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Das Honorary Hotel. Ein Ort der Begegnung im Leipziger Osten

Nachbarschaftsarbeit und internationale Kunstszene Nachbarschaftsarbeit und internationale KunstszeneNachbarschaftsarbeit und internationale Kunstszene Quelle: Ariane Jedlitschka

Der Osten der Stadt Leipzig ist ein vielfältiges Stadtquartier, der Bereich rund um die Eisenbahnstraße ist Leipzigs Ankunftsort für internationale Zuwanderer. Im Fokus des Projekts stand die niedrigschwellige Entwicklung von Immobilien aus der gemeinsamen Initiative von Kunstschaffenden, sozialem Unternehmertum und der umgebenden Nachbarschaft. Dabei wurden von der zivilgesellschaftlichen Gruppe Helden wider Willen e.V. zwei leerstehende Häuser gemeinschaftlich umgebaut, saniert und schließlich genutzt. Die beiden Gebäude geben durch ihre Nutzungen und die neuen Bewohner wichtige Impulse für den sozialen Zusammenhalt im Quartier.

Ziele

Der Ostblock Leipzig ist Ankunftsort und Lebensraum für circa 300 Menschen Der Ostblock Leipzig ist Ankunftsort und Lebensraum für circa 300 MenschenDer Ostblock Leipzig ist Ankunftsort und Lebensraum für circa 300 Menschen Quelle: Ralph Niese

Der Verein „Helden wider Willen“ hatte sich zum Ziel gesetzt, die leerstehenden Immobilien in einem schrittweisen Prozess, Hand in Hand mit den Bewohnerinnen und Bewohnern aus der Nachbarschaft, zu einem internationalen Begegnungszentrum und Gästehaus zu entwickeln. Nun können Menschen aus aller Welt mit Kunstschaffenden als auch mit den im Quartier ansässigen Gemeinschaften in Kontakt treten. Dabei werden aktuelle gesellschaftliche Themen in der unmittelbaren Umgebung ebenso bearbeitet wie internationale Entwicklungen.

Die "“Grüne Parade"  als fester Bestandteil des Projekts findet zweimal im Jahr statt Die "“Grüne Parade"  als fester Bestandteil des Projekts findet zweimal im Jahr stattDie "“Grüne Parade" als fester Bestandteil des Projekts findet zweimal im Jahr statt Quelle: Ariane Jedlitschka

Der gemeinnützige Verein ist sowohl Besitzer und Erbbaurechtsnehmer beider Häuser als auch Träger der dort stattfindenden Projekte. Andere Vereine wie der IBiZ (Initiative Bildung in Zukunft) e.V., der Urban Gardening-Verein „Stadtpflanzer e.V.“ und Initiativen wie „Hildes Enkel“ und „Wilde Hilde“ sind Mieter im Projekt.

Umsetzung

Beim Spielplatzbau werden Eltern und Kinder gemeinsam aktiv Beim Spielplatzbau werden Eltern und Kinder gemeinsam aktivBeim Spielplatzbau werden Eltern und Kinder gemeinsam aktiv Quelle: Ariane Jedlitschka

Die Umsetzung des Projekts erfolgte mittels verschiedener Bausteine. In Baustein 1 konnte das Team wie geplant eine Künstlerresidenz etablieren, die während der Projektlaufzeit bereits zahlreiche „Artists in Residence“ beherbergte. Künstler aus Großbritannien, Finnland, Kanada, Spanien, Island, Syrien, Dänemark arbeiteten für und mit der Nachbarschaft. Es entstanden unterschiedliche Projekte und Interventionen, wie ein ehrenamtlich betriebenes Programmkino, das „Honorary Cinema“.

Verschiedene Nachbarschaftsaktionen konnten in Baustein 2 umgesetzt werden. Die monatlichen Angebote wurden durch das Projektteam geplant, andere auch spontan nach Anlässen und Anregungen aus der Nachbarschaft initiiert. Das konstante Format stellt die Honorary Kitchen dar, die regelmäßig stattfindet und durch die Ausrichtung auf dem Bürgersteig vor dem Honorary Hotel für Sichtbarkeit im Stadtteil und niedrigschwelligen Zugang sorgt. Wöchentlich trifft man sich bei „Hildes Sprachtee“, der nach der Einrichtung einer Unterkunft für Geflüchtete in der Nachbarschaft entstand. Für alle offen, geht es beim Sprachtee hauptsächlich um Spracherwerb, aber auch um Austausch und Kennenlernen. Als weiteres Angebot wurde „Hildes Bauernmarkt“ entwickelt, in einer Kooperation mit Landwirten aus der Region können an den „Markttagen“ deren Produkte im „Honorary Hotel“ gekauft werden.

Im Rahmen des dritten Bausteins wurden Räumlichkeiten im Erdgeschoss und im ersten Obergeschoss sukzessive renoviert und für den Hotelbetrieb hergerichtet. Das Team verzeichnet regelmäßige Buchungen von Gästen aus ganz Deutschland, Europa und weltweit.
Im Baustein 4 wurde das help*festival etabliert. Einmal jährlich fand das Festival in und um die Projekthäuser statt. In der Festivalwoche wurden die verschiedensten Aktionen durchgeführt, Workshops, Zukunftswerkstätten mit internationalen Teilnehmern, Präsentationen der Arbeit der „Artists in Residence“, Paraden, gemeinsames Kochen, Exkursionen und weiteres mehr.

Auch im digitalen Bereich engagiert sich der Verein für eine Vernetzung von Akteuren im Stadtgebiet. Unter dem Titel leipziger-ecken.de ist zusammen mit zahlreichen Akteuren aus dem Osten der Stadt eine Stadtteilplattform entstanden, die über 70 Initiativen, Vereine und sonstige Akteure vorstellt und einen Überblick über deren Veranstaltungen und Angebote gibt.

Ergebnis

Dem Projekt ist es gelungen, in und um die beiden Projekthäuser eine Vielzahl an Anlässen zur Begegnung zu schaffen. Hierfür war die Verortung im Quartier und damit die Sichtbarkeit sowie die Verlässlichkeit als Anlaufstelle entscheidend. Die Grenzen zwischen Veranstaltungen und dem Alltag der Nachbarn konnten aufgelöst werden. Das Projekt bietet verschiedene Intensitätsstufen der Mitwirkung an, so dass jeder Nachbar sich nach seinen Möglichkeiten und Wünschen einbringen konnte. Schließlich entwickelte das Projektteam seine Formate und Angebote anhand der Bedarfe und Interessen der Nachbarschaft weiter.

Zusatzinformationen

Projektträger

  • Helden wider Willen e.V.

Ansprechpartner

  • Helden wider Willen e.V.
    Hildegardstraße 49/51 04315 Leipzig
  • Ariane Jedlitschka Ariane JedlitschkaAriane Jedlitschka

    Telefon: 0178 4754669

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