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Nachbarschaft und Vielfalt: strategische Wohnraumentwicklung für Geflüchtete

Lorettoplatz LorettoplatzLorettoplatz Quelle: © Stadt Tübingen

Kann mit Konzeptwettbewerben Wohnraum für geflüchtete Menschen entwickelt werden? Erstmalig überträgt die Stadt Tübingen ein seit Jahren erprobtes Instrument auf die Unterbringungsbedarfe geflüchteter Menschen. Ein Großteil der neu entstehenden Wohneinheiten soll für die Anschlussunterbringung zur Verfügung stehen. Gleichzeitig wird der öffentliche und halböffentliche Raum als Potenzial genutzt, um Integration im Quartier zu fördern.

Idee und Ziele

Die Stadt Tübingen vergibt Flächen in Entwicklungsgebieten bereits seit vielen Jahren zu Festpreisen. Im Rahmen von Konzeptwettbewerben kommen Baugruppen und andere zivilgesellschaftliche Akteure zum Zuge, die innovative Ideen in die Stadtteile einbringen. Ziel ist es, auf diese Weise vielfältige und lebendige Quartiere für unterschiedliche Nutzergruppen zu entwickeln. Diese Form der Wohnraumentwicklung wird nun erstmals auf die Unterbringungsbedarfe geflüchteter Menschen übertragen. Langfristig soll mit dem Projekt bezahlbarer Wohnraum geschaffen und gleichzeitig die entstehenden öffentlichen und halböffentlichen Räume für kreative Integrationskonzepte (z.B. Urban Gardening, regelmäßige Feste, Kulturprogramme) nutzbar gemacht werden.

Umsetzung

Zu Beginn des Projektes finden Bürgerräte mit durch Zufall ermittelten Bürgern aus der unmittelbaren Nachbarschaft der geplanten Wohnstandorte sowie zwei Mitbürgern mit Fluchterfahrung statt, um einen Überblick über die Bedarfe und Wünsche der Bewohner zu bekommen. Die Ergebnisse werden in Quartiersworkshops vorgestellt und um eine Bestandsaufnahme von Initiativen sowie Konkretisierung und Konzepterarbeitung ergänzt. Im Folgenden werden standortbezogene integrative räumliche Nutzungs- und Gestaltungskonzepte für die öffentlichen und halböffentlichen Räume erarbeitet und umgesetzt. In den jeweiligen Quartieren wird es zudem Arbeitsgruppen zur Koordination und Durchführung der Planung geben.

Für den standortübergreifenden Wissenstransfer wird eine verwaltungsübergreifende Strategie- und Beteiligungsgruppe (Vertreterinnen und Vertreter aus Verwaltung, Politik, Zivilgesellschaft und Geflüchteten) zur Weiterentwicklung des Tübinger Integrationskonzepts initiiert. Ein Leitfaden sowie ein interkommunales Symposium dienen der Verbreitung der Erfahrungen und Ergebnisse.

Zusatzinformationen

Projektträger

  • Universitätsstadt Tübingen

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