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Köln-Niehl "Fordsiedlung"

Das Erneuerungsprojekt in Köln-Niehl verbindet die Aufstockung von Zeilenbauten mit einer energetischen Gebäudemodernisierung. In Folge der Modernisierung erhöhte sich die Bruttogeschossfläche und die Wohnungszahl. Zugleich konnten der Primärenergieverbrauch und der CO2-Ausstoß gesenkt werden.

Kontext

Saniertes Wohngebäude Quelle: LEG Management GmbH

Die Fordsiedlung liegt ca. 6 km nördlich der Innenstadt von Köln (ca. 1 Mio. EW) im Stadtteil Niehl. Östlich der Siedlung beginnt Kölns bedeutendstes Industriegebiet, das durch Kfz-Werke und entsprechende Zulieferbetriebe geprägt ist.

In den frühen 1950er Jahren ursprünglich für Werksarbeiter errichtet, wies die Siedlung zu Beginn dieses Jahrtausends einen hohen Modernisierungsbedarf auf. Die Wohnungen verfügten im Durchschnitt nur über eine Wohnfläche von 47 Quadratmetern. Des Weiteren war der Heizwärmebedarf mit 246 kWh/m²/a sehr hoch. Die insgesamt 310 Wohneinheiten mit 14.211 Quadratmetern Wohnfläche verteilen sich auf elf Häuserzeilen in Nord-Süd-Orientierung. Ein prägendes Merkmal der Siedlung sind die weitläufigen Freiflächen zwischen den Häuserzeilen mit altem Baumbestand.

Aufgrund der günstigen Lage im Stadtgebiet war dem Eigentümer neben der Modernisierung an einer Nachverdichtung für zusätzlichen Wohnraum gelegen.

Projektbeschreibung

Blick von der Gartenseite auf saniertes Wohngebäude Quelle: LEG Management GmbH

Ziel der Siedlungserneuerung war eine energetische Sanierung gemäß den Anforderungen der „50 Solarsiedlungen NRW“, eine Gebäudeaufstockung und zugleich der Erhalt des städtebaulichen Charakters und der Freiraumqualitäten.

Die Bewohner des Altbestandes wurden 2006 über die geplante Modernisierung informiert. Durch ausführliche Gespräche mit den Hausgemeinschaften und dem Mieterrat konnte eine breite Zustimmung für das geplante Bauvorhaben erreicht werden. Trotz angekündigter Mieterhöhung ließen sich die Bewohner durch niedrigere Nebenkosten, neue Wohnungszuschnitte und vorgestellte Balkone von den Modernisierungsmaßnahmen überzeugen.

Durch die Nachverdichtung in Form einer Aufstockung um ein Geschoss, blieb der Freiraum mit Spielplätzen und Mietergärten erhalten. Im Bereich der Südgiebel sahen die Architekten zusätzlich jeweils Maisonette-Wohnungen mit nach Süden orientiertem Pultdach vor. Insgesamt führte die Nachverdichtung zu 81 neuen Wohneinheiten und einer Erweiterung um circa 6.500 Quadratmeter, was rund 45 Prozent mehr Wohnfläche entspricht.

Außerdem wurden in den dreigeschossigen Bestandsgebäuden sämtliche Wohnungen grundlegend modernisiert. Sie erhielten neue Bäder, Küchen und große Balkone. Die Wohnungsgrundrisse wurden gemäß heutigen Anforderungen überarbeitet, so dass letztlich 264 modernisierte Wohneinheiten übrig blieben. Zusammen mit den 81 neuen Einheiten aus der Aufstockung gibt es in der Fordsiedlung heute insgesamt 345 Wohneinheiten mit den unterschiedlichsten Grundriss-Varianten. Ein- bis Vier-Zimmer-Wohnungen zwischen 39 und 130 Quadratmetern bieten Raum für Singles, Paare, Senioren und Familien. Auf diese Weise kann eine heterogene Mischung der Bewohner entstehen. Drei Viertel der Mieter sind auch nach der Modernisierung in der Siedlung wohnen geblieben.

Neben der Schaffung zusätzlichen Wohnraums stand eine umfassende energetische Modernisierung im Vordergrund. Das Konzept setzt auf die Kombination von Energieeinsparung und Nutzung erneuerbarer Energien im Wohnungsbau. In der Fordsiedlung wurden zwei Baustandards realisiert. In den Bestandsgebäuden wurde der gesetzlich vorgeschriebene Neubaustandard nach Energieeinsparverordnung (EnEV) um 30 Prozent unterschritten – das entspricht dem KfW-60-Standard. Die aufgestockten Geschosse wurden im KfW-40-Standard bzw. 3-Liter-Haus-Standard errichtet. Der Heizbedarf der elf Häuserzeilen konnte durch ein Wärmedämmverbundsystem an den Außenwänden, durch Dämmung im Keller- und Dachbereich sowie durch neue Fenster und Türen mit Wärmeschutzverglasung gesenkt werden. Das ist gleichbedeutend mit einer Reduktion des klimaschädlichen Kohlendioxids von circa 3.000 Tonnen auf rund 180 Tonnen im Jahr.

Projektchronologie

Blick von der Gartenseite auf saniertes Wohngebäude Quelle: LEG Management GmbH

JahrEreignis
2003
Konzeptidee
2006
Beginn des Planverfahrens
2006
Information der Bewohner
2007
Baubeginn
2010 Fertigstellung

Ziele

  • Energetische Gebäudemodernisierung
  • Schaffung zusätzlichen, zeitgemäßen Wohnraums
  • Erhalt der städtebaulichen Struktur und Freiraumqualität

Maßnahmen

Neue Balkone Quelle: LEG Management GmbH

  • Gebäudeaufstockung
  • Umgestaltung der Wohngrundrisse
  • Wärmedämmverbundsystem an den Außenwänden
  • Dämmung der Keller- und Dachgeschossdecken
  • Einbau neuer Fenster und Türen mit Wärmeschutzverglasung
  • Herstellen der Luftdichtigkeit des gesamten Gebäudes
  • Ausstattung der Wohnungen mit einer kontrollierten Lüftungsanlage
  • Einbau einer Lüftung mit Wärmerückgewinnung
  • Einbeziehung thermischer Solarenergie

Innovationen

Straßenansicht auf saniertes Wohngebäude Quelle: LEG Management GmbH

In Köln-Niehl wurden auf positive Art und Weise Nachverdichtung und energetische Modernisierungsmaßnahmen kombiniert. So konnte der Primärenergiebedarf auf 47 kWh/m²/a, der CO2-Ausstoß auf 9,5 kg/m²/a gesenkt werden. Durch die Wahl der Aufstockung als Verdichtungsmaßnahme blieben die großzügigen Freiflächen zwischen den Häuserzeilen und der alte Baumbestand erhalten. Nach Abschluss des Projektes steht mehr und zugleich zeitgemäßer Wohnraum zur Verfügung, ohne die Frei- und Grünflächen oder den städtebaulichen Charakter der Siedlung negativ zu verändern.

Quellen

  • ExWoSt – Studie „Städtebauliche Nachverdichtung im Klimawandel“, Fallstudie Köln-Niehl Fordsiedlung, (unveröffentlicht) 2014
  • Informationen auf den Internetseiten von ARCHPLAN (Architekturbüro): "Fordsiedlung" der LEG, Köln (Letzter Aufruf am 28.8.2014)
  • PDF zum download von Konradin Relations GmbH & Viessmann Werke GmbH & Co KG: Projekt Fordsiedlung Köln-Niehl, 1,5MB, PDF (Letzter Aufruf am 28.8.2014)

Weiterführendes

Den Projektstandort finden Sie auch unter PLZ: 50735 - Ort: Köln - Straße: Königsberger Straße 8.

Letzte Änderung: 21.09.2015