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Konversion in Darmstadt – Aufbruch zu einer nachhaltigen zivilgesellschaftlichen Stadt- und Planungskultur

Luftbild Luftbild"Im Bürgerforum beschäftigen wir uns mit dem Dreiklang Konversion – Bürgerbeteiligung – Identität. Wir haben das Format Bürgerforum gemeinsam mit der Schader-Stiftung entwickelt, um den Sprung von der konkreten Konversionsfläche zur Gesamtstadt zu vollziehen – um zu einem umfassenden bürgerschaftlichen Stadtentwicklungsprozess zu finden. Der Dreiklang lautet mithin ebenso: Stadt – Partizipation – Identität." (Oberbürgermeister Jochen Partsch), Foto: Wissenschaftsstadt Darmstadt

Mit dem Abzug der amerikanischen Streitkräfte Ende 2008 stehen in Darmstadt neue Entwicklungspotenziale zur Verfügung. Innerhalb des Stadtgebietes befinden sich insgesamt rund 314 ha ehemals militärisch genutzte Flächen. Davon können etwa 122 ha als innerstädtische Konversionsflächen angesehen werden.

Ziel des Projekts

Mit dem Abzug der amerikanischen Streitkräfte Ende 2008 stehen in Darmstadt neue Entwicklungspotenziale zur Verfügung. Innerhalb des Stadtgebietes befinden sich insgesamt rund 314 ha ehemals militärisch genutzte Flächen. Davon werden etwa 122 ha als innerstädtische Konversionsflächen angesehen. Diese Flächen befinden sich zumeist in städtebaulich integrierten Lagen und weisen eine gute Erreichbarkeit zur City auf. Mit diesem Großprojekt soll insbesondere dem prognostizierten Einwohnerzuwachs der Stadt bis ins Jahr 2020 Rechnung getragen werden. Zugleich sollen aber auch neue Gewerbeflächen angeboten werden. Die Wissenschaftsstadt Darmstadt hat für die künftige Entwicklung der jeweiligen Flächen bestimmte Schwerpunktnutzungen festgelegt und legt einen besonderen Wert auf die Beteiligung einer breiten Öffentlichkeit am gesamten Entwicklungsprozess

Aufgabe

Die Wissenschaftsstadt Darmstadt hat für 2011 eine Rahmenplanung für die Nachnutzung ehemaliger Militärstandorte im Konversionsbereich-Süd beschlossen. Diese sieht als städtebauliche Zielvorgabe die Entwicklung neuer bedarfsorientierter Wohnquartiere für rund 5.500 Einwohner auf den 58 ha großen Flächen im Süden des Stadtteils Bessungen vor. Das gesamte Gebiet weist innerhalb des Stadtgefüges eine besondere Lage auf: Es stellt den Übergangsbereich zwischen der dicht bebauten Kernstadt zum Stadtteil Eberstadt dar. Die Flächen liegen im Schnittpunkt eines nahezu geschlossen umfließenden Wald- und Offenlandgürtels am Fuß der Ludwigshöhe. Zudem treffen dort die beiden Naturräume des vorderen Odenwalds und der hessischen Rheinebene aufeinander.

Die Anforderungen an die Planung sind vielfältig, da sowohl aktuelle Bedürfnisse nach Wohnraum und zugleich gesellschaftliche Entwicklungen in langfristiger Perspektive berücksichtigt werden müssen. Zu den Herausforderungen gehört die Entwicklung innovativer, sozial gemischter Wohnkonzepte als adäquate Antwort auf den demographischen Wandel aber auch die Erprobung neuartiger quartiersbezogener Verkehrskonzepte sowie die Berücksichtigung der Bewohnerinteressen hinsichtlich sozialer Vernetzung.

Umsetzung

Die langfristige Umnutzung der brachliegenden Flächen der Lincoln-Siedlung, der ehemaligen Cambrai-Fritsch-Kaserne und der Jefferson-Siedlung soll in einem interaktiven Lern- und Beteiligungsprozess mit der Darmstädter Stadtgesellschaft unter Begleitung der Schader-Stiftung kontinuierlich weiterentwickelt werden. Mit Bürgerforen und Planungswerkstätten wird an die erfolgreiche Entwicklung des Rahmenplans Bessungen-Süd angeknüpft. Dieser wurde im Juni 2011 von der Stadtverordnetenversammlung als Ergebnis eines mehrstufigen Abstimmungsprozesses beschlossen. Er stellt für die Konversionsareale die zentrale Grundlage der weiteren Planung dar.

Bei der Einbindung der Darmstädter Bürgerschaft in den Planungsprozess wurden die bereits aufgebauten Beteiligungsstrukturen genutzt. Neben der fachlichen Beratung und der Vernetzung der Akteure haben insbesondere die Fachforen der Schader-Stiftung immer wieder neue Themenbereiche bearbeitet.

Fazit

Halle HalleQuelle: Wissenschaftsstadt Darmstadt, Amt für Wirtschaft und Stadtentwicklung

Im Rahmen des Konversionsprozesses in Darmstadt wurde deutlich, dass die Entscheidungsspielräume für Planung und Entwicklung in einem hohem Maß von externen Einflüssen und spezifischen Anforderungen des Grundstückseigentümers abhängig sind. Aufgrund der erforderlichen Flexibilität wurden unterschiedliche Wege der Flächenentwicklung eingeleitet. Die formulierten Bedarfe aus der Bürgerschaft werden weiterhin in die städtebaulichen Planungen einbezogen.

Im bisherigen Verlauf des Projektes hat sich gezeigt, dass je nach Sachlage unterschiedliche Methoden der Partizipation angewendet werden können. Langfristig soll mit dem Pilotprojekt Darmstadt-Bessungen ein Maßstab für die Beteiligungskultur an nachfolgenden städtebaulichen Planungen gesetzt werden.

Zusatzinformationen

Projektträger

  • Wissenschaftsstadt Darmstadt

Ansprechpartner

  • Amt für Wirtschaft und Stadtentwicklung
    Im Carree 1 64283 Darmstadt
  • Telefon: 06151 13-2045

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