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Nationale Stadtentwicklungspolitik

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Wuppertal „Fabrik Huppertsberg“

Im Gründerzeitquartier Ostersbaum hat sich eine private Initiative zur Erhaltung der denkmalgeschützten Fabrik Huppertsberg gefunden. Diese Initiative baut in der leerstehenden Fabrik ein Gründerzentrum auf. Alle Unternehmensgründer verpflichten sich, aktiv zur Verbesserung der Nachbarschaft im Stadtteil Ostersbaum beizutragen.

Dieses Projekt befindet sich im Archiv. Die Projektdaten werden nicht mehr aktualisiert.

Kontext

Typische Bebauung im Gründerzeitquartier Ostersbaum Quelle: plan zwei Stadtplanung und Architektur, Hannover

Der nordöstlich der Innenstadt Wuppertal-Elberfeld gelegene Stadtteil Ostersbaum entstand um 1900 als Stadterweiterung und gilt als traditionelles Arbeiterwohngebiet. Er ist gekennzeichnet durch eine stark verdichtete Blockrandbebauung mit einem hohen Anteil an Altbausubstanz. In der Vergangenheit war die dichte Bebauung durch eine hohe Durchmischung gewerblicher Nutzung gekennzeichnet. Heute überwiegt die Wohnnutzung.

Der Stadtteil ist durch eine hohe Bevölkerungsdichte mit heterogener Struktur und überdurchschnittlich junge Einwohner geprägt. In Ostersbaum leben viele Migranten und Arbeitslose. Aufgrund einfach ausgestatteter Wohneinheiten mit günstigen Mieten überwiegen hier Bevölkerungsgruppen mit niedrigem Einkommen.

Der Ostersbaum ist seit 1997 Programmgebiet „Stadtteil mit besonderem Erneuerungsbedarf - Soziale Stadt NRW". Im Stadtteil fehlen Qualifizierungsmöglichkeiten. Der Bedarf an der Entwicklung eines bürgerschaftlichen Gemeinwesens ist groß.

Projektbeschreibung

Ehemalige Fabrik Huppertsberg, eingerüstet Quelle: plan zwei Stadtplanung und Architektur, Hannover

Die Textilfabrik der Familie Huppertsberg musste Mitte der 1990er Jahre den Betrieb aufgeben. Zurück blieb ein leer stehendes viergeschossiges Fabrikgebäude mit charakteristischer Ziegelarchitektur aus der Gründerzeit. Der für Wuppertal typische historische Gewerbegeschossbau wurde 1994 unter Denkmalschutz gestellt.

Eine Gruppe junger, lokal verwurzelter Unternehmer aus den Bereichen Architektur, Gestaltung, Medien und Wissenschaft entwickelte mit der Familie Huppertsberg und der Stadt ein Umnutzungskonzept für das Gebäude. Das Motiv der Projektinitiatoren war das denkmalgeschützte Gebäude zu erhalten und zu pflegen. Zugleich bestand die Chance, an diesem Standort junge Unternehmen aus gestaltenden Branchen zusammenzuführen und in einem kulturwirtschaftlichem Gründerzentrum Synergien zu entfalten. Schließlich ging es auch darum, Beiträge zum Auf- und Ausbau einer sozialen, kulturellen und stadtteilbezogenen Infrastruktur und zur Integration in das soziale und kulturelle Netzwerk aktiver Gruppen im Stadtteil zu leisten.

Das Gebäude wurde von drei Projektinitiatoren zunächst auf eigenes Risiko gekauft. Die Eigentümergemeinschaft überlässt das Gebäude dem gemeinnützigen Startpunkt e.V. gegen eine reine Kostenmiete. Die zentrale Aufgabe von Startpunkt e.V. ist die Nutzung und Pflege des Denkmals und die Unterstützung soziokultureller Ziele im Stadtteil, zu der sich alle Unternehmen im Gründerzentrum vertraglich gebunden haben.

Heute wird das Gebäude durch junge Unternehmen aus gestaltenden und medienorientierten Berufen genutzt. Ebenso haben Künstler und gemeinnützige Vereine aus dem künstlerisch-kulturellen und sozial-stadtteilbezogenen Bereich hier eine Wirkstätte gefunden. Die Fabrik ist Ort der Qualifizierung junger Menschen in Kooperation mit ortsansässigen Schulen und dem „Labor für neue Arbeit“. An prominenter Stelle im Gebäude ist ein offener Treffpunkt mit Gastronomie entstanden. Dort werden die industriekulturellen Bezüge des Denkmals deutlich gemacht.

Projektchronologie

JahrEreignis
1995Aufgabe der Schnürriemenproduktion in der Fabrik Huppertsberg
2001Kauf der Fabrik durch die GbR Büchele, Reinartz, Quellhorst
2001Konzeptentwicklung für das Gründerzentrum Startpunkt und Teilnutzung von Flächen
2001Gründung des Vereins Startpunkt e.V.
2003-2005Bauliche Realisierung des Gründerzentrums im laufenden Betrieb
2006Projekteröffnung
2007Weiterführung der Bauarbeiten am Dachgeschoss

Ziele

Neue Firmenwegweise an der Außenfassade der Halle Quelle: plan zwei Stadtplanung und Architektur, Hannover

  • Förderung von Beschäftigung und Qualifizierung
  • Förderung der Stadtteilkultur
  • Raum für Unternehmensgründung im Bereich Wissenschaft, Medien, Kunst und Gestaltung
  • Kulturelle und mediale Aktivierung der Stadt- und Stadtteilbevölkerung

Maßnahmen

Innenaufnahme der umgebauten Fabrikationshalle Quelle: plan zwei Stadtplanung und Architektur, Hannover

  • Umbau und Umnutzung eines Fabrikgebäudes
  • Aufbau des Projekts „Neues Lernen und Neue Arbeit“ durch Beteiligung der Gesamthochschule Wuppertal und vieler Einzelpersonen
  • Beteiligung in der Projektentwicklung durch Stadtteilgruppen, lokale Initiativen, Schulen und Akteure der lokalen Wirtschaft

Innovationen

Innenaufnahme der neu eingerichteten Büros in der ehemaligen Fabrikhalle Quelle: plan zwei Stadtplanung und Architektur, Hannover

Das Projekt verbindet bürgerschaftliches Engagement mit sozialen, kulturellen, nachbarschaftlichen und städtebaulichen Anliegen. Es zeichnet sich durch den Zusammenschluss der Hauptnutzer im Trägerverein Startpunkt e.V., einen Beirat und durch die Kooperation mit Schulen und Stadtteilvereinen aus. Die Zusammenarbeit mit der örtlichen Wirtschaft hat zur Absicherung und Verstetigung der gemeinwesenorientierten Arbeit beigetragen.

Quellen

Weiterführendes

Projektstandort auf Google-Maps: https://goo.gl/maps/cXM7jTmoMyE2

Den Projektstandort finden Sie auch unter PLZ: 42107 - Ort: Wuppertal - Straße: Hagenauerstraße 30.

Letzte Änderung: 19.06.2017