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Nationale Stadtentwicklungspolitik

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Düsseldorf „PLATZDA!“

Die Aktion PLATZDA! hat zum Ziel, die Aufenthalts- und Gestaltqualität der Düsseldorfer City-Plätze zu sichern und Konzepte für den Bau von neuen Plätzen umzusetzen. Ein wesentlicher Bestandteil von PLATZDA! ist, Bürger von Anfang an, in den Planungsprozess einzubeziehen.

Kontext

Blick auf gestalteten Park mit markant weißen Sitzkuben Quelle: Mechthild Renner, BBSR im BBR

Menschen sollen sich auf den Plätzen in ihrer Stadt wohlfühlen, diese nutzen und Zeit auf ihnen verbringen können. Plätze sollen die Bürger zur Kommunikation einladen. Oft kennen die Menschen den öffentlichen Raum in ihrer Nachbarschaft kaum und nehmen Plätze – wenn überhaupt – nur als breitere Wege wahr.

Vor diesem Hintergrund wurde 2001 im Düsseldorfer Ausschuss für Planung und Stadtentwicklung ein Hearing zur Verbesserung der Qualität von Plätzen durchgeführt. Es war der Anstoß zur Entwicklung einer Gesamtstrategie für Düsseldorfer Plätze. So entstand die Initiative PLATZDA!

Projektbeschreibung

Blick auf gestalteten Park mit markant weißen Sitzkuben Quelle: Robert Schmell, BBSR im BBR

PLATZDA! ist eine Aktion zur Gestaltung der City-Plätze in Düsseldorf und versteht die Plätze als Netzwerk. Die Bürger sollen die öffentlichen Räume der Stadt erleben, nutzen und mitplanen können. Die Plätze sollen nicht den Eindruck von leeren, beliebigen Flächen vermitteln. PLATZDA! führt Akteure zusammen und bündelt Projekte, bespielt Plätze und erarbeitet Handlungskonzepte für die Weiterentwicklung der Platzkultur in Düsseldorf. Der Impuls für die Initiative ging von der Stadt aus. Das Stadtplanungsamt lenkt als Koordinator die Prozesse.

Insgesamt wurden 45 Innenstadtplätze in einer Prioritätenliste erfasst. 10 Plätze wurden im Rahmen der Auftaktveranstaltung der Öffentlichkeit vorgestellt. An zwei Standorten - in der Botschaft am Worringer Platz und im Finanzkaufhaus an der Berliner Allee - wurde dazu eine Ideenbörse eingerichtet, um über die Plätze ins Gespräch zu kommen. Dort konnten Bürger ihre Meinung zu den Plätzen äußern. Es konnten viele Anregungen und Vorschläge gesammelt werden, die z.B. als schriftliche Erklärungen, Skizzen und Entwürfe eingegangen sind. Zusätzlich erhielt das Stadtplanungsamt über Emails sowie über „City Cards“, die in vielen Lokalen der Stadt ausgelegt waren, weitere Anregungen engagierter Bürger.

Neben dem Gesamtkonzept zur Umgestaltung und zum Umbau von Plätzen steht gleichberechtigt die Belebung der Plätze mit Menschen und Kultur. Dazu wurden von der Stadt Sommerauftritte mit Musik, Literatur, Film und Tanz ins Leben gerufen. Sie verstehen sich als eine Veranstaltungsreihe zur Förderung des bürgerschaftlichen Engagements. In Netzwerken und Kooperationen können sich alle sozialen und kulturellen Gruppen engagieren. Bürger entwickeln in Eigeninitiative mit anderen lokalen Akteuren ihr Sommerplatzprogramm. Der 1. Sommerauftritt im Jahr 2003 hatte Impulscharakter. Es wurden zahlreiche Kulturveranstaltungen im öffentlichen Raum organisiert, die die Stadt als Bühne nutzten. Anfangs wurden diese ersten Sommerauftritte noch maßgeblich von der Stadt initiiert und ausgestaltet. Doch schon 2004 waren die Bürger aufgefordert, selbst mitzumachen. Seitdem laden Multiplikatoren, wie Schulen, kulturelle Einrichtungen, Museen, Künstler, Vereine und die Bürgerschaft zu Aktionen auf Düsseldorfer Plätzen ein. Sie zeigen ihre Vorstellung von Platzkultur und schaffen ein vielfältiges und buntes Programm.

Aufbauend auf den Akteursnetzwerken der ersten Jahre konnten viele Projektförderer gewonnen werden. Verschiedene Unternehmen und Institutionen übernehmen für Programmpunkte inhaltliche und finanzielle Patenschaften. Diese ergänzen die Teilfinanzierung durch die Stadt. Darüber hinaus wurde das Projekt zweimal durch das nordrhein-westfälische Landesprogramm „Ab in die Mitte“ gefördert.

Die Graf-Adolf-Straße ist Teil des Netzes der Düsseldorfer Stadtplätze und gleichzeitig als Immobilien- und Standortgemeinschaft (ISG) ein vom Land Nordrhein-Westfalen gefördertes Modell zur Revitalisierung des Stadtquartiers. Die ISG wurde im Sommer 2005 als Verein gegründet, um die verstärkte Einbindung von Immobilieneigentümern und deren Zusammenarbeit mit der Stadt auf eine organisatorisch verlässliche Basis zu stellen. Im Vorstand des Vereins sind sowohl Eigentümer als auch gewerbliche Mieter vertreten. Ein umfassendes und langfristiges zwischen der Stadt und den Privaten abgestimmtes Maßnahmenprogramm soll zu einer Aufwertung des Standorts führen. Mehr als 80 % der Grundeigentümer hatten sich bereit erklärt, dem Verein beizutreten und sich an den auf die Privaten entfallenden Kosten des Maßnahmenprogramms zu beteiligen. Für den Zeitraum 2004 bis 2006 wurde das Vorhaben als Modellprojekt in das nordrhein-westfälische Förderprogramm „Immobilien- und Standortgemeinschaften (ISG)“ aufgenommen. Neben der Förderung durch das Land (60 %) beteiligen sich das Forum Stadt-Marketing Düsseldorf e.V., die Mitglieder der ISG und die Stadt an der Finanzierung.

Die Profilentwicklung für die Graf-Adolf Straße zielt auf die Aufwertung des öffentlichen Raums, die Verbesserung von Sicherheit und Sauberkeit, Zwischennutzung von leerstehenden Ladenlokalen oder die Belebung des Stadtraums durch Veranstaltungen ab.

Projektchronologie

JahrEreignis
2001Politischer Auftrag: Strategieentwicklung zur Aufwertung von Plätzen
08/20031. Sommerauftritte, Dauer: 2 Wochen
07/20042. Sommerauftritte; Dauer: 1 Monat (über 90 Aktionen)
10/2004Förderzusage zur ISG Graf-Adolf-Straße als Modellprojekt
06 bis 09/20053. Sommerauftritte; Dauer: 4 Monate (über 100 Aktionen), Verknüpfung mit der Einweihung des Worringer Platzes
07 bis 09/20064. Sommerauftritte; Dauer 3 Monate (über 70 Aktionen)
06/2005ISG wurde als Verein gegründet

Ziele

Blick auf gestalteten Park mit markant weißen Sitzkuben Quelle: Robert Schmell, BBSR im BBR

  • Begreifen der Düsseldorfer City-Plätze als Netzwerk
  • Sicherung der Aufenthaltsqualität von Innenstadtplätzen
  • Schärfung des Bewusstseins für den öffentlichen Raum
  • Frühzeitige Einbeziehung der Bürger in die Planungsprozesse
  • Bündeln von Akteuren und Projekten; PLATZDA! setzt auf Kooperationspartner

Maßnahmen

Mit Palmen gestaltete Mittelinsel eines Kreisverkehrs Quelle: Mechthild Renner, BBSR im BBR

  • Ideenbörsen
  • Gesamtkonzeption zum Umgang mit Stadtplätzen und Stadträumen
  • Planung, Umgestaltung und Umbau von Plätzen
  • Stadtmöblierungskonzept, Lichtmasterplan
  • Bespielung von Plätzen als Erprobung für künftige Nutzungen
  • Maßnahmenprogramm für die Graf-Adolf-Straße
  • Umsetzung einzelner Maßnahmen

Innovationen

Blick auf gestalteten Park mit markant weißen Sitzkuben Quelle: Mechthild Renner, BBSR im BBR

Das Projekt verknüpft in vorbildlicher Weise die Aufwertung des öffentlichen Raums mit Marketing und Veranstaltungen. Insbesondere die Bespielung von Plätzen als Erprobung für künftige Nutzungen zeigt den innovativen Ansatz des Projekts. Plätze und der öffentliche Stadtraum werden als zusammenhängendes Netzwerk begriffen, da nur so die Aufenthaltsqualität langfristig gesichert werden kann.

Mit der Aktion PLATZDA! konnte auf allen Ebenen der Stadt das Bewusstsein für den öffentlichen Raum geschärft werden. Neben der Aufwertung der Innenstadt durch umgesetzte Bau- und Sanierungsprojekte hat sich das Netzwerk der Akteure, die Verantwortung für den öffentlichen Raum übernehmen, ständig vergrößert. Die Idee der Sommerauftritte hat sich mittlerweile verstetigt und es wurden nachhaltige Projekte angestoßen. In verschiedenen Nachbarschaften bildeten sich Gruppen, die nun auch außerhalb der Aktion gemeinsame Veranstaltungen organisieren. Außerdem helfen die Erfahrungen und Rückmeldungen der Bürger dabei, Nutzererwartungen an die Plätze zu ermitteln, die in die Planungsprozesse mit einfließen.

Quellen

Weiterführendes

Projektstandort auf Google-Maps: https://goo.gl/maps/ifAueFWZGSP2

Den Projektstandort finden Sie auch unter PLZ: 40213 - Ort: Düsseldorf - Straße: Graf-Adolf-Platz.

Letzte Änderung: 04.04.2017