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Nationale Stadtentwicklungspolitik

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Berlin-Marzahn-Hellersdorf „Auerbacher Ring“

Auf dem Gelände einer leerstehenden Kindertagesstätte sind Kleingärten und gemeinschaftliche Freiräume entstanden. Mit geringen Kosten konnten vernachlässigte Flächen aufgewertet und zugleich neue Aufenthalts- und Nutzungsqualitäten in der Nachbarschaft angeboten werden.

Dieses Projekt befindet sich im Archiv. Die Projektdaten werden nicht mehr aktualisiert.

Kontext

Blick in den begrünten Innenhof des Wohnblocks Quelle: WVB Wohnpark GmbH

Mit dem demografischen Wandel verändern sich Wohn- bzw. Wohnumfeldbedürfnisse und der Bedarf an sozialer Infrastruktur. Gerade in dicht bebauten Großwohnsiedlungen bestehen einerseits unbefriedigte Freiraumbedürfnisse. Andererseits ergeben sich in Folge der Alterung der Bewohnerschaft sozialinfrastrukturelle Überkapazitäten insbesondere bei Kindertagesstätten und Schulen. Zugleich verstärkt sich in vielen Wohnsiedlungen die Abwanderung von Haushalten.

Solch eine Konstellation ist vor einigen Jahren auch in Berlin (ca. 3,4 Mio. Einwohner), in der Großwohnsiedlung Hellersdorf (ca. 300 Hektar), entstanden. Die Bevölkerungsentwicklung im Bezirk Marzahn-Hellersdorf ist seit 1990 rückläufig. Viele Schulen und Kindertagesstätten werden frei. Die Flächen dieser Einrichtungen bieten jedoch auch wertvolle Potenziale für die Quartiersentwicklung.

Projektbeschreibung

Lageplan der zu sanierenden Grünflächen Quelle: kba Architekten und Ingenieure GmbH

Das Gelände der seit mehreren Jahren leer stehenden Kindertagesstätte am Auerbacher Ring gehört dem Liegenschaftsfonds des Landes Berlin. Die anliegenden Wohngebäude werden von der WVB Wohnpark Verwaltungs - und Betreuungs GmbH bewirtschaftet.

Das Wohnungsunternehmen hat das Gelände der früheren Kindertagesstätte für ca. 600,- Euro pro Monat (2004) als Grünland gepachtet. Auf dieser Fläche stellt die WVB Wohnpark ihrer Mieterschaft nun kleine Parzellen für die Gestaltung von Gärten zur Verfügung. Über die Mietergärten hinaus gibt es im Blockinnenbereich einen Spielplatz, eine kleine Parkanlage und eine so genannte "Kommunikationsinsel". Damit bietet der Hofbereich den Anwohnern ein breites Spektrum an Freiräumen, vom Privatgarten bis hin zu Gemeinschaftsflächen.

Unter dem Motto "Die Laube kommt zum Mieter" ist die zwischenzeitlich stark vernachlässigte Freifläche zu privat gestalteten Kleingärten umgenutzt worden. Da einige angrenzende Wohnungen weder über Balkon noch Terrasse verfügen, wird das neue Freiraumangebot gut angenommen. Nachdem die nicht mehr genutzte Kindertagesstätte abgerissen worden ist, stehen insgesamt rund 5.000 m² zur Verfügung. Darauf sind 39 Gartenparzellen in Größen zwischen 65 und 160 m² eingeteilt worden. Das Wohnungsunternehmen stellte den Mutterboden und Wasseranschluss bereit. Zugelassen sind kleine Lauben und Umzäunungen. Im Gegenzug zahlen die KleingärtnerInnen eine Jahrespauschale von 100,-€ (2004).

Die ungedeckten Kosten stellen aus Vermietersicht eine lohnende Investition in die Bindung ihrer Mieterschaft dar. Ein neues Gefühl von Zuhause und Gemeinschaft stärkt die Selbstorganisationskräfte und die Ortsbindung der Mieterschaft. Die Wohnungsleerstandsquote beträgt in dem betreffenden Wohnblock lediglich 5 %; in ähnlichen Wohngebieten sind sonst 10 - 15 % üblich, mancherorts gar über 20 %.

Projektchronologie

JahrEreignis
2001Verhandlungen zwischen Wohnungsunternehmen, Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf und Liegenschaftsfonds Berlin
2002Pachtvertrag, Beginn der Parzellierung und Gartennutzung
2004Abriss des Gebäudes der Kindertagesstätte, weitere Parzellierung und Nutzung

Ziele

Die eigene Parzelle Quelle: WVB Wohnpark GmbH

  • Verbesserung der Aufenthaltsqualität
  • Erhöhung der Gestaltqualität im Wohnumfeld
  • Stärkung des Zusammenhalts in der Nachbarschaft
  • Bindung der Mieterschaft

Maßnahmen

Die ersten fertiggestellten Mietergärten Quelle: WVB Wohnpark GmbH

  • Freiraumkonzept
  • Pacht und Parzellierung ungenutzter Flächen
  • Bau einer Musterlaube
  • Mieterinformation
  • Gebäudeabriss
  • Gestaltung von Mietergärten
  • Anlage von Gemeinschaftsflächen

Innovationen

Neu eingerichtete Mietergärten Quelle: WVB Wohnpark GmbH

Mit kleinen, kostengünstige Maßnahmen ist eine nicht mehr benötigte Fläche in neue Nutzung und Gestaltung überführt worden. Dadurch konnte vor Ort ein Bedarf an privaten und gemeinschaftlichen Grünflächen gedeckt werden. Aktive Mitwirkung und Inbesitznahme durch die Bewohnerschaft führten zu mehr Aufenthalts-, Nutzungs- und Gestaltqualität im Wohnumfeld. So wurde lokale Identität und sozialer Zusammenhalt in der Nachbarschaft gestärkt. Das Quartier gewinnt durch die privaten Anpflanzungen an Atmosphäre und an kleinklimatischer Verbesserung.

Quellen

  • Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (Hrsg.): Zwischennutzung und neue Freiflächen. Städtische Lebensräume der Zukunft. Berlin 2004
  • Freiraumkonzept Quartier Kastanienallee, Mietergärten im Innenhof, Auerbacher Ring. Planung: kba Architekten und Ingenieure GmbH
  • Mieterinformation der WVB Wohnpark Verwaltungs- und Betreuungs GmbH

Weiterführendes

Projektstandort auf Google-Maps: https://goo.gl/maps/LFnTtnCJg3k

Den Projektstandort finden Sie auch unter PLZ: 12619 - Ort: Berlin - Straße: Auerbacher Ring.

Letzte Änderung: 23.08.2017