, sollten möglichst viele Menschen in die Entwicklung einbezogen werden – nicht nur die argumentationsstarken, die ohnehin immer zu Wort kommen. Das im Rahmen des Projekts entstehende Netzwerk sollte schließlich so stabil sein, dass es auch nach der Beendigung des Beteiligungsverfahrens zum Stadtteilentwicklungskonzept Impulse für die weitere Stadtteilentwicklung setzen kann.

Umsetzung

Die Nationale Stadtentwicklungspolitik unterstützte einen modularen Prozess. Parallel zur kontinuierlichen Netzwerktätigkeit wurden unterschiedliche Beteiligungsangebote konzipiert, die sich an den differenzierten Beteiligungsansprüchen, -wünschen und -möglichkeiten der Menschen im Stadtteil orientierten und die Einbeziehung auch beteiligungsunerfahrener Gruppen sicherten: DIALOG – ENTDECKEN – MITEINANDER LEBEN.

Im Rahmen des Moduls DIALOG fanden Veranstaltungen und Workshops zu ausgewählten Themen der Stadtteilentwicklung sowie Foren zur Gesamtbearbeitung des Stadtteilentwicklungskonzeptes statt. Die Bürgerschaft erhielt die Chance, grundsätzliche Entwicklungen nachzuvollziehen, verstehen zu lernen, eigene Ideen zu entwickeln und die Konsequenzen und Wechselwirkungen unterschiedlicher Maßnahmen abzuwägen.

Die Module ENTDECKEN (vor Ort – niederschwellig – zu Hause – identifikationsstiftend) und MITEINANDER LEBEN (alltägliches Miteinander in einem sich verändernden Stadtteil) sind Beispiele für Angebote im Prozess der Quartiersaneignung, die insbesondere im Baustein "Kinderhaus-Tagebuch" intensiv erfolgte. Die so gemachten Erfahrungen im Umgang mit privatem und öffentlichem Raum mündeten in ideenreiche Vorschläge zur weiteren Entwicklung des Stadtteils bzw. von bestimmten Orten innerhalb des Stadtteils.

Die Ergebnisse aus den einzelnen Beteiligungsschritten wurden aufbereitet und in die weitere Arbeit hineingegeben. Die frühzeitige Rückkopplung von Zwischenergebnissen mit den Fachämtern der Verwaltung sicherte eine qualifizierte Weiterbearbeitung der Themen in den folgenden Beteiligungsangeboten (PLANEN, MITENTSCHEIDEN). Im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung wurde Zwischenbilanz gezogen und der inhaltliche Konsens für die weitere Arbeit herausgestellt. Die Zwischenergebnisse wurden zudem in einer Ausstellung aufbereitet und drei Wochen lang an zentraler Stelle im Stadtteil gezeigt, sodass eine intensive Auseinandersetzung der Bürgerinnen und Bürger mit diesem Zwischenstand gefördert wurde.

Im Rahmen von Planungswerkstätten wurden dann aus den vorliegenden Ideen und Vorschlägen Nutzungs- und Gestaltungsszenarien mit konkreten Maßnahmenvorschlägen für das Stadtteilentwicklungskonzept entwickelt. Zur Informationsveranstaltung über die Ergebnisse aus den Planungswerkstätten im Dezember 2013 waren diese Nutzungs- und Gestaltungsszenarien in plakativen Plänen zusammengefasst. Da viele Maßnahmenvorschläge nicht im Zuständigkeitsbereich der Stadt Münster liegen, sollen auch andere angesprochene Akteure im Stadtteil die Ergebnisse erhalten. Sie müssen in die Umsetzung des Stadtteilentwicklungskonzeptes einbezogen werden, sodass die Vielzahl der Aktivitäten aller Stadtteilakteure zielgerichtet ineinandergreifen kann.

Eine Bürgerin erläutert Notizzettel auf einem Plan Konkrete Vorschläge wurden in den Planungswerkstätten kartiertKonkrete Vorschläge wurden in den Planungswerkstätten kartiert Quelle: Stadt Münster, Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung

Die weitere Förderung der Vernetzung in Kinderhaus im Rahmen des Verstetigungsprogramms zur "Sozialen Stadt Kinderhaus-Brüningheide" ab 2014 ist finanziell gesichert und soll zur Stärkung der Quartiersidentität beitragen. Mit dem Beschluss des Rates zum Stadtteilentwicklungskonzept im ersten Halbjahr 2014 wird dies zur Grundlage weiterer Planungen.

Fazit

Wie sich am Beispiel Kinderhaus zeigt, erfordert die große Heterogenität der Bevölkerung im Stadtteil eine spezielle Ansprache für verschiedene Altersgruppen, unterschiedliche Lebenslagen und Nationalitäten sowie andere spezielle Merkmale, insbesondere auch die gezielte Ansprache artikulationsschwächerer Bürger. Allgemein ist die Aktivierung von Bevölkerungsgruppen im Stadtteil ein dauerhafter Prozess, der vertrauensbildende Maßnahmen braucht. Dies zeigt sich beispielsweise an den vor Ort vorhandenen Strukturen aus der Verstetigungsphase des ehemaligen Projektes "Soziale Stadt Kinderhaus-Brüningheide", die eine schnelle Netzwerkbildung in der Anfangsphase ermöglichten. Der Weg von einer Ablehnungs- zu einer Gestaltungsbeteiligung braucht Zeit und ist nur im direkten Dialog von Politik und Verwaltung mit der Bürgerschaft machbar.

Positive Effekte gingen im gesamten Prozess nicht nur von den Beteiligungsangeboten, sondern auch von den Informationsangeboten und den geschaffenen Möglichkeiten zum direkten Dialog mit Vertretern der lokalen Politik und der Verwaltung aus. Hierauf kann bei künftigen Beteiligungsprozessen aufgebaut werden. Das vorhandene Bürgerengagement kann aufgegriffen und im Sinne des Stadtteilentwicklungskonzeptes zielgerichtet gebündelt werden.

Zusatzinformationen

Projektträger

  • Stadt Münster, Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung

Ansprechpartner

  • Stadt Münster
    Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung
    Albersloher Weg 33 48127 Münster
  • Telefon: 0251 4926180

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