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Stadtentwicklung trifft Gesundheit - Kommunen gemeinsam gestalten

Anfang 15.09.2014
Ende 16.09.2014

Im Grußwort des 8. Bundeskongresses Nationale Stadtentwicklungspolitik "Städtische Energien – Zusammenleben in der Stadt" am 15. und 16. September 2014 in Essen wies die Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit, Dr. Barbara Hendricks, darauf hin, dass "die Ungleichheit in unseren Städten und Gemeinden leider wieder wächst: beim Einkommen, bei den Bildungschancen, in der Gesundheit, bei den Umwelt- und Verkehrsbelastungen und beim Zugang zur Kultur…". Ziel sei es, mit Hilfe von Förderprogrammen – insbesondere dem Leitprogramm "Soziale Stadt" – "(…) den Menschen im Quartier wieder in den Mittelpunkt stellen, das heißt soziale Gerechtigkeit und Teilhabe, sozialen Frieden, ein gesundes und sicheres Zuhause und eine lebenswerte Umwelt" zu gestalten.

Im Rahmen des Bundeskongresses richtete der Kooperationsverbund Gesundheitliche Chancengleichheit den Workshop, "Stadtentwicklung trifft Gesundheit – Kommunen gemeinsam gestalten" aus. Ziel der Veranstaltung war es, Gesundheit als Handlungsfeld einer integrierten Stadtentwicklung darzustellen und der Frage nachzugehen, wie sich Gesundheit als Querschnittsaufgabe in Kommunen verankern lässt. Vielfältige Erfahrungen aus der Praxis flossen in die Darstellungen ein.

Nutzung lokaler Fachpläne Gesundheit in NRW

Dr. Heike Köckler, Raumplanerin, Technische Universität Dortmund, stellte u.a. die Entwicklung lokaler integrierter (z.B. Stadtplanung/Bauordnung, Gesundheit, Umwelt) Fachpläne Gesundheit im Landeszentrum Gesundheit NRW vor, die dazu beitragen können, gesundheitsförderliche Bedingungen stärker in städteplanerischen Prozessen zu verankern. Anregungen für die Praxis bieten die Musterfachpläne der fiktiven Stadt Healthhausen und des fiktiven Landkreises Gesundbrunnen . Ziele solcher Fachpläne sind die Schaffung von mehr Umweltgerechtigkeit und die Reduzierung von Mehrfachbelastungen. Zudem werden stärkere Sozialraumorientierung sowie der Ausbau ressortübergreifender Kooperation empfohlen.

Stadtentwicklung in Fürth und Nürnberg

Integriertes Handeln stand auch im Mittelpunkt des Beitrages "Mehr als gewohnt! Gesundheitsförderliche Stadtentwicklung in Fürth und Nürnberg" von Eva Göttlein, Fürth. In Zusammenarbeit mit Kommunen und unter Einbindung von Krankenkassen sowie Forschungsprojekten und dem Programm "Soziale Stadt" werden Stadtteilnetzwerke aufgebaut, Projekte über die Koordinierungsstellen Gesundheit entwickelt, Infrastrukturverbesserungen erarbeitet sowie Akteure in den Quartieren aktiviert. So wurden Gärten in Schulen gebaut, Flutlichtanlagen für Jedermann-Sportplätze installiert sowie Mikroprojekte in den Handlungsfeldern Ernährung, Bewegung und Entspannung entwickelt. Als Erfolgsfaktoren wurden gelungene Kooperationen, Sponsoring, Mittelbündelung, Verstetigung und Transfer guter Projekte genannt.

Strukturen schaffen – Beziehungen stiften

In der Podiumsdiskussion, moderiert von Prof. Raimund Geene MPH (Hochschule Magdeburg-Stendal) und Helene Luig-Arlt (Büro für Stadtteilmanagement Langballig), unterstrich Prof. Rotraut Weeber (Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen) die Bedeutung der realen kommunalen Bedarfserhebung. Auch müsse die fachübergreifende Zusammenarbeit intensiviert werden. Um diesen Prozess zu unterstützen, so Eva Göttlein, sei aus der Perspektive der Stadtteil-Akteure eine verlässliche, dauerhaft finanzierte Koordinierungsstelle erforderlich. Dr. Antje Richter-Kornweitz (Koordinierungsstelle Gesundheitliche Chancengleichheit Niedersachsen) betonte die wesentliche Aufgabe, gemeinsam Strukturen zu schaffen und Beziehungen zu stiften.

Auch auf Bundesebene unterstützen vielfältige Strukturen die Umsetzung integrierter kommunaler Strategien. Dr. Frank Lehmann (BZgA) erwähnte in diesem Zusammenhang etwa den kommunalen Partnerprozess und die kommunale Austauschplattform inforo-online.

Zum Internetauftritt von inforo online:
www.inforo-online.de

Weitere Informationen zum Workshop mit Veranstaltungsmaterialien erhalten Sie auf den Internetseiten des Kooperationsverbundes Gesundheitliche Chancengleichheit:
Stadtentwicklung trifft Gesundheit

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