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Kirche findet Stadt. Innovations- und Experimentierfelder für eine partnerschaftliche Entwicklung lebenswerter Quartiere

Projektkonferenz in Berlin Projektkonferenz in Berlin"Soziale Teilhabe und Daseinsvorsorge findet vor Ort im kommunalen Kontext statt und ist ein wichtiger Bestandteil der integrierten Stadtentwicklung. In vielen Handlungsbereichen ist ein Perspektiv- und Haltungswechsel zu einer Zielgruppen und Ressorts übergreifenden Herangehensweise in den Stadtquartieren, Kleinstädten und auf dem Land zu beobachten. Unser Ziel ist die Verzahnung der Ressourcen und des Engagements auf und zwischen allen Ebenen für ein gutes soziales Miteinander." (Vorhoff, Beneke) Quelle: FIRU mbH

In dem Projekt "Kirche findet Stadt" werden neue Formen der Kooperation zwischen Kirche, Verwaltung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft in der Quartiersentwicklung initiiert. Vorhandene Potenziale und Ressourcen sollen mit diesen neuen Allianzen besser ausgenutzt werden, um das soziale Miteinander in Stadtteilen zu stärken.

Ziele

In den Wohlfahrtsverbänden und Kirchen rückt die Öffnung des kirchlich-verbandlichen Engagements in die örtliche Gemeinde und das Wohnumfeld der Menschen stärker in den Mittelpunkt. Bisher begreifen sich Kirchengemeinden noch selten als ein wichtiger Akteur bei der Entwicklung des Quartiers. Vielmehr sind sie, häufig noch auf die Betreuung der Gemeindemitglieder und das gemeindliche „Kerngeschäft“ fokussiert. Für eine sozial-integrative Quartiersentwicklung ist es jedoch nötig, dass Kommunen, Kirchen, kirchliche Verbände, Sozial- und Wohnungswirtschaft stärker als bisher zusammenarbeiten.

Ressortübergreifendes Handeln und das Bündeln finanzieller und immaterieller Ressourcen unterschiedlicher Art und Reichweite sind darüber hinaus eine institutionelle Innovation, die sich in der Umsetzung teilweise als komplex erweist. Hierzu werden im Projekt an Pionierstandorten Erfahrungen gesammelt, wie Modelle und Strukturen der Kooperationen gestaltet werden können. Die Erkenntnisse werden im Rahmen eines Leitfadens aufgearbeitet, der vor Ort als Handlungsempfehlung für verbandliche Einrichtungen und Kirchengemeinden dienen soll.

Umsetzung

An 18 ausgewählten Pionierstandorten wurde die Zusammenarbeit zwischen Kommunen, Kirchen, kirchlichen Verbänden, Sozial- und Wohnungswirtschaft zur Verbesserung des Zusammenlebens im Quartier erprobt. Dies geschah in vier Experimentierfeldern: "Wohnen und Bekämpfung der Folgen von Armut und Ausgrenzung", "Generationenübergreifendes Zusammenleben", "Zentren und Orte der Begegnung und Integration", "Gesundheitsförderung, Prävention und Inklusion“. Fragestellungen hierbei betrafen etwa die Potenziale kirchlicher Wohnungsbauunternehmen, die Öffnung und den Umbau von Gemeindezentren zu Stadtteilzentren, den Umgang mit Armut und Segregation oder die Öffnung von Pflegeeinrichtungen ins Quartier.

Die Pionierstandorte haben sich in Transferwerkstätten in den vier Experimentierfeldern intensiv ausgetauscht und dabei auch die gastgebenden Standorte in Ortserkundungen näher kennengelernt (Nov. 2015: Köln-Chorweiler, Gemeinwesenarbeit Kirchengemeinde Johannes XXIII; Jan. 2016: Dülmen, IGZ; März 2016: Berlin, Zukunftshaus Wedding; Mai 2016: Berlin, St.-Sankt Hedwig, Alexianer).
Weiter wurden zusammen mit Vertretern aus Verbänden, Wissenschaft und Verwaltung praxisbezogene Schnittstellen zwischen sozial- und stadtentwicklungsrelevanten Ansätzen erarbeitet, um die Arbeit der Kirchen und Verbände mit den weiteren Akteuren der Stadtentwicklung zu verzahnen. Die Ergebnisse aus den Transferwerkstätten wurden von der Steuerungsgruppe zusammen mit einem interdisziplinären Expertenbeirat ausgewertet und kommentiert (Juli 2016).

Bild mit Bundesministerin Dr. Barbara Hendricks, Prälat Dr. Peter Neher und Ulrich Lilie Bundesministerin Dr. Barbara Hendricks, Prälat Dr. Peter Neher und Ulrich LilieBundesministerin Dr. Barbara Hendricks zieht mit den Präsidenten Prälat Dr. Peter Neher, Deutscher Caritasverband (re.) und Ulrich Lilie, Diakonie Deutschland (li.) die Zwischenbilanz (BMUB, November 2016). Quelle: BMUB/Sascha Hilgers

In einer öffentlichen Zwischenbilanz im November 2016 im BMUB skizzierte Bundesministerin Dr. Barbara Hendricks zusammen mit Prälat Dr. Peter Neher, Präsident des Deutschen Caritasverbands, und Ulrich Lilie, Präsident von Diakonie Deutschland, die Perspektiven für einen Zusammenhalt im Quartier.
Inhaltlich wichtig waren auch die drei Strategiegespräche, die im ersten Halbjahr 2017 durchgeführt wurden und die als überschaubare, intensive nicht-öffentliche Arbeitsrunden der Fragestellung „SGB meets BauGB“ einen passenden Rahmen boten. Vertreter der unterschiedlichen Systemlogiken dachten gemeinsam weiter. Interdisziplinäre Schnittpunkte (Sozialpolitik – Bau- und Stadtentwicklungspolitik) oder auch Verständigungen zwischen Kirche – Verband – Kommune konnten ausgelotet werden.

Ergebnis

Mit zahlreichen Veranstaltungen, der Sammlung guter Beispiele und einer Vernetzung von Akteuren ist es dem Projekt gelungen, eine bundesweite Debatte über die Relevanz kirchlich-verbandlicher Akteure für die Gestaltung von Stadt anzustoßen. Auch in der Praxis vor Ort konnten wichtige Impulse gesetzt werden. Das zeigen besonders die im Projekt ausgewählten Pionierstandorte, an denen Kirchen und ihre Einrichtungen zusammen mit Kommunen und weiteren Akteuren an der Verbesserung der Wohn- und Lebensbedingungen im Quartier arbeiten.
Wichtige Erfolge des Projekts sind die erhöhte (fach-)öffentliche Wahrnehmung des Themas, die erfolgreiche Öffnung der Kirchengemeinden an einigen Pionierstandorten und schließlich der erarbeitete Leitfaden. Dieser zeigt verbandlichen Einrichtungen und Kirchengemeinden auf, wie sie quartiersbezogenes, integriertes Handeln in der Kommune gestalten können. Die entwickelten kooperativen Ansätze in der sozialen Stadtentwicklung gilt es nun in die Breite zu tragen.

Den KfS-Leitfaden finden Sie hier: KfS-Leitfaden

Eine Übersicht der Pionierstandorte finden Sie hier: Kirche findet Stadt - Pionierstandorte

Zusatzinformationen

Projektträger

  • Deutscher Caritasverband, Diakonie Deutschland, Kirche findet Stadt-Transferstelle

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