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Nationale Stadtentwicklungspolitik

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Cottbus „Sachsendorf-Madlow“

In den Jahren 2003/2004 wurde am Südrand der Großwohnsiedlung Cottbus – Sachsendorf-Madlow ein Wohnquartier mit 1.045 Wohneinheiten abgerissen. Langfristig ist für das Gelände eine wohnverträgliche, Gewerbenutzung vorgesehen. Bis zu einer baulichen Neunutzung wird die Fläche durch einfache Begrünung zwischengenutzt.

Dieses Projekt befindet sich im Archiv. Die Projektdaten werden nicht mehr aktualisiert.

Kontext

Leerstand im Jahr 2003 Quelle: Stadt Cottbus

Der Umbau der größten Plattenbausiedlung im Land Brandenburg folgt einer Doppelstrategie, die einerseits Erhalt und Aufwertung der Quartiere in stadtstrukturell begünstigten Lagen und andererseits Abriss von Quartieren in peripherer Lage vorsieht. Dementsprechend kommen verschiedene Ansätze der Nachgestaltung von Abrissflächen in Frage, von der großflächigen Einfachbegrünung am Stadtrand bis zur sehr anspruchsvollen Wohnumfeldaufwertung in den Erhaltungsquartieren.

Am Südrand von Sachsendorf-Madlow wurde im Winter 2003/ 04 ein komplettes Quartier mit mehr als 1.000 Wohnungen abgerissen. Der Wohnungsleerstand hatte dort zum Jahresende 2000 bereits bei über 40% gelegen.

Projektbeschreibung

Rückbau Quelle: DSK mbH

Künftig soll auf der Wohnbaubrache angesichts der unmittelbaren Nähe zur Autobahn eine Ansiedlung von wohnverträglichem Gewerbe möglich sein. Eine solche Option mit möglichen Zwischennutzungsszenarien wurde am Beispiel des Quartiers Hegelstraße im Rahmen eines internationalen Werkstattverfahrens mit Studenten und Architekten vorbereitet. Das Werkstattverfahren wurde durch die Internationale Bauausstellung „Fürst-Pückler-Land“ organisiert und hat Ende des Jahres 2003 im Rahmen des EU-Vorhabens REKULA (Restrukturierung von Kulturlandschaften) stattgefunden. Im Ergebnis wurde der Pflanzplan von studio_eu nach dem Rückbau des Gebäudebestandes an der Hegelstraße unmittelbar in eine praktische Umsetzungsphase übergeleitet.

Um die 4,8 Hektar große Brache für die Anwohner und auch für potenzielle Investoren in Wert zu setzen, sind zwei Stufen einer Zwischengestaltung vorgesehen. Auf Basis einer Gestattungsvereinbarung zwischen den Flächeneigentümern und der Stadt wurden im Mai 2004 als Sofortmaßnahme zwei Tonnen der Topinamburknolle auf Teilbereichen der Fläche ausgebracht. Die Auswahl dieser winterharten und pflegeextensiven Sonnenblumenart erfolgte in Absprache mit dem BUND und dem NABU. Bei der Anpflanzung wirkten hauptsächlich ehrenamtliche Helfer vom Flüchtlingsverein, Umweltbüro, der Freiwilligenagentur und Lernwerkstatt „Leonardos Meisterbude“ mit. Der Rest der Fläche wurde mit einer Gräser-Kräuter-Mischung angesät.

Die bis zu 3.5 m hohe Topinamburpflanze bereitet symbolisch bereits die zweite Gestaltungsstufe vor. Sollte keine kurz- bis mittelfristige Vermarktung der Fläche gelingen, ist auf den Pflanzflächen eine Bodenmodellierung vorgesehen. Eine gewerbliche Vermarktung zwischen den Hügeln bleibt jederzeit möglich; bei entsprechenden Investorenanforderungen ist aber auch eine Neumodellierung des Areals denkbar.

Das Werkstattverfahren konnte im Kontext des Vorhabens REKULA durch das EU-Programm INTER-REG III B finanziert werden. Die Ausbringung der Saat erfolgte ehrenamtlich. Die Rasen-Kräuter-Aussaat wird durch die Flächeneigentümer mit finanzieller Unterstützung aus dem Programm Stadtumbau-Ost realisiert.

Projektchronologie

JahrEreignis
2003Werkstattverfahren zur Nachnutzung und Zwischengestaltung
2003/04Abriss von Wohngebäuden im Quartier Hegelstraße
2003/04Rückbau von sozialer Infrastruktur
ab 2003Rückbau stadttechnischer Infrastruktur
ab 2004Gestaltung mit Nutzpflanzen und Kräuter-/ Rasenmischung
2004Aufstellungsbeschluss/ Änderung des Bebauungsplanes
2006Immissionsprognose zur Zonierung des Gebietes
2007Entwicklungskonzept für eine gewerbliche Nachnutzung
2007Vorbereitung einer Entwicklungsvereinbarung zwischen den Grundstückseigentümern zur Regelung von Bodenordnung und Refinanzierung der Entwicklungskosten

Ziele

Pflanzung der Topinamburknollen Quelle: DSK mbH

  • Wohnungsrückbau und planerische Neuordnung der Flächen
  • Option für bauliche Nachnutzung durch wohnverträgliches Gewerbe
  • Zwischennutzung durch Einfachbegrünung mit Topinamburpflanzen, Kräutern und Rasen; ggf. Bodenmodellierung
  • Nachfrageabhängige Aktivierung von Bauflächen

Maßnahmen

Bühende Topinamburpflanzen Quelle: Stadt Cottbus

  • Werkstattverfahren
  • Gebäudeabriss (Wohnungen, Schule, Turnhalle, 2 Kindertagesstätten, 1 Wohnheim für Asylbewerber)
  • Gestaltung mit Nutzpflanzen
  • Geländemodellierung

Innovationen

Blick auf die Topinamburblüte Quelle: DSK mbH

Das Projekt eröffnet der benachbarten Bewohnerschaft die Chance, ihr weiteres Umfeld aktiv zu gestalten und zu verbessern. Zugleich wird für die Zukunft die Option einer baulichen Nachnutzung offen gehalten. In Planung und Umsetzung kooperieren Anwohner, Umweltverbände und Gemeinwesenakteure intensiv miteinander.

Quellen

  • Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen (Auftraggeber). Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (Herausgeber). StadtBüro Hunger; Becker, Giseke, Mohren, Richard Landschaftsarchitekten; DSK Deutsche Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft mbH (Auftragnehmer): Zwischennutzung und neue Freiflächen. Städtische Lebensräume der Zukunft. Berlin, 2004

Weiterführendes

Projektstandort auf Google-Maps: https://goo.gl/maps/4hZPmXiT4yQ2

Den Projektstandort finden Sie auch unter PLZ: 03050 - Ort: Cottbus - Straße: Hegelstraße 30.

Letzte Änderung: 28.08.2017