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Nationale Stadtentwicklungspolitik

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Stadt Aschaffenburg

Aschaffenburger Schlossterrassen im Mainuferpark

"In Aschaffenburg diskutieren wir nicht erst, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist. Ich sage allen Bürgerinnen und Bürgern zu, dass sie weiterhin und verstärkt in das Verfahren der Mainufer-Gestaltung eingebunden und alle berechtigten Interessen berücksichtigt werden." (ehem. Oberbürgermeister Klaus Herzog)

Idee und Ziele

Die in zentraler Lage zwischen dem Aschaffenburger Schloss und der Willigisbrücke gelegenen Mainwiesen stellten einen Naherholungsraum mit Defiziten dar. In den letzten Jahren wurden immer wieder Konflikte zwischen den unterschiedlichen Interessen der Nutzer der zentrumsnahen Mainpromenade deutlich. Insbesondere die unbefriedigende Parksituation unterhalb des Schlosses und der gleichzeitige Anspruch an die Freiraumgestaltung und -nutzung sorgten für kontroverse Diskussion. Daher wurde ein "Schlossterrassenbeirat" bestehend aus unterschiedlichen Interessengruppen gebildet. Drei Plangutachter erarbeiteten alternative Gestaltungsentwürfe, die 2011 einem breiten Publikum präsentiert wurden. Im Rahmen des Pilotprojekts wurde auf Grundlage der Entwürfe der Austausch zwischen den Gruppen begleitet und moderiert, zugleich sollten schwer zu erreichende Nutzergruppen in den Beteiligungsprozess integriert werden.

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Förderprogramm

Pilotprojekt

Zeitraum

Status

Status: Abgeschlossen

Themenfeld

  • koproduktion
  • staedtebau-und-oeffentlicher-raum

Zuletzt aktualisiert

Umsetzung

Um mit diesem Verfahren Menschen zu erreichen, die bislang kaum oder gar nicht am Planungsprozess teilhatten, wurde ein niedrigschwelliger Ansatz verfolgt. Kernstück und fulminanter Auftakt des Beteiligungsprozesses war die Durchführung einer Bürgerwerkstatt in Form eines "Planungs-Picknicks". Zum Mainuferfest kamen über 4.000 Besucher, um sich zu informieren, zu kommentieren oder eigene Vorschläge für die Umgestaltung einzureichen. Als offene Veranstaltung vor Ort konzipiert, ermöglichte sie in einer Erlebnis-Atmosphäre das gegenseitige Kennenlernen und erleichterte das Verständnis für andere Nutzerinteressen. Dieser "Perspektiven-Wechsel" für die Bürger ermöglichte eine Sensibilisierung und Identifikation breiter Schichten der Bürgerschaft mit dem Projekt der Mainwiesen-Umgestaltung. Eine Open-Air-Dauerausstellung und ein interaktiver Internetauftritt dokumentierten den Prozess fortlaufend und boten stetige Beteiligungsmöglichkeiten.

Die Zusammenarbeit mit dem Stadtjugendring zielte individuell auf eine in der Stadtentwicklung oft vernachlässigte Nutzergruppe. Die Medien Jugendradio und Internet / Social Media fanden hier intensiv betreuten Einsatz, haben großes Interesse geweckt und die Interaktion mit den Jugendlichen befördert. Erstmalig fand auch das VHS -Sommercamp der Volkshochschule in Kooperation mit der Stadtplanung auf den Mainwiesen statt und machte Erwachsenenbildung als Grundlage von Bürgerbeteiligung zum Thema. Die VHS -Kurse wurden durch eine offene Planungswerkstatt ergänzt.

Die erfreulich große Beteiligung der Bürgerschaft an den Projektmodulen des Pilotprojekts, bei denen über 500 Vorschläge und Projektideen für das Areal gesammelt wurden, hat zu verstärktem öffentlichen Rückenwind geführt. Die Menschen konnten auch die "Rückeroberung" des kritisch diskutierten Parkplatzbereichs direkt erleben und zugleich den neu entstehenden Spiel- und Freiraum erahnen. Eine einfache temporäre Bühneninstallation als "Sommerbühne" zur freien, kulturellen Nutzung oder Treffpunkt wurde als erster "Bürgerwunsch" bereits in 2012 umgesetzt. Ebenso wurden die Wasserzugänge mit einfachen Mitteln wieder attraktiver gestaltet und mit Sitzmöglichkeiten versehen, auch dies eine Anregung aus dem Beteiligungsprozess. In 2013 folgten ein Biergarten sowie ein Teststreifen für einen Fahrradweg und ein Konturmodell des Schleppschiffes, das vor Ort aufgebaut werden soll.

Ergebnisse

Das Verfahren hat einen erheblichen Einfluss auf die Strategie der Stadt zur Umgestaltung des Mainufers gehabt. In allen Phasen der Bürgerbeteiligung wurde deutlich transportiert, dass die Bürgerschaft große gestalterische Eingriffe in die Landschaft ablehnt. Befürwortet wurde eher eine sanfte Weiterentwicklung der Fläche unter Erhalt der bisherigen Nutzungen. Die gewünschten Maßnahmen waren also mehr als Ergänzung der Fläche zu sehen (z.B. Biergarten) oder als Entschärfung von konkreten Nutzungskonflikten (z.B. Thema Radweg). Interessant war die Entwicklung im Laufe des Projektzeitraumes in Bezug auf das Thema Parkplatz. Je mehr Ideen und Nutzungskonzepte entwickelt wurden, desto deutlicher wurde der Wunsch nach Reduzierung des Parkplatzes geäußert. Die Teilplanungen für die Zwischennutzungen sollen nun zu einem neuen Gesamtkonzept für den Bereich zusammengefügt werden.

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