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SALZ und SUPPE – Milieuübergreifender Dialog in Stuttgart

Logo der Projektinitiative Salz & Suppe Logo der Projektinitiative Salz & Suppe"Die Heterogenität der Teilnehmer ist die Hauptzutat, gewissermaßen das SALZ in der SUPPE." (Ulrich Dilger, Stadt Stuttgart) Quelle: Stadt Stuttgart / Carlos Garcia-Sancho

„Ein Bund engagierter Bürger, eine Hand voll Partizipation, vier Esslöffel Meinungsaustausch, ein Schuss Konsens, eine Prise Protest und Moderation nach Geschmack…“.
Mit dem Projekt Salz & Suppe – Stuttgart im Dialog startete die Stadt Stuttgart im Jahr 2016 einen stadtweiten Dialog über soziale, kulturelle und räumliche Grenzen hinweg. Die soziale Mischung der Stadtbevölkerung wird als ein wesentliches Merkmal einer nachhaltigen Stadtentwicklung verstanden, doch fehlten bislang geeignete Plattformen für einen Austausch zwischen den unterschiedlichsten Milieus. Das Pilotprojekt Salz & Suppe hat das Ziel, genau solch eine Plattform zu schaffen, indem es die unterschiedlichsten Menschen – vom Flüchtling über den Studenten bis hin zum Manager – an einen (Ess-)Tisch bringt.

Ziel des Projekts

Das Projektziel besteht darin, einen stadtweiten, milieuübergreifenden Dialog zu initiieren und zu fördern. Selbst wenn unterschiedliche gesellschaftliche Gruppen in räumlicher Nachbarschaft, gar im gleichen Gebäude, leben, so bedeutet das nicht, dass zwangsläufig eine Interaktion und Kommunikation stattfindet. Ein Zusammenleben in der Stadt setzt jedoch voraus, dass Menschen in Beziehung zueinander stehen. Bei dem Projekt sollen vor allem auch diejenigen Personen erreicht und beteiligt werden, die bei klassischen Beteiligungsformaten in der Regel nicht erreicht werden können. Neben der Stärkung des sozialen Zusammenhalts und dem Abbau von Vorbehalten war auch das Erarbeiten von Ideen für die Stadtentwicklung und deren gemeinsame Umsetzung ein wesentliches Ziel des Projekts.

Aufgabe

Im Rahmen des Pilotprojekts SALZ und SUPPE werden zwei Aufgaben miteinander verbunden; zum einen der Versuch, einen milieuübergreifenden und stadtweiten Dialog zwischen Bürgern zu initiieren, und zum anderen das Austesten einer neuen Form der Bürgerbeteiligung.

Daher wird aus den Zutaten Kochen, Essen, Zusammensein und miteinander Diskutieren ein Format entwickelt, das wie ein Katalysator wirkt. Durch das Projekt werden Menschen zusammengebracht, die sonst eher weniger Zeit miteinander verbringen würden. Gerade die gesellschaftliche Vielfalt der Gruppen fördert den sozialen Zusammenhalt und den Abbau von Vorurteilen. Darüber hinaus haben die Teilnehmer unterschiedliche Sichtweise sowie Ressourcen, die sie in den Prozess mit einbringen. Die daraus resultierenden Energien führen zu einer bürgergetragenen und kreativen Stadtentwicklung.

Umsetzung

Um die genannten Ziele zur erreichen, wird das populäre mediale Format einer Kochshow modifiziert und in einen stadtweiten und milieuübergreifenden Ansatz übertragen. Festgelegte Gruppen von "Gastgebern" laden sich gegenseitig in ihre Wohnungen ein oder treffen sich alternativ auf "neutralem" Boden, beispielsweise in einer Schulküche in der Nähe.
Das Projekt wurde über verschiedene Kanäle wie beispielsweise lokale Zeitungen, Familien- und Stadtteilzentren, Bibliotheken, Sozialkaufhäusern oder im Biosupermarkt beworben.
Bei der Auswahl der neun Kochgruppen wurde darauf geachtet, dass die Teilnehmer so heterogen wie möglich sind.
Die Kochgruppen trafen sich im Juni 2016 an vier Abenden in städtischen Einrichtungen oder bei den Teilnehmern zu Hause. Jeder Abend beinhaltete einen Stadtteilsparziergang durch das Quartier, ein gemeinsames Essen sowie eine daran anschließende Diskussion.
Am ersten Abend wählten die Kochgruppen eines von sechs vorgegebenen Themen aus, aus dem sie im Verlauf der weiteren drei Kochabende ihre Projektideen entwickelten.
Basierend auf dem Themenschwerpunkt entwickelten die Teilnehmer am zweiten Kochabend eine fantasievolle Zukunftsvision. In den folgenden Abenden wurde hieraus eine umsetzbare Idee ausgearbeitet und diese auf einem Plakat aufgezeigt. Ein Moderator begleitete jeweils die Kochgruppen an den Abenden. Dieser führte in die Diskussionsrunde ein und unterstützte sie. An der Abschlussveranstaltung im Juli 2016 präsentierten alle Kochgruppen ihre Projektideen vor den Teilnehmern sowie Projektpartnern und -unterstützern.

Unter dem Motto „Öffentlicher Raum ist das, was man die Gemeinschaft daraus machen lässt“ waren der Kreativität der einzelnen Gruppen keine Grenzen gesetzt. Das Resultat: Unterschiedlichste Ideen, die zu einer nachhaltigen Stadtentwicklung beitragen können. Dazu gehört die sinnvolle Nutzung leerstehender Gebäudeteile für Bürger – beispielsweise in Form eines Pop-up Wohnzimmers – oder neue Begegnungsräume wie ein Bauwagen als „Lieblingsplatz“ mit Liegestühlen und Freizeitutensilien.
Diese und noch mehr Vorschläge wurden anschließend von allen Teilnehmern der Veranstaltung nach den Kriterien der Innovation der Idee, ihrer Umsetzbarkeit und hinsichtlich ihres gesellschaftlichen Mehrwerts für die Stadtgesellschaft bewertet.

Am Ende haben die Teilnehmer die folgenden drei Ideen ausgewählt: Kochgruppe 1, mit der Idee, der wandernden Straßenfeste mit Grill und Suppe, die spontan, offen und zwanglos jeden einladen teilzunehmen, die Idee der Projektgruppe 2, die sich Gedanken über die gemeinschaftliche Nutzung des Walz-Areals gemacht haben sowie das Projekt der Gruppe 3, die mit dem bunten Bauwagen „Süße Kiste“ einen mobilen „Lieblingsort“ für alle Stuttgarterinnen und Stuttgarter schaffen wollen.
Dass die Kochrunden des Projekts Salz & Suppe nach der Abschlussveranstaltung vorerst auslaufen, bedeutet keineswegs das Ende des angestoßenen Dialogs. Viele der Kochgruppen treffen sich und kochen auch nach dem offiziellen Projektende gemeinsam weiter und wollen kleinere Projekte realisieren.
Das offizielle Projektende ist zudem als Beginn einer neuen Kultur der bürgerschaftlichen Mitgestaltung zu verstehen. So haben die drei an der Abschlussveranstaltung ausgewählten Ideen die Chance, auf einer weiteren, von der Stadt organisierten Veranstaltung im Januar 2017, Unterstützer für die Realisierung ihres Konzepts zu gewinnen.
Auf einem „Marktplatz der Ideen“ werden die Projektteilnehmer von Salz & Suppe auf relevante Vertreter aus der Verwaltung, bestehende Initiativen und mögliche Sponsoren treffen.

Darüber hinaus werden die Ergebnisse aus allen Kochgruppen in einem Buch, das in Zusammenarbeit mit dem Krämerverlag erstellt wird, festgehalten. Dadurch soll das Konzept an andere Kommunen weitergegeben werden, sodass diese ebenfalls davon Gebrauch machen können.

Zusatzinformationen

Projektträger

  • Landeshauptstadt Stuttgart

Ansprechpartner

  • Landeshauptstadt Stuttgart
    Amt für Stadtplanung und Stadterneuerung
    Eberhardstraße 10 70173 Stuttgart
  • Ulrich DilgerUlrich Dilger

    Telefon: 0711 216 - 20046
  • Birgit KastnerBirgit Kastner

    Telefon: 0711 216 - 20049

Partner

  • Büronetzwerk Studio Dos
    (Externe Projektbegleitung)
    Schlosserstraße 17a 70180 Stuttgart

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