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Nationale Stadtentwicklungspolitik

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Bundespreis kooperative Stadt

13 Kommunen wurden von der Nationalen Stadtentwicklungspolitik als Koop.Stadt ausgezeichnet.

Wo gibt es in Deutschland kooperative Städte? Städte, in denen Stadtgesellschaft, Politik und Verwaltung im Sinne der Neuen Leipzig-Charta Hand in Hand am Gemeinwohl bauen. Städte mit Raum für spannende Ideen und gemeinsames Stadtmachen vor Ort. Wo Bürgerinnen und Bürger, Vereine und soziokulturelle Akteure einen Nährboden für ihre nicht-kommerziellen Vorhaben finden, wo Nachbarinnen und Nachbarn unkompliziert vor dem Haus ein Fest veranstalten können und wo die eigenverantwortliche Gestaltung von Stadträumen gefördert wird. Diesen Fragen ist der Bundespreis kooperative Stadt nachgegangen.

Insgesamt 80 Kommunen haben sich als Koop.Stadt beworben. 13 Kommunen wurden von einer unabhängigen Jury ausgewählt und im Rahmen des 15. Bundeskongresses in Köln ausgezeichnet. Sieben weitere Kommunen dürfen sich über eine Anerkennung freuen. Aufgerufen waren kleine, mittlere und große Städte ab 10.000 Einwohner. Das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat stellte 200.000 € Preisgelder zur Verfügung.

Voraussichtlich im September 2021 erscheint eine umfassende Publikation zum Bundespreis.
Was ist eine kooperative Stadt? Welche Instrumente werden in deutschen Kommunen bereits erfolgreich angewendet, um engagierte Stadtmacher aktiv zu fördern? Welche Praxistipps lassen sich daraus für andere Kommunen ableiten, die sich auf den Weg zu einer kooperativen Stadt machen wollen? Diesen und weiteren Fragen wird die Publikation "Koop.Stadt" anhand der Einreichungen des gerade verliehenen Bundespreises nachgehen.

Sie können diese bereits über unseren Warenkorb vorbestellen: Koop.Stadt: Preisträger – Instrumente – Praxistipps

Das Video der Preisverleihung finden Sie hier: https://bk.nsp-kongress.de/mediathek/#mediathek

Die Session zum Bundespreis kooperative Stadt können Sie sich hier noch einmal ansehen: https://bk.nsp-kongress.de/mediathek/#mediathek

Die Auszeichnung für herausragende Kooperation von Stadtgesellschaft, Politik und Verwaltung wurde an die folgenden Kommunen vergeben:

WITTENBERGE

Die Jury hob die vielfältigen Instrumente hervor, mit denen in der von Abwanderung und Leerstand betroffenen Kleinstadt lokale Netzwerke als Partner der Stadtentwicklung gefördert werden. Über Verfügungsfonds und Zwischennutzungen wird an der Belebung der Innenstadt gearbeitet, Stadtmacher werden mit Studien beauftragt. Hierdurch wird ganz unterschiedlichen Gruppen die Mitwirkung an der Stadtentwicklung ermöglicht.

ELTVILLE AM RHEIN

Die Jury betonte die für eine Stadt dieser Größe außergewöhnliche Kooperationskultur. Sowohl der Überlassungsvertrag mit der Philip-Kraft-Stiftung für einen „Jugendpark der Kulturen“ als auch die Unterstützung von Wohnprojekten, von ehrenamtlichen Netzwerken und sonstigen kulturellen Angeboten zeigen ein starkes Bewusstsein für die hohe Bedeutung zivilgesellschaftlicher Akteure.

DINSLAKEN

Die Bewerbung der Stadt Dinslaken hat die Jury besonders überzeugt, weil die Stadt ganz unterschiedliche rechtliche Instrumente einsetzt, um zivilgesellschaftlichen Gruppen Raum zu geben. Beispiele sind ein Erbbaurecht für ein leerstehendes Industriegebäude und ein Übertragungsvertrag für eine Testnutzung. Diese Vereinbarungen sichern den Stadtmachern Unabhängigkeit im Betrieb und gleichzeitig Unterstützung durch städtische Ressourcen zu.

TÜBINGEN

Der Grundsatzbeschluss der Stadt, nach dem kommunale Grundstücke ausschließlich im Rahmen von Konzeptverfahren ohne Preiskomponente zu vergeben wurde von der Jury als richtungsweisend angesehen. Diese Ausschreibungen werden im Hinblick auf spezifische Ziele angepasst, z.B. zur Deckung von Wohnbedarfen geflüchteter Menschen. In aufwendigen Quartiersdialogen werden die Konzepte dann mit der Stadtgesellschaft diskutiert. Durch ihre Erfahrungen ist die Stadt ein Pionier der kooperativen Stadt.

SCHWERTE

Die Jury lobte das breit angelegte und differenzierte Konzept der Stadt Schwerte. Durch einen Ratsbeschluss wurde Schwerte zur „MitmachStadt”. Eine Leitlinie „Mitmachen“ legt den weiteren Weg fest: Mit Instrumenten wie dem Schüler*innen-Haushalt, einem MitMachBüro, dem MitMachGremium und einem MitMachPortal werden vielfältige Möglichkeiten der Mitwirkung an Stadtentwicklung eröffnet. So entsteht eine hohe Kooperationskultur mit niedrigschwelligen Zugängen für engagierte Bürger. 

LANDAU

Durch ein vorbildliches kooperatives Vorgehen konnte der drohende Abriss des ältesten Hauses der Stadt abgewendet werden. Die Jury lobte die im Schulterschluss zwischen Kommune und Stadtgesellschaft gegründete Bürgergenossenschaft, die jetzt als Saniererin und spätere Betreiberin des Hauses agiert. Die Kommune unterstützt aktiv mit Know-How und in Gremien. 

DESSAU-ROSSLAU

Die Stadt Dessau-Roßlau vergibt Erbbaurechte und fördert Stadtmacher-Projekte. Die Jury lobte die Nutzung von Mitteln der Städtebauförderung für kooperative Projekte. Dadurch werden stadtbildprägende Gebäude gesichert und vor allem auch für junge Erwachsene niedrigschwellige Möglichkeiten der Raumaneignung und Selbstorganisation geschaffen.

KIEL

Die Aktivierung und Kooperation mit unterschiedlichen Gruppen der Stadtgesellschaft verfolgt die Stadt Kiel mit strategischen und kreativen Instrumenten: Sie öffnet Räume für Bürger und Kreative, geht Partnerschaften für das Innenstadt-Management ein, startet kooperative Stadtentwicklungsprozesse im Bereich Hörn. Besonders inspirierend fand die Jury die Idee eines „Tiny Rathaus“, das als mobiles Testlabor eine neue Schnittstelle zwischen Bürgerideen und Verwaltungsstrukturen bilden soll.

MANNHEIM

Die Jury lobte, dass Kooperation in Mannheim Chefsache ist. Von einer zentralen Steuerungsgruppe bis hin zur Projektebene sind so vielfältige Kooperationen entstanden, die von der Stadt unterstützend begleitet werden. Situativ werden neuartige Organisationen gegründet und neue Wege zwischen Verwaltungshandeln und flexibler „kooperativer Governance“ geschaffen und neue Rollenmuster getestet.

AACHEN

Mit einem Grundsatzbeschluss zur Stärkung der Bürgerschaft als Bauherrin wurde ein „Stadt-Machen“-Prozess gestartet, der von der Jury sehr gelobt wurde. Dieser wird in mehreren Modellprojekten erprobt, wobei Stadtbewohner dezidiert als Projektentwickler begriffen und von Stadt mit der Erstellung von Konzepten beauftragt werden. All diese Prozesse sind darauf angelegt, dass sich Verwaltung und Zivilgesellschaft gegenseitig stärken. 

HALLE/SAALE

Mit der Erstellung eines gesamtstädtischen „Freiraum-Konzepts“ ist die Stadt Vorreiterin. Auf dieser Grundlage wurde ein „Freiraumbüro“ als Kompetenzzentrum aufgebaut, in dem die Suche und die Aktivierung von Freiräumen für gemeinwohlorientiert-kreative Nutzungen zentral gebündelt werden. Auch die Durchführung eines Jugend-Wettbewerbs, in dem Ideen entwickelt und später in der Umsetzung begleitet wurden, hob die Jury besonders hervor.

NÜRNBERG

Mit dem Stadtratsbeschluss “Möglichkeitsräume” hat die Stadt ein Sonderprogramm für Nachbarschaftsideen zur Aufwertung und Belebung des öffentlichen Raums eingerichtet, das die Jury als richtungsweisend lobte. Ein Raumkompass dient als Vermittlerstelle für Kunst- und Kulturschaffende mit Raumnot. Weitere Instrumente treiben den Ausbau der Anerkennungskultur voran und ermöglichen Kooperationen auf Augenhöhe.

BERLIN – MITTE

Der Impuls einer Initiative, den jahrelangen Leerstand des Hauses der Statistik zu beenden, wurde aufgenommen und eine Civic-Public-Partnership gegründet. Die Jury lobte die Kooperations- und Finanzierungsvereinbarungen, mit denen die Zusammenarbeit der fünf Partner aus Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft geregelt wird. So entsteht ein Modellprojekt, das vielfältige Instrumente erprobt und zurecht überregional und international viel Interesse entfacht.

Mit einer Anerkennung wurden folgende Kommunen ausgezeichnet:

SWISTTAL

Die Jury hebt das selbsterklärte Ziel der Kommune hervor, das Empowerment der Zivilgesellschaft und den Aufbau selbsttragender Strukturen durch Verantwortungsübernahme voranzutreiben. Hierzu gibt es in Swisttal klare Anlaufstellen für die Bürger und intelligente Schnittstellen zwischen den verschiedenen Verwaltungsstellen. Auch auf Projektebene, z.B. bei der Planung eines Nahversorgungszentrums, wird innovativ, und kooperativ gehandelt. So werden komplexe Prozesse in fassbarere, kleine Aufgaben heruntergebrochen und Bürger zur Mitwirkung angeregt.

FLENSBURG

Die Jury hebt an der Flensburger Bewerbung hervor, dass neue Strukturen geschaffen wurden, um Bürger frühzeitig in Entscheidungsprozesse einzubinden. Impulse und konkrete Vorschläge aus der Bürgerschaft werden aufgenommen und geprüft, ob und wie eine Realisierung der Ideen möglich ist. Gemeinsam werden so beispielsweise Ziele im Klimaschutz umgesetzt und Förderanträge geschrieben. Für die Entwicklung des Hafengebiets wurde ein umfängliches Dialog- und Mitwirkungsverfahren aufgesetzt, um das Gebiet kooperativ und prozessual zu entwickeln. Die Vergabe der Flächen soll über Erbbaurechtsverträge und Konzeptverfahren erfolgen.

COBURG

Die Jury lobt die kreative Zwischennutzung von Leerständen in einem Sanierungsgebiet und die Umsetzung von Kunstinstallationen im öffentlichen Raum ohne formale Genehmigungsverfahren. Erklärtes Ziel der Stadt ist es, Bürokratie abbauen und direkte Wege zwischen Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft zu schaffen. Mit der Anerkennung soll die Stadt auf diesem Weg bestärkt werden.

WUPPERTAL 

Die Jury hebt besonders den Ratsbeschluss hervor, mit dem de Stadt sich als „Selbstmachstadt“ definiert, die engagierte Wuppertaler bei der Verwirklichung von baulichen, sozialen und kulturellen Projekten unterstützt. Kooperationsvereinbarungen und ko-kreative Planungsprozesse füllen dieses Ziel mit Leben und zeigen an ersten Standorten die positiven Wirkungen kooperativer Stadtentwicklung. Insbesondere der Flächenentwicklungsbeirat zum UtopiastadtCampus als moderiertes Werkstattverfahren zwischen Flächeneigentümer, einer ansässigen Initiative und der Stadtverwaltung wird von der Jury als Instrument gewürdigt, das andere Kommunen inspirieren kann.

KREFELD

Die Jury lobt an der Bewerbung aus Krefeld die intelligente Nutzung des Erbbaurechts im Sinne einer gemeinwohlorientierten Immobilien- und Quartiersentwicklung. In einem anderen Projekt erlaubt ein Nutzungsvertrag einer Initiative, im Testbetrieb eine Projektidee auszuprobieren aus dem bei Erfolg eine kooperative Projektentwicklung entstehen kann. Solche neuen Verantwortungsgemeinschaften aus Stadtmachern und Öffentlicher Hand sieht die Jury als zukunftsweisend für eine kooperative Stadtentwicklung an. 

FRANKFURT/MAIN

Die Stadt Frankfurt hat sich mit einem differenzierten Instrumentarium zur Förderung des gemeinschaftlichen Wohnens beworben, das von der Jury als zukunftsweisend gelobt wird. Mit dem Frankfurter Baulandbeschluss, einem Liegenschaftsfonds zur Förderung innovativer und gemeinschaftlicher Wohnprojekte, der Förderung der Vernetzung und einer Plattform für die ämter- und akteursübergreifende Kooperation sind wichtige Bausteine einer kooperativen Stadt entstanden, die auch auf andere Bereiche der Stadtentwicklung ausstrahlen können. 

MÜNCHEN

Die Jury hebt hervor den Abschluss eines Erbbaurechtsvertrags für eine Sozialgenossenschaft (Bellevue di Monaco). Grundlage dafür war die Rücknahme eines Stadtratsbeschlusses zum Abriss zweier innerstädtischen Liegenschaften zu Gunsten des Erhalts der Gebäude, um daraus einen Ort für das Thema “Flucht und Migration” zu schaffen. Besonders gewürdigt wird darüber hinaus, dass (zukünftige) Bewohner eines Neubauquartiers eine Genossenschaft für Quartiersorganisation gegründet haben, um das Quartiersmanagement zu betreiben. Seit Januar 2019 wird die eG als Pilotprojekt maßgeblich von der Stadt München/Sozialreferat im Rahmen der “Quartierbezogenen Bewohnerarbeit” bezuschusst. Nach Ansicht der Jury haben diese Instrumente eine Anstoßwirkung auch über den engeren Projektkontext hinaus: verschiedenste Akteure profitieren von ihnen und im Ergebnis entstehen kooperative Stadtbausteine.

 

Veroeffentlichungsdatum

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  • staedtebau-und-oeffentlicher-raum
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