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Nationale Stadtentwicklungspolitik

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Monsheim „Umweltbahnhof“

In diesem Projekt werden die ökologischen, verkehrlichen, städtebaulichen und ökonomischen Potenziale von Regionalbahnhöfen im ländlichen Raum aktiviert, Gebäude erneuert und das Bahnhofsumfeld revitalisiert.

Kontext

Foto des Bahngebäudes vor der Instandsetzung Quelle: www.monsheim.de

Das Projekt „Umweltbahnhof“ in Monsheim (2.400 Einwohner, Stand 2010) ist ein Beitrag zur gleichnamigen Initiative des Landes Rheinland-Pfalz und der Deutschen Bahn AG, die 1993 gestartet wurde. Damit sollen Bahnhöfe in kleineren Städten und Gemeinden aus ihrem „Schattendasein“ befreit, umgebaut und mit neuen Nutzungen belebt werden. Sie sollen als potenzielle städtische Mitte aufgewertet werden und die Bahn als Rückgrat der Siedlungsentwicklung stärken, um die weitere Zersiedlung zu stoppen. Der Begriff „Umweltbahnhof“ steht für die Integration von drei Nachhaltigkeitsstrategien: Zum einen für den beispielhaften ökologischen Umgang mit Gebäudebestand, Freiflächen, Wasser und Energie. Zum anderen für die Förderung des Umweltverbundes, mit der Verknüpfung von Bahn, Bus, Straßenbahn, Fuß- und Radverkehr und schließlich die Rückgewinnung des Bahnhofs als zentraler Ort im Konzept der „Stadt der kurzen Wege“. Ein landesweiter Ideenwettbewerb führte im Jahr 1994 zur Auswahl von vier Gemeinden, die am Modellvorhaben teilnehmen: Monsheim, Grünstadt, Bullay und Niederlahnstein. Zwischen 1995 und 2000 wurden die Modellprojekte mit Ausnahme von Niederlahnstein realisiert.

Projektbeschreibung

Foto des Bahngebäudes nach der Instandsetzung Quelle: WSW & Partner GmbH Kaiserslautern

Die Idee und Konzeption des Umweltbahnhofes wurden von der Arbeitsgemeinschaft Mediastadt – Urbane Strategien und dem Öko-Institut e.V. entwickelt. Sie leiteten das Projekt bis zum Bau der Umweltbahnhöfe. Zum Projektstart erstellte die Arbeitsgemeinschaft ein Planungshandbuch mit einem Maßnahmenkatalog zur generellen Aufwertung kleinerer und mittlerer Bahnhöfe und Haltepunkte - angefangen von der Gestaltung des Umfelds bis hin zur Lichtführung.

Auf dieser Basis wurde in einem offenen kooperativen Verfahren unter der Leitung des Büros Mediastadt ein städtebaulich-verkehrlicher Rahmenplan erarbeitet. In Folge der Wiedereröffnung der Bahnlinie Monsheim - Grünstadt waren unterschiedlichste Maßnahmen notwendig geworden. So wurde das Bahnhofsgebäude durch neue Nutzungen (u.a. Café und Läden) wiederbelebt und die Bahnsteige umgebaut. Der Bahnhofsvorplatz wurde von der Ortsgemeinde umgestaltet; ein Busbahnhof und eine Bike-and-Ride-Anlage konnten eingerichtet werden.

Kurz nach dem Umbau eröffnete auf dem Bahnhofsvorplatz ein Wochenmarkt. Das Radwegenetz des Ortes wurde auf den Bahnhof hin orientiert. Für eine ehemalige Güterhalle ist die Umnutzung zum Dorfgemeinschaftshaus geplant. Mit einem Bebauungsplan wird die Entwicklung eines neuen Wohngebietes "Bahnhofsumfeld Ost" vorbereitet, um eine städtebauliche Lücke zwischen bestehenden Wohngebieten und dem Bahnhofsareal zu schließen. Durch die Maßnahmen avancierte der Monsheimer Bahnhof nach Ansicht der Gemeindevertreter zur "Visitenkarte" der gesamten Region.

Ähnliche Maßnahmen wurden auch in den anderen am Landesprojekt beteiligten Gemeinden durchgeführt. Es wurde u.a. die Verkehrssituation verbessert. Wichtige Bahngebäude konnten zur Markthalle bzw. Kulturzentrum umgenutzt werden. In Grünstadt entsteht in unmittelbarer Nachbarschaft zum Bahnhof ein - vom Projektentwickler sogenanntes - „ÖPNV-orientiertes Neubaugebiet". Hier spielen Wohnraum in verkehrsgünstiger Lage, die Schaffung von Arbeitsplätzen, kommunales Flächenmanagement, kostengünstige Erschließung und kommunikative Planungsverfahren eine große Rolle. Auf dem Flachdach des Bahnhofes Bullay wurde eine Photovoltaikanlage installiert.

Ein Folgeprojekt ist das vom Büro Mediastadt entwickelte und von KR Plan (Darmstadt) sowie der A1 Planungsgesellschaft (Worms) realisierte Modellprojekt „Mittelstandsbahnhof Flörsheim-Dahlsheim“.

Projektchronologie

JahrEreignis
1993Auslobung eines landesweiten Ideenwettbewerbes
1994Auswahl der Gemeinden
1995Planungshandbuch „Umweltbahnhof Rheinland-Pfalz“
bis 1995Erarbeitung von städtebaulich-verkehrlichen Rahmenplänen
1996Realisierung der Einzelprojekte
1999Generalsanierung Bahnhof
2001Fertigstellung Empfangsgebäude
2005Fertigstellung Dorfgemeinschaftshaus

Ziele

Wochenmarkt am Bahnhof Quelle: Robert Burger

  • Vernetzung und Förderung des Umweltverbundes
  • Wiederherstellung von Bahnhöfen als städtebauliche Mitte kleinerer Gemeinden
  • Attraktivierung des Bahnhof-Umfeldes
  • Inwertsetzung und Wiederbelebung der Bahnhofsgebäude
  • Siedlungsentwicklung an Haltepunkten
  • Stopp der Zersiedelung durch Rezentrierung und Verdichtung

Maßnahmen

Der Bahnhof mit einem Zug Quelle: Robert Burger

  • Erarbeitung eines Planungsleitfadens
  • Neuordnung des Pkw-, Bus-, Rad- und Fußgängerverkehrs
  • Ansiedlung neuer (kommerzieller und nichtkommerzieller) Nutzungen
  • Umgestaltung und Aufwertung des Umfelds

Innovationen

Bahnhofsvorplatz mit Bahnhofsgebäude Quelle: WSW & Partner GmbH Kaiserslautern

Dieses Projekt leistet drei zentrale Beiträge zur nachhaltigen Siedlungsentwicklung: die Reaktivierung des schienenbezogenen Personen-Nahverkehrs im ländlichen Raum, die Rückführung brachgefallener Flächen in ökologische und städtebauliche Nutzungskonzepte und die Erneuerung von zentral gelegenem Gebäudebestand.

Quellen

Weiterführendes

Projektstandort auf Google-Maps: https://goo.gl/maps/iBoMuTCCE5R2

Den Projektstandort finden Sie auch unter PLZ: 67590 - Ort: Monsheim - Straße: Bahnhofstraße.

Letzte Änderung: 16.03.2017