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Nationale Stadtentwicklungspolitik

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Beetzendorf-Poppau „Ökodorf Sieben Linden“

In der Nähe des Ortskerns von Beetzendorf im Ortsteil Poppau entsteht eine sozial-ökologische Modellsiedlung für 300 BewohnerInnen in ökologisch sanierten und vor allem neu errichteten Gebäuden. Durch die Kombination von Wohnen und Arbeiten (Landwirtschaft, Handwerk, Dienstleistungen, Bildungsarbeit) vor Ort ist wirtschaftliche Selbstständigkeit und weitgehende Selbstversorgung geplant

Kontext

Neubau mit Solaranlage Quelle: www.siebenlinden.de/bildarchiv

Beetzendorf (3.300 Einwohner, Stand 2010) liegt im Landkreis Salzwedel in der Altmark und ist ein organisch gewachsenes Dorf. 1 km von dessen Ortsteil Poppau entfernt entsteht das ökologische Wohn- und Arbeitsprojekt „Ökodorf Sieben Linden“. Die Initiative entstand aus dem Vorgängerprojekt im 25 km entfernt liegenden Groß Chüden. Vom dortigen Projektzentrum aus organisierte die Siedlungsgenossenschaft Ökodorf e.G. die Ansiedlung in Poppau. Das Projekt war 1989 initiiert worden hat mittlerweile 120 BewohnerInnen.

Projektbeschreibung

Dreigeschossiges Wohnhaus in verputzter Strohballen-Ständerbauweise Quelle: www.siebenlinden.de/bildarchiv

In Poppau entsteht seit 1997/98 ein neues Dorf für 300 Bewohner/-innen. Die Errichtung der dafür notwendigen Infrastruktur, die Sanierung der vorhandenen Bausubstanz in ökologischer Bauweise und eine Ergänzung durch neue Niedrigenergiehäuser sind die ersten baulichen Maßnahmen.

Durch die Kombination von Wohnen und Arbeitsmöglichkeiten in Landwirtschafts-, Handwerks- und Dienstleistungsbetrieben ist wirtschaftliche Selbstständigkeit und weitgehende Selbstversorgung geplant. Vor allem die Beschäftigung von Handwerkern aus der Region (beim Um- und Neubau), Dienstleistungen (z.B. Waldkindergarten, Sozialarbeit) und Produkte (z.B. Obstbäume) für die Region und die Ausrichtung von öffentlichen Veranstaltungen tragen zur Integration in die vorhandene Dorfgemeinschaft bei. Der angeschlossene Seminarbetrieb sorgt mit einem breiten Bildungsangebot für die Außendarstellung und -werbung.

Projektchronologie

JahrEreignis
1989Gründungsinitiative
seit 1993Ansiedlung in Groß Chüden (15 Bewohner) und Dorfplanung
1997/98Beginn der Baumaßnahmen in Poppau
1999Errichtung der Infrastruktur (lokale Wasserver- und entsorgung, Löschteich, eigenes Stromnetz) und Inbetriebnahme von Regionalzentrum und Gästehaus
2000Einzug der ersten 20 Bewohner in zwei Niedrigenergiehäuser
2001Bau des ersten "Strohballenwohnhauses"
2003Errichtung einer Holzwerkstatt
2004Erstellung eines dreigeschossigen Wohnhauses in Strohballenbauweise
2004Dorfgemeinschaft mit 65 Menschen
2005/6Erstellung eines weiteren Wohnhauses in Strohballenbauweise für 7 Personen
2006Dorfgemeinschaft mit 100 Menschen
2006Kauf & Sanierung eines alten Hofgebäudes im Ort Poppau durch die Gemeinschaft
2007Erstellung eines weiteren Wohnhauses in Strohballenbauweise für 13 Personen
2008Bau der Dorf-Sauna
2009Erstellung eines weiteren Wohnhauses in Strohballenbauweise für 5 Personen
2010Erstellung eines weiteren Wohnhauses in Strohballenbauweise als Passivhaus für 10 Personen
2011Bau eines neuen Lagergebäudes
2011Dorfgemeinschaft mit 140 Menschen
2011/12Ausbau des alten Stallgebäudes zu Räumen für Bildungsangebote und Naturwarenladen

Ziele

Erstellung einer Wand in Strohballenbauweise Quelle: www.siebenlinden.de/bildarchiv

  • Etablierung einer sozial-ökologischen Modellsiedlung für bis zu 300 Bewohner/-innen
  • Weitgehende Selbstversorgung und regionale Vermarktung
  • Ökologisch orientiertes Bauen
  • Gemeinsames Grundeigentum
  • Kombination von Wohnen, Gewerbe- und Dienstleistungsbetrieben
  • Integration in die vorhandene Dorfstruktur und -gemeinschaft
  • Erhalt, Sanierung und Neunutzung verfallener Bausubstanz
  • Ökonomische Beziehungen mit der Region
  • Gemeinsame Dorfökonomie

Maßnahmen

Blick über das Ökodorf Sieben Linden Quelle: www.siebenlinden.de/bildarchiv

  • Genossenschaftlicher Grund- und Hausbesitz
  • Anlage von vielfältigen Biotopen (Hecken, Teiche, Waldumbau-Maßnahmen)
  • Aus- und Umbau von altem Gebäudebestand
  • Neubau mehrerer Niedrig-Energie-Häuser
  • Naturnahe Abwassereinigung (Pflanzenkläranlage, Teich), Komposttoiletten
  • Integriertes Energiesystem (Niedrigenergiehäuser, Solaranlagen, Photovoltaikanlagen, Holzvergaserkessel mit Nahwärmenetz (Stückholz), eigene Waldbewirtschaftung zur Bau- und Brennholzgewinnung)
  • Bildungsarbeit und Umwelterziehung
  • Erstellung/Umbau durch eigenen Baubetrieb (ökologische Dienstleistungen)
  • Ökologische Landwirtschaft (2 Hektar bewirtschaftete Fläche, Bewirtschaftung von weiteren 20 Hektar in Planung (2012)
  • Errichtung und Betrieb einer Hofbäckerei
  • Interner Fonds, gegenseitige Kredite

Innovationen

Blick auf die sogenannte Villa Strohbunt Quelle: www.siebenlinden.de/bildarchiv

In Sieben Linden in der Altmark entsteht ein großes ökologisches Wohn- und Arbeitsprojekt. Die Akteure wollen bewusst ein Dorf, in dem Leben und Arbeiten auf ökologische Weise verbunden wird, in einer strukturschwachen Region im ländlichen Raum neu aufbauen. Ökologische und soziale Projektelemente (integriertes Energiesystem, gemeinsame Dorfökonomie) machen die Siedlung zu einem sozial-ökologischen Modellprojekt.

Quellen

Gemeinschaftliches Arbeiten Quelle: www.siebenlinden.de/bildarchiv

  • Deutsches Institut für Urbanistik, Tat-Orte.infobrief 1/2002 (Projektdarstellung)
  • Deutsches Institut für Urbanistik (Hg.) Tat-Orte 2000, Gemeinden im ökologischen Wettbewerb, Berlin 2000 (Fotos 2-3)
  • http://www.oekodorf7linden.de (Projektdarstellung)
  • Deutsches Institut für Urbanistik (Hg.) Tat-Orte 1996, Gemeinden im ökologischen Wettbewerb, Berlin 1996

Weiterführendes

Projektstandort auf Google-Maps: https://goo.gl/maps/S8aW3deB6U92

Den Projektstandort finden Sie auch unter PLZ: 38486 - Ort: Beetzendorf - Straße: Sieben Linden.

Letzte Änderung: 10.07.2017