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"Malstatt gemeinsam stark (Bottom up!)" - Büro für Selbstorganisation und Beteiligung in Malstatt

Das Quartier wird von Verkehrswegen durchschnitten Das Quartier wird von Verkehrswegen durchschnitten"Ob Kirchengemeinde, Verein oder Bürgerinitiative – jeder braucht mehr Mitstreiter, und alle müssen für Malstatt an einem Strang ziehen!" (Elfriede Müller, Sprecherin der Bürgerinitiative Sauberes Molschd), Foto: Frank Schmitz Quelle: Frank Schmitz

Saarbrücken-Malstatt gilt als sozial benachteiligter Stadtteil. Besonders im Kern des Stadtteils, einem ehemaligen Industriearbeiter-Quartier, sind viele der rd. 13.700 Bewohnerinnen und Bewohner arbeitslos und auf sozialstaatliche Unterstützung angewiesen. Mehr als 40% der Bevölkerung sind Einwanderer aus über 120 Ländern oder haben Einwanderer als Eltern. Das prägt den Charakter und das Erscheinungsbild des Quartiers – genauso wie der für die Stadt Saarbrücken höchste Kinderanteil.

Ziel des Projekts

Saarbrücken-Malstatt gilt als sozial benachteiligter Stadtteil. Besonders im Kern des Stadtteils, einem ehemaligen Industriearbeiter-Quartier, sind viele der rd. 13.700 Bewohnerinnen und Bewohner arbeitslos und auf sozialstaatliche Unterstützung angewiesen. Mehr als 40% der Bevölkerung sind Einwanderer aus über 120 Ländern oder haben Einwanderer als Eltern. Das prägt den Charakter und das Erscheinungsbild des Quartiers – genauso wie der für die Stadt Saarbrücken höchste Kinderanteil. Die Landeshauptstadt hat 2009/10 erstmals ein Stadtteilentwicklungskonzept für Malstatt erarbeitet mit dem Ziel, entsprechend der lokalen Stärken und Schwächen die Standortbedingungen zu verbessern. Mit dem Pilotprojekt wurde hierzu in einem lernenden Prozess eine Schnittstelle zwischen Verwaltung und lokalen Milieus aufgebaut. Es steht exemplarisch für einen Übergangsbereich zwischen Beteiligung, Aktivierung und dem Aufbau lokaler zivilgesellschaftlicher Netzwerke.

Aufgabe

Zuhörer-Team Malstatt Sauberes MolschdAktive der Stadtteilinitiative "Malstatt gemeinsam stark" treffen sich, um die Stadtteilversammlung vorzubereiten Quelle: P. Cromwell

Die Verwaltung will das Stadtteilentwicklungskonzept jährlich fortschreiben und Stadtteilakteure sowie Bewohner daran beteiligen. In einem demokratisch anspruchsvollen Prozess sollte im Verlauf des Projekts eine selbsttragende Stadtteilorganisation entstehen, um mit ihren Diskussions- und Entscheidungsstrukturen:

  • die selbstorganisierte Beteiligung zu befördern;
  • die Teilnahme bisher nicht organisierter Bürger zu ermöglichen und anzuregen;
  • die Verbindlichkeit der im Verständigungsprozess zwischen Bewohnerschaft, Politik und Verwaltungsakteuren erarbeiteten Ziele und Maßnahmen zu erhöhen.

Methodisch wurde auf Elemente des Community Organizing zurückgegriffen. Soziale Medien und das Internet wurden zur Kommunikation, Informationsverbreitung und Vernetzung eingesetzt.

Umsetzung

Beim Aufbau der Stadtteilorganisation kam den aktiven Gruppen und engagierten Bewohnern eine zentrale Rolle zu. Viele von ihnen hatten bereits im Projekt "Grüne Insel Kirchberg" mitgearbeitet, das bis Ende 2011 von der Nationalen Stadtentwicklungspolitik unterstützt wurde. Sie trugen in der Stadtteilinitiative "Malstatt gemeinsam stark" wesentlich zum Erfolg des Projektes bei.

Durch die Elemente des Community Organizing wurden im Prozess Multiplikationseffekte erzielt. In Malstatt haben sich im Projektverlauf über 20 aktive Bürger zu Interviewern für den sogenannten Zuhörprozess ausbilden lassen, durch den in ca. 200 Gesprächen und einer abschließenden Stadtteilversammlung eine erste Prioritätenliste der Bürgerschaft entstanden ist. Zu den Themen "Sauberes und schönes Malstatt", "Kultur und Feste", "Plätze/Orte/Sicherheit (Schwerpunkt: Fertigstellung des Kirchberggeländes)" sowie Verkehr (Schwerpunkt: Radwege) wurden von Aktionsgruppen weitere Nachforschungen angestellt und Projektvorschläge erarbeitet, um dann in Selbsthilfe oder gemeinsam mit Partnern (vor allem aus der Verwaltung) nach Realisierungsmöglichkeiten zu suchen. In Ergänzung entstand für Social-Media-Aktivitäten eine Internet-Präsenz, für die lokale Akteure zukünftig selbst die Verantwortung tragen werden.

Bei den Stadtteilversammlungen in 2012 und 2013 wurde weiter deutlich, dass die Anliegen der Bürger ernst genommen werden: Es wurden weitere konkrete Verbesserungen für den Stadtteil erreicht. Öffentliche Stadtteilkonferenzen mit Akteuren der Verwaltung werden zukünftig im Jahresturnus stattfinden und Raum für die Diskussion der aufgestellten Entwicklungsziele sowie die Möglichkeit zur Auswertung bereits unternommener Schritte bieten. Mit der Selbstorganisation der Stadtteilinteressen soll in der Stadtteilentwicklung weiterhin ein Gleichgewicht zwischen Verwaltung und aktiver Bewohnerschaft wirksam werden.

Fazit

Die Bürger übernahmen zunehmend selbst Verantwortung für den Beteiligungsprozess. So führten sie in eigener Regie zwei Stadtteilversammlungen durch. Die Ergebnisse des Zuhör-Prozesses dienten als Basis für die Entwicklung konkreter Projekte und Strategien, wie etwa einer Kampagne für mehr Sauberkeit im Stadtteil. Dabei erlebten die Beteiligten, dass sie erfolgreich Probleme im Stadtteil lösen können. Erste Schritte zum Aufbau einer selbsttragenden Bürgerorganisation bis hin zu einer Vereinsgründung und damit zu nachhaltiger, selbstbestimmter Partizipation sind vollzogen.

Im Zusammenspiel mit städtischen Beteiligungsaktivitäten wie Stadtteilkonferenzen und Ortsterminen ist es gelungen, im Stadtteil einen Möglichkeitsraum für selbstorganisierte Beteiligung zu eröffnen. In Malstatt konnte eine neue Kultur der Beteiligung erprobt werden, die Menschen ermutigt und unterstützt, sich für ihre Interessen im Stadtteil einzusetzen und damit Demokratieentwicklung von unten zu stärken.

Zusatzinformationen

Projektträger

  • Landeshauptstadt Saarbrücken

Ansprechpartner

  • Landeshauptstadt Saarbrücken
    Amt für soziale Angelegenheiten, Sozialplanung
    Kohlwaagstraße (Haus Berlin) 66104 Saarbrücken
  • Frank SchmitzFrank Schmitz

    Telefon: 0681 905-3424
  • Projektbüro "Malstatt gemeinsam stark (Bottom-up!)"
    Malstatter Markt 3 66115 Saarbrücken
  • Telefon: 0681/41620770

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